Widerstand in Höingen gegen Erschließung des neuen Baugebiets  

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Die Erschließung des neuen Baugebietes (der Plan im linken Teil) könnte über die Landstraße und einen Ausbau des grünen Weges (blaue Linie) erfolgen.

Bremen – Anwohner der Hülshoffstraße in Höingen haben sich gegen eine Erschließung des neuen Baugebietes „Höinger Heide IV“ über die Trasse direkt vor ihrer Haustür ausgesprochen.

Sie plädieren vielmehr dafür, die Baufahrzeuge über eine neu zu schaffende, direkte Zuwegung von der benachbarten Landstraße (L 732) aus in das zukünftige Wohngebiet zu führen. 

Zwar zeigte sich die Politik im Hauptausschuss am Dienstagabend bereit, den Anwohnern zu helfen. Unklar aber ist, wer die Kosten von rund 140.000 Euro für diese neu zu schaffende Trasse übernehmen soll. Eine Entscheidung soll in der Ratssitzung am 12. Dezember fallen.

Schriftlich, so Bürgermeister Hubert Wegener am Dienstagabend, hätten sich Anwohner der Hülshoffstraße an die Verwaltung gewandt, um ihre Ablehnung gegenüber den bestehenden Plänen kundzutun.

Ihre Begründung: Die Hülshoffstraße werde als Spielstraße von den Kindern genutzt, was bei einer Erschließung des Baugebietes „Höinger Heide IV“ über diese Trasse dann nicht mehr möglich sei. Durch die Baufahrzeuge werde zudem eine „Beeinträchtigung der vorhandenen Grundstücke und deren Einfriedungen befürchtet.“ Desweiteren sieht man eine Verschärfung der „Unfallgefahr im unteren Kreuzungsbereich“. 

Ihr Vorschlag zur Lösung des Problems: Die Erschließung des Baugebietes sollte über eine direkte Zuwegung von der L 732 erfolgen. Um dies zu ermöglichen, müsste allerdings der vorhandene grüne Weg als befestigter Weg hergestellt werden. 

Straßen NRW habe dieser Idee einer provisorischen Zuwegung ins neue Baugebiet bis zur Herstellung des Endausbaus zugestimmt, so Bürgermeister Hubert Wegener. Diese Zuwegung würde mittels einer Einbahnstraßen-Regelung die Nutzung der Hülshoffstraße halbieren. Als Einfahrt zum Baugebiet würde dann ein bituminös befestigter Wirtschaftsweg dienen, der nach dem Endausbau in Teilen wieder zurückzubauen sei.

In einer ersten Kostenschätzung geht man von Ausgaben in Höhe 138.592,16 Euro für ein solches Vorhaben aus. Da im Haushalt dieses Geld nicht zur Verfügung steht, wäre aus Sicht der Verwaltung eine Umlegung dieser Kosten auf die Erwerber der Grundstücke in der „Höinger Heide IV“ denkbar. Das würde eine Erhöhung der Erschließungskosten pro Quadratmeter von derzeit gut 65 Euro um dann weitere 5,92 Euro auslösen. 

Alternativ, so die Verwaltung, könnte man darüber nachdenken, einen Teil der Kosten von rund 140.000 Euro durch die Gemeinde zu übernehmen. Das würde die Häuslebauer zumindest ein wenig entlasten. Zumal auf sie noch die Übernahme der Kosten für die archäologischen Grabungen zukommen, die mit rund 35.000 Euro zu Buche schlagen.

Zwar zeigte sich die Politik bereit, den Anwohnern in der Hülshoffstraße durch den Bau der neuen provisorischen Erschließungsstraße zu helfen und auch einen Teil der Ausgaben dafür zu übernehmen. Wie hoch dieser Anteil aber sein könne, müsse man noch überlegen.

Denn eines gaben einige Politiker auch zu bedenken: Mit einer möglichen Kosten-Übernahme, um die Bauherren zu entlasten, dürfe man keine Präzedensfälle schaffen. CDU-Ratsfrau Luzia Fleißig regte an darüber nachzudenken, auch die Anwohner der Hülshoffstraße um einen finanziellen Beitrag an den Mehrausgaben zu bitten, da sie von der neuen Erschließungsstraße profitierten.

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