"Heimat und Fremde"

Verständnis für Flüchtlingskinder: Schüler lernen Europa-Gefühl

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Antje Heydecke und Christoph Heickmann mit Schülern des Projekts.

Ense-Höingen – Die Europagrundschule in Höingen ist jetzt in den Sommerferien. Zahlreiche Projekte standen in diesem Schuljahr wieder auf dem Programm. Bis zu der Corona-Zwangspause haben Rektorin Antje Heydecke und ihr Kollegium den Kindern Europa näher gebracht.

Die Projektwoche „Zuhause kann überall sein – Willkommen in der Gemeinschaftsgrundschule Ense“ wurde von Lehramtsanwärter Christoph Heickmann unterstützt. Die Schüler beschäftigten sich mit dem Thema, was Fremde und Heimat ist. Ihnen wurde die Frage gestellt: „Wie ist es, wenn man sich fremd fühlt?“ 

Zur Einstimmung auf das Thema wurde das Buch „Zuhause kann überall sein“ besprochen. Diese Lektüre ist mit der aktuellen Flüchtlingssituation verglichen worden. „Stellt Euch vor, ihr kommt in ein fremdes Land. Die Sprache, Umgebung und Kultur alles ist anders“, erklärt Antje Heydecke. 

Es wurde angenommen, dass ein Mädchen sich in der neuen Gegend zuerst unwohl fühlt. „Das Mädchen kann sich in der neuen Umgebung nur wohlfühlen, wenn es Freunde und Wärme findet“, berichtet Christoph Heickmann. Die Kinder hatte eine Idee: „Durch das Spielen lernen die Kinder gemeinsam die unsere Sprache.“ 

Die Schüler sollten in Gruppen erarbeiten, wie es gelingen kann, dass Kinder aus anderen Ländern Freunde bekommen, die Sprache und die Umgebung kennenlernen. Die Kinder überlegten, was sie selber machen würden, wenn ein Kind zu ihnen kommt, das total fremd ist.

Situation der Neuankömmlinge

Die Höinger Schüler sollten sich in die Situation der Neuankömmlinge reindenken und Vorschläge sammeln. Untereinander wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, um einen Leitfaden zur Orientierung der Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde zu erleichtern. Diese beschäftigten sich mit den Themen Spielplätze, Geschäfte, Wörterbuch, Schule und Vereine. Bei vielen kam der Gedanke auf, dass Vereine dazu einen guten Beitrag leisten können. 

Die Projektteilnehmer haben in den Gruppen einen Orientierungsplan erstellt. Michelle fand, dass zu viel für Jungs ausgesucht wurde und die Mädchen zu kurz kamen. Lars meinte, dass es wichtig ist, dass die Ladenöffnungszeiten genannt worden sollten. „Die Kinder waren sehr motiviert und haben sich gegenseitig unterstützt“, freute sich Antje Heydecke. „Wir sind total stolz auf die Kinder, was sie für Themen erarbeitet haben“, erzählt Christoph Heickmann. 

Die Schulleiterin erklärt, dass die Kinder durch die Schulform verinnerlicht haben, dass man zusammenhalten muss und dass sich alle gegenseitig unterstützen müssen. Regelmäßig finden an der Gemeinschaftsschule Europafeiern statt. Alle Jahrgänge der Schule behandeln das Thema Europa. Nach vier Jahren können alle Schüler das Europadiplom von der Schule bekommen.

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