Airbrush-Kunst

Ralf Klaus lackiert Harley: Plötzlich steht er auf dem Siegertreppchen

Von Ralf Klaus lackiertes Motorrad
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Diese von Ralf Klaus gestaltete Harley wurde auf Mallorca prämiert.

Um für seine künstlerische Arbeit ausgezeichnet zu werden, muss man in der Regel vor allem eines tun: Die dazu in Frage kommenden Kunstwerke einreichen. Ralf Klaus dagegen kam ganz unverhofft zu besonderen Ehren.

Niederense – Der Niederenser Airbrush-Künstler war eigentlich einem Kundenauftrag nachgekommen: eine Harley Davidson farbenfroh zu verzieren. Damit brauste der Besitzer zu den „Harley Days“ auf Mallorca – und wurde prompt angesprochen, er solle seine Maschine doch zum Wettbewerb stellen. Dort gewann das Motorrad prompt den dritten Platz in der Kategorie „Custombike-Lackierung“.

Ralf Klaus: „Die erst- und zweitplatzierten Räder gehen jedoch nie auf die Straße, das waren reine Showbikes, die sind nur dazu da, auf Messen ausgestellt zu werden und Pokale abzuräumen.“

Ein kleines Trostpflaster in schwierigen Zeiten. Auch wenn Ralf Klaus seine Kunstfertigkeit nicht nur gelernt, sondern sogar studiert hat am „Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie“ in Bochum-Wattenscheid, elf Semester inklusive Diplom und Meisterklasse – aber von seiner Kunst leben, kann Klaus nicht, weshalb er nach wie vor als Lagerarbeiter den Löwenanteil seiner Brötchen verdient. Sein Arbeitgeber musste in diesem Jahr aufgrund von Corona Kurzarbeit anmelden, und auch in dem kleinen Atelier gingen die Besucherzahlen zurück. Das richteten Ralf Klaus und seine Frau Sonja, die sich für ihn um die Buchführung kümmert, direkt in Niederense ein. Und das Häuschen, in dem das Paar gleichzeitig lebt, will ja auch abbezahlt werden.

Immerhin kommen häufiger Anfragen von Motorradfahrern, die sich von seiner Arbeit erhoffen, dass ihre Karossen sich farblich von denen der anderen abheben. Modellbauer lassen sich von ihm ihre Miniatur-Eisenbahnen verzieren, der Kundenstamm reicht bis Japan. Porträts laufen normalerweise auch recht gut – sofern nicht auch die Kundschaft unter den finanziellen Folgen der Pandemie zu leiden hat. Und Sonja Klaus Vorliebe für den Emailleschmuck eines österreichischen Herstellers verschaffte ihnen eine Ausstellung in deren Räumen in Insbruck. In Zukunft will Ralf Klaus unter den entsprechenden Hygienebestimmungen auch wieder Kurse geben.

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