Fachfirma am Sportplatz erfolglos

Vergebliche Suche nach Grundwasser in Oberense: Brunnenbohrung bleibt unbelohnt

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Der Oberenser Rasenplatz muss weiter aus dem Hahn bewässert werden.

Oberense – Die Idee war so gut, dass sie vom Landwirtschaftsministerium NRW mit 14 200 Euro gefördert worden ist. Ressourcen schonen und Folgekosten vermeiden – das hatte sich die Sportgemeinschaft Oberense bei der Bohrung eines Grundwasserbrunnens auf dem Sportgelände auf die Fahnen geschrieben.

Nach der Bohrung steht fest: Es wurde zwar Wasser gefunden, aber zu wenig, um die Bewässerung des Platzes zu gewährleisten

„Vier verschiedene Firmen waren vor Ort und haben gesagt, dass Wasser vorhanden ist“, erklärt der 1. Vorsitzende des Vereins, Jörg Ferige, auf Anzeiger-Nachfrage. „Es ist schade, dass wir nicht den gewünschten Erfolg gehabt haben.“ 

Auf einem vierstelligen Betrag bleibe der Verein sitzen. Das ist der Eigenanteil, der auch bei einer erfolgreichen Bohrung hätte bezahlt werden müssen. „Wir haben unsere Rechnungen beglichen“, sagt Ferige. Noch sei aber unklar, ob das Fördergeld aus dem Ministerium jetzt überhaupt noch ausgezahlt wird. Fest steht schon jetzt, die Kosten für die SGO steigen nicht weiter an. Stattdessen müsse der beauftragte Bohr- und Brunnenbauer die Mehrkosten tragen. 

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75 Meter tief bei einem Bohrloch-Durchmesser von 22 Zentimetern sollte das Loch auf dem Sportgelände des Vereins werden. Die ersten Bohrungen fanden bereits im Juni statt, schon damals wurde der Verdacht geäußert, dass das Wasser für die Bewässerung des Rasens nicht ausreichend sei. Eine weitere Bohrung einige Wochen später bestätigte den Verdacht endgültig. 

Vergebliches Engagement

Mehr als das ausgegebene Geld ärgert Jörg Ferige, dass die ehrenamtliche Arbeit von zwei Vereinsmitgliedern unbelohnt bleibt. „Das Thema füllt bei uns einen ganzen Aktenorder“, sagt Jörg Ferige – beispielsweise seien für jedes benötigte Gewerk drei Angebote eingeholt worden. „Das alleine waren zehn Ortstermine“, so Ferige weiter: „Unsere Vereinsmitglieder haben sich sehr engagiert.“ 

Die Bewässerung des Sportplatzes müsse jetzt wie in den vergangenen fünf Jahren weiter aus dem Wasserhahn erfolgen. „Im Jahr benötigen wir rund 2000 Kubikmeter Wasser“, erklärt Jörg Ferige, pro Bewässerungsvorgang seien das Rund 30 000 Liter. Trinkwasser, das man bei der SG Oberense gerne eingespart hätte – auch aus finanziellen Gründen. 

Angst vor Verbot vom Kreis Soest

Ferige hat Angst, dass der Kreis Soest in den nächsten heißen Sommern die Bewässerung aus dem Hahn untersagt. „Das ist in anderen Kreisen schon passiert“, so der Vorsitzende. Dann stünde man wahrscheinlich auf einem Sandplatz, befürchtet er als Folge der dann verbrannten Grasnarbe. Eine Alternative zum Grundwasserbrunnen gibt es aufgrund der benötigten Menge an Wasser wohl nicht. „Bauen wir eine Zisterne, müsste die wahrscheinlich so groß wie der Güllebehälter eines Landwirts sein“, sagt Ferige.

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