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Kampf dem Vandalismus

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Von: Klaus Bunte

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Scheiben wurden zerbrochen und ein Türgriff mutwillig entfernt.
Scheiben wurden zerbrochen und ein Türgriff mutwillig entfernt. © Privat

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Und jene Aufnahmen, die der Ausschussvorlage beigefügt sind, sprechen Bände. Sie fangen zwar harmlos an, mit einer einzelnen zerbrochenen Bierflasche auf dem Niederenser Schulhof. Es folgen einige Flaschen und Dosen, zum Teil ebenfalls zerbrochen, auf der Außenbestuhlung. Dann jedoch steigern sich die Probleme, es geht von der Vermüllung zur Zerstörung: ein mutwillig abgebrochener Türgriff, eine zerstörte Fensterscheibe, Graffiti und noch einmal jede Menge Müll und Scherben, deren Entsorgung dem Hausmeister der Bernhardusschule wohl kaum Freude bereit haben dürften.

Bremen - Szenen des Vandalismus und sinnloser Zerstörung: Da es sich um keine Einzelfälle handelt, möchte die Gemeinde nun einen Sicherheitsdienst damit beauftragen, unregelmäßig und zu vorgerückter Stunde nach dem Rechten zu sehen. Bis es so weit ist, kann es jedoch noch ein wenig dauern: Der Vorschlag muss in der kommenden Woche erst im Schulausschuss diskutiert werden, bevor die Verwaltung im Falle eines positiven Votums Angebote von Sicherheitsdiensten einholen kann. Über die Beauftragung entscheidet der Ausschuss in der nächsten Sitzung.

Aus eigenen Reihen seien solche Kontrollen nicht zu leisten, meint Dennis Schröder, Erster Beigeordneter: „Das würde unsere Kapazitäten massiv überschreiten. Gerade jetzt in Corona-Zeiten sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bereits völlig ausgelastet.“

Einziger Wermutstropfen: Das Problem ist nicht allein in Ense zu beobachten. Wer einfach mal beim Internetsuchdienst seiner Wahl die Begriffe Vandalismus und Schulhof eingibt, findet Presseberichte in rauer Zahl aus dem gesamten Bundesgebiet. Klar, nachts und in den Ferien ist dort nichts los, abends und an den Wochenenden auch höchstens in den Turnhallen, die Randalierer können nahezu unbeobachtet zuschlagen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete für das vergangene Jahr für ganz Nordrhein-Westfalen 899 Fälle von Sachbeschädigungen an Schulen, 2019 waren es sogar 1412 (die Zahl der dort begangenen Körperverletzungsdelikte ist sogar dreimal so hoch). Diese Tendenz macht auch vor Ense nicht Halt. Seit mehreren Jahren muss die Gemeinde mit ansehen, dass es an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Frequenz zu Sachbeschädigungen an öffentlichen Plätzen und Gebäuden kommt: „Auffällig ist dabei, dass in den vergangenen Jahren vermehrt Schulhöfe Ziel von Vandalismus waren“, heißt es in der Vorlage.

Bereits 2017 wurde daher eine Videoanlage an der Conrad-von-Ense-Schule installiert und zeitweise ein Sicherheitsdienst für nächtliche Kontrollen eingesetzt. In der Sitzung des Schulausschusses vom 15. Juni berichtete die Schulleitung der Grundschule Höingen über Vandalismus. Durch Polizeikontrollen und insbesondere durch direkte Ansprachen im Rahmen von Streetwork und aufsuchender Jugendarbeit habe die Situation dort beruhigt werden können.

Dafür hat die Problematik sich nun wohl eher nach Niederense verlagert. Vermehrt kommt es nun dort zu Schäden an der Turnhalle und am Schulhof. Die Einrichtung berichtet regelmäßig von Scherben auf dem Schulhof und an den Spielgeräten beziehungsweise im Fallschutz der Spielgeräte. Der Sozialarbeiter der Gemeinde Ense sei im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit an den Schulen präsent, insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende. Zusätzlich kontrolliere die Polizei. Doch das allein reiche noch nicht aus.

„Durch die Beauftragung eines Sicherheitsdienstes für Kontrollen, insbesondere am späten Abend und in der Nacht, könnte die Arbeit der Jugendarbeit und der Polizei sinnvoll ergänzt werden“, heißt es abschließend in der Beschlussvorlage.

Info

Der Ausschuss tagt am 25. November um 18 Uhr im Rathaus.

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