Er war abgelenkt..

Nach Horror-Unfall auf der A44: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Verursacher

Unfall A44 Soest Anröchte Erwitte Geseke Rüthen
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Der Ford Fiesta wurde bei dem Unfall bis zur Unkenntlichkeit zerstört.

Nach einem tödlichen Unfall auf der A44 zwischen Erwitte/Anröchte und Geseke im März dieses Jahres ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen den Verursacher. 

Kreis Soest - Es waren schreckliche Bilder, die sich den Rettungskräften am Abend des 21. März dieses Jahres auf der A44 boten: Zwischen den Anschlussstellen Erwitte/Anröchte und Geseke war ein Audi mit hoher Geschwindigkeit in den deutlich langsam fahrenden Ford Fiesta einer 50-jährigen Frau gekracht.

Die Feuerwehr Anröchte befreite die Fahrerin mit einer Sofortrettung aus dem Wrack.

Der Audi bohrte sich förmlich in den Kleinwagen, dessen Heck bis zu den Vordersitzen gequetscht wurde. Als Rettungsdienst und Feuerwehr eintrafen, gab es nur eine Option: Die Frau wurde von der Feuerwehr Anröchte schnellstmöglich aus dem Blechknäuel befreit, Vitalfunktionen waren zu diesem Zeitpunkt nicht feststellbar, erklärte damals Einsatzleiter Rafael Schmidt.

Bereits nach knapp fünf Minuten lag sie im Rettungswagen, dort reanimierten die Rettungskräfte sie mit Erfolg. Doch am Ende waren ihre Verletzungen zu schwer, der Blutverlust zu immens. Im Krankenhaus verstarb die 50-Jährige noch am selben Abend.

Der Unfallverursacher blieb laut Polizeiangaben in seinem Audi unverletzt.

Der 41-jährige Verursacher des Unfalls blieb laut Angaben der Polizei unverletzt. 

Unfall auf der A44: Fahrer sagt aus, er sei durch Navi abgelenkt gewesen

"Bei seiner späteren Befragung gab der 41-Jährige an, er habe bei einer Geschwindigkeit von rund 160 km/h sein Navigationsgerät bedient und kurzfristig nicht auf die Fahrbahn geschaut", erklärte Polizeisprecher Oliver Peiler.

Durch das Navi abgelenkt fuhr der 41-Jährige auf den Ford der Frau aus Salzkotten nahezu ungebremst auf. Der Ford schleuderte gegen die Seitenschutzplanke, kippte zur Seite und wieder zurück und blieb schlussendlich auf dem Seitenstreifen liegen. 

Schwerer Unfall auf der A44: Verursacher von Navi abgelenkt - Frau erliegt Verletzungen

Rund ein halbes Jahr nach dem Unfall wird wegen fahrlässiger Tötung gegen den Audi-Fahrer ermittelt.

Tödlicher Unfall auf der A44: Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Anklage wurde noch nicht erhoben, erklärte der Arnsberger Oberstaatsanwalt Thomas Poggel. 

Derzeit werde noch auf das Gutachten eines Unfall-Sachverständigen gewartet. "Es müssen verschiedene Dinge ausgewertet werden", berichtete Poggel. Unter anderem wird es um die Fragen gehen, in welcher Art und Weise der 41-Jährige von seinem Navi abgelenkt war und wie schnell die beiden Fahrzeuge jeweils unterwegs waren.

Wann mit dem Gutachten zu rechnen sei, könne noch nicht gesagt werden, so Poggel.

Lesen Sie auch: Die Polizei im Kreis Soest will in dieser Woche im gesamtem Kreisgebiet vermehrt auf die während der Fahrt verbotene Nutzung von Smartphones achten und nicht nur Geldstrafen verhängen.

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