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Abfall wird teurer - aber noch nicht sofort

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Von: Heyke Köppelmann

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Gelbe Säcke an einer Bushaltestelle
Gelbe Säcke, graue Tonnen. Müll kostet. Die Gebühren für die Abfallentsorgungsanlagen werden wohl 2023 steigen. © Peter Dahm

Wie entwickeln sich die Abfallgebühren im Kreis Soest? Einmal bleiben sie noch stabil, sagt die ESG.

Kreis Soest – Jeder kennt das aus allen Lebensbereichen: Man kauft ein, gibt Geld aus, wirft weg, was übrig bleibt, trennt sich von seinen Siebensachen – und zahlt wieder. Denn der Abfall, seine Verwertung und Aufbereitung, das alles kostet seinen Preis. Wie hoch fällt die Rechnung für die Nutzung der Entsorgungsanlagen im Kreis Soest aus? Wie werden sich die Gebühren in diesem Bereich entwickeln? Ein Thema, mit dem sich der Umweltausschuss des Kreises in seiner Sitzung am Montagabend (22. November) beschäftigte.

Nikolaus Windsheimer von der Entsorgungswirtschaft Soest (ESG) sagte es klar und deutlich: Es gelingt noch einmal, Gebühren und Entgelte stabil zu halten – und zwar bereits im 17. Jahr in Folge. Das ist durch das Auflösen von Rücklagen im hohen Maße möglich. Doch schon jetzt sei deutlich zu erkennen, dass ein solcher Ausgleich in Kürze nicht mehr zu schaffen ist, 2023 sei nach konstanten Nullrunden eine Anpassung erforderlich. Klare Worte, für die der Ausschussvorsitzende Hans-Werner Neumann (SPD) dankte: „Jeder von uns weiß jetzt, was er den Bürgern sagen muss.“

Abfall wird teurer: Erlöse gehören der Vergangenheit an

Wie teuer es wird, das lässt sich noch nicht eindeutig sagen. Vieles ist noch in Bewegung. Es gab Zeiten, da stand das in den Container gesammelte Altpapier sehr hoch im Kurs, der Preis für eine Tonne lag bei über 100 Euro. Solche Rekorde mit satten Erlösen – die zur Entlastung bei den Gebühren führten – gehören aber der Vergangenheit an. „Der Markt schwankt“, erklärt Michael Triphaus (ESG).

Die Entsorgungswirtschaft übernimmt im Auftrag des Kreises Soest die Aufgabe, die Abfälle zu beseitigen und zu verwerten. Für das Sammeln und Transportieren sind die Städte und Gemeinden zuständig. Nikolaus Windsheimer richtete in der Sitzung den Blick nach vorn und nannte Gründe für den jetzt schon absehbaren Anstieg. So müssten höheren Kosten für eine hochwertige Behandlung einkalkuliert werden, ebenso Investitionen und Abschreibungen und in diesem Zusammenhang die aktuelle TA Luft als zentrales Regelwerk zur Verringerung von Emissionen und Immissionen von Schadstoffen.

Müllgebühren: CO2-Bepreisung möglicher Kostenfaktor

Dazu komme eine mögliche CO2-Bepreisung – Teil des „Klimaschutzprogramms 2030“ der Bundesregierung – bei der Müllverbrennung zwischen 20 und 40 Euro pro Tonne. TA Luft steht für Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft – das mag sich für den Laien sehr kompliziert anhören, das moderne Kompostwerk in Anröchte mit seinen Umweltstandards steht aber als praktisches Beispiel für die Umsetzung als Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

Die ESG investierte 20 Millionen Euro, voriges Jahr im Januar ging die zukunftsweisende Anlage in Betrieb: Aus Bioabfall aus der Region wird Energie gewonnen und wertvoller Bördekompost produziert.

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