Verwaltung sucht Ausgleich nach Aus für Bücherbus 

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In der öffentlichen katholischen Bücherei in Niederense kann man sich mit Lesestoff eindecken.

Bremen - Nach dem Aus für den Bücherbus des Kreises Soest versucht die Verwaltung einen Ausgleich zu schaffen. Man prüfe derzeit, wie man auf die neue Situation reagieren könne, so Bürgermeister Hubert Wegener auf Anzeiger-Nachfrage. Denn für ihn steht fest: „Lesen ist sehr wichtig.“

Wobei er auch darauf verwies, dass mit der Öffentlichen katholischen Bücherei im Haus Porta Coeli in Niederense und dem kostenlos nutzbaren Bücherschrank im Rathaus-Foyer durchaus schon Möglichkeiten beständen, sich mit Lektüre zu versorgen. Dennoch wolle man überlegen, wie man zusätzlich auf das Aus des Bücherbusses reagieren kann, der bekanntlich auch in Ense seine Runden gedreht hat.

Allerdings mit unterschiedlicher Resonanz bzw. Akzeptanz. Das zumindest geht aus den jüngsten Zahlen hervor, die Bürgermeister Hubert Wegener auf Anzeiger-Nachfrage gestern ebenfalls mitteilen konnte. So lag die Zahl der Bücherbus-Nutzer in 2016 in Ense bei insgesamt 178 Personen. Mit Blick auf den gesamten Kreis Soest ein Mittelwert, registrierte man in Wickede 38, in Lippetal 45, dagegen in Erwitte 426 und in Welver 393 Nutzer. Die Zahl der Ausleihen wurde in Ense mit 5 450 beziffert.

Dabei lassen sich auch deutliche Unterschiede in Ense erkennen. Die höchste Nutzerzahl lag in Bremen mit 66, gefolgt von Waltringen mit 26. In Höingen dagegen registrierte man nur sechs Nutzer.

Widersprochen hat Bürgermeister Hubert Wegener gestern einer von der Kreis-SPD-Fraktion verbreiteten Nachricht, wonach sich erst kürzlich alle 14 Bürgermeister des Kreises gegen eine Neubeschaffung des Bücherbusses ausgesprochen hätten. Richtig sei vielmehr, dass er sich weder für noch gegen eine solche Anschaffung gestellt habe. „Ich habe mich aus der Situation herausgehalten“, so der Verwaltungschef.

Der Kreistag hatte bekanntlich im Dezember mit den Stimmen von CDU, SPD, BG und FDP die Einstellung des Bücherbusses im Kreis Soest beschlossen. Laut Kreis-SPD-Fraktion verfüge der Bücherbus nach Angaben der Kreisverwaltung über eine Kartei von etwa 3 000 LeserInnen, wobei nicht erkennbar sei, wie viele davon sich passiv verhielten. Insgesamt spreche man von einem Prozent der Kreisbevölkerung. Die Unterhaltungskosten für den Bus betrügen etwa 300 000 Euro pro Jahr, vor allem Personalkosten. Unterstellt, so die SPD, alle Mitglieder der Benutzerkartei liehen sich im Durchschnitt pro Jahr zehn Bücher aus, subventioniere man die Ausleihe jeden Buches mit ca. 10 Euro, „einem Mehrfachen des ökokomischen Wertes des in der Regel bereits mehrfach ausgeliehenen Buches“, heißt es. 

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