Waldbrand-Übung zwischen Hirschberg und Möhnesee

20.000 Quadratmeter Wald in Flammen: 650 Einsatzkräfte üben Ernstfall - so lief es

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Das Befahren der schmalen Waldwege mit den großen Einsatzfahrzeugen war eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte.

Waldbrand zwischen Warstein-Hirschberg und Möhnesee-Völlinghausen. Rund 650 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen im Einsatz. Bei der Großübung der Feuerwehren im Kreis Soest wurde ein Waldbrand von rund 20.000 Quadratmetern angenommen. So lief es.

Gegen 8 Uhr am Samstagmorgen wurden die ersten Feuerwehreinheiten aus dem Stadtgebiet Warstein, die Löschgruppen Hirschberg und Allagen und der Löschzug Warstein, unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Donat Ahle in den Übungseinsatz am Lattenberg geschickt. Im Bereich eines Windrades hatte sich ein Feuer entzündet und rasch ausgebreitet, so das fiktive Szenario. 

Zunächst mussten die Brandschützer mehrere Kilometer über schmale Wald- und Forstwege zum "Brandort" fahren. Um das Feuer einzudämmen wurde mit Hilfe von Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr Wasser in den Wald transportiert. Parallel dazu verlegten weitere Feuerwehrkräfte kilometerlange Schlauchleitungen in das Schadensgebiet. Schnell war klar, dass man Verstärkung bei der Brandbekämpfung benötigt.

Einweisung und Lagenbesprechung mit den Führungskräften vor Ort.

Weitere Feuerwehreinheiten aus dem gesamten Kreis Soest wurden in den Übungseinsatz gezogen. Die Feuerwehr Möhnesee versuchte dem Feuer von Völlinghausen aus Herr zu werden. Aufgrund der vielen Einsatzkräfte wurde der Einsatzstab des Kreises Soest angefordert. Der Stab übernahm unter der Führung von Kreisbrandmeister Thomas Wienecke die Einsatzleitung der Großübung. Im Verlauf des Vormittages wurden zahlreiche Löschzüge aus den einzelnen Feuerwehren im Kreis Soest zur Verstärkung in den Übungseinsatz geschickt.

Für die Einsatzkräfte war es eine enorme Anstrengung im unwegsamen Wald den Löschangriff durchzuführen.

Damit sich die Fahrzeuge auf den schmalen Waldwegen nicht entgegenkamen, wurde in den Einsatzabschnitten im Wald eine Einbahnstraßensystematik eingeführt. Hierbei wurde die Einsatzleitung durch die Forstbehörde unterstützt. "Mittels Softwarelösung der Forstbehörde können wir festlegen auf welchen Wegen wir mit unseren großen Einsatzfahrzeugen in den Wald fahren können oder nicht" berichtete Thomas Wienecke, Kreisbrandmeister des Kreises Soest.

Einheiten aus dem gesamten Kreis Soest sowie die 5. Feuerwehrbereitschaft der Bezirksregierung Arnsberg waren an der Waldbrandübung beteiligt.

Um das Feuer schnell in den Griff zu bekommen, alarmierte die Einsatzleitung auch die 5. Feuerwehrbereitschaft der Bezirksregierung Arnsberg zu der Brandschützer aus der Stadt Hamm, dem Kreis Unna sowie dem Kreis Soest gehören. Diese rund 180 Mann starke Einheit unter der Leitung der Berufsfeuerwehr Hamm brachte auch ein Hochleistungs-Wasserförderungssystem, welches speziell für solche Einsätze vorgehalten wird, mit in den Übungseinsatz. 

Der Kreis Unna brachte ein Hochleistungswasserfördersystem mit in den Übungseinsatz. Von der Möhne aus wurden so rund 10.000 Liter Wasser pro Minute zur Brandstelle gepumpt.

Mit diesen vom Kreis Unna beschafften Gerätschaften wurden rund 10.000 Liter Wasser pro Minute aus der Möhne in Völlinghausen bis zur Einsatzstelle gepumpt. Hierzu war es erforderlich, dass eine rund 4.500 Meter lange Schlauchleitung verlegt werden musste.

Der Einsatzstab des Kreises Soest übernahm die Leitung der Großübung von der Schützenhalle Hirschberg aus.

Um sich ein Bild vom Ausmaß des Feuers machen zu können, wurden mehrere Drohnen durch die Feuerwehr Werl eingesetzt. Mit Hilfe dieser Luftbildaufnahmen konnte sich der Einsatzstab des Kreises Soest, der sich in der Schützenhalle Hirschberg positioniert hatte, ein Bild von der Ausbreitung des Feuers machen und somit gezielt Löschmaßnahmen anordnen. 

Großeinsatz von vielen weiteren Helfern unterstützt

Ebenfalls mit im Einsatz waren Einheiten von DRK, Malteser Hilfsdienst, DLRG und THW. Sie kümmerten sich um die Verpflegung der Brandschützer und sicherten die medizinische Versorgung der zahlreichen Übungsteilnehmer. Auch verschiedene Gäste aus Reihen der Verwaltung, der Politik und dem Institut der Feuerwehr in Münster konnten die Geschehnisse direkt vor Ort beobachten und sich somit ein Bild über die Leistungsfähigkeiten der Feuerwehren machen.

Das Fazit

"Im Großen und Ganzen ist die Übung gut verlaufen, dennoch haben wir einige Schwachstellen aufdecken können. Diese gilt es jetzt zu besprechen und anzupassen. Allgemein kann man aber sagen, dass unsere Konzepte, die wir aufgestellt haben, gut greifen und die Feuerwehren im Kreis Soest für solche Einsätze gerüstet sind. Ein großes Dankeschön an alle an der Übung beteiligten Personen.", so das Fazit von Kreisbrandmeister Thomas Wienecke der die Übung gegen 16.30 Uhr beendete.

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