1. Soester Anzeiger
  2. Lokales
  3. Ense

Therapie im Tango-Takt: Tanzen für mehr Beweglichkeit

Erstellt:

Von: Tobias Hinne-Schneider

Kommentare

Tango
Die vielen Bodenberührungen beim Tango eignen sich hervorragend für die Bewegungstherapie. © Markus Scholz/dpa

Bei der Parkinson-Krankheit werden Bewegungen stockend und unsicher. Studien zeigen, therapeutisches Tanzen kann helfen, die Bewegungsprobleme etwas zu lindern. Gemeinsam mit dem Niederenser Manfred Himmel plant die an Parkinson erkrankte Dr. Maren Neumann-Aukthun eine Bewegungstherapie-Gruppe nach Tango-Rhythmen.

Bremen - Allerdings sollen nicht ausschließlich Parkinson-Erkrankte teilnehmen, auch Personen mit sonstigen körperlichen Einschränkungen können mitmachen, erklärt Manfred Himmel.

Bewegungstherapie im Tango-Takt: Spaß steht im Vordergrund

Der 73-Jährige wird die Gruppe anleiten. Himmel hat sich in den vergangenen Monaten vom Deutschen Olympischen Sportbund zum Übungsleiter fortbilden lassen. Das Tanzen ist für Manfred Himmel eine Leidenschaft. „Seit 45 Jahren tanze ich mit meiner Frau“, sagt Himmel, mittlerweile in einem Tanzclub in Arnsberg.

Doch um schwierige Drehungen und Figuren gehe es in der Bewegungstherapie gar nicht. „Wir machen einfache Schritte“, sagt Himmel, „wichtig ist, dass es Spaß macht.“

Die Gruppe trifft sich künftig in den Räumlichkeiten des Provita Wohn- und Pflegezentrums am Sörries Kamp in Bremen. Dort wird ein Raum kostenfrei zur Verfügung gestellt.

„Tanzen ist eine anerkannte Methode um die Bewegung zu verbessern“, sagt Maren Neumann-Aukthun, selbst eine gute Standardtänzerin. Sie lobt das Engagement von Manfred Himmel, die Gruppe auf die Beine zu stellen. Die Idee hatte die Bremerin bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, anschließend war lange Zeit an ein Gruppen-Angebot nicht zu denken. Jetzt wird die Planung weiter vorangetrieben.

Das Deutsche Rote Kreuz ist Träger der Bewegungstherapie. Einmal wöchentlich soll sich 60 Minuten lang miteinander bewegt werden – ein passender Wochentag sowie eine Uhrzeit sollen noch gefunden werden.

Bewegungstherapie im Tango-Takt: Maren Neumann-Aukthun ist „Alltagsheldin“

„Die Übungen werden so ausgelegt, dass alle mitmachen können“, sagt Manfred Himmel. Dabei sei es auch völlig egal, ob die Teilnehmer lange auf ihren Beinen stehen können, denn auch sitzend kann mitgemacht werden. „Wir fangen langsam an und steigern uns dann“, sagt er.

Mit Maren Neumann-Aukthun hat Himmel dabei eine nicht minder engagierte Frau an seiner Seite. Die Tierärztin, die erst im vergangenen Jahr ihre Praxis in Bremen an eine Nachfolgerin weitergegeben hatte, wurde zuletzt von der Hilde-Ulrichs-Stiftung als „Alltagsheldin“ für den August ausgezeichnet. Die Stiftung, mit Sitz im hessischen Florstadt, setzt sich rund um die Parkinson-Krankheit ein. Neumann-Aukthun engagiert sich beispielsweise als EU-Botschafterin bei dem Verein Parkinson´s Art für die internationale Vernetzung von Künstlern mit Parkinson. Die Bremerin bringt Künstler zusammen, teilt ihre eigenen Ideen und treibt gemeinsame Projekte voran, heißt es in der Laudatio der Hilde-Ulrichs-Stiftung zur Preisverleihung.

Kontakt
Interessierte können sich telefonisch an Dr. Maren Neumann-Aukthun wenden (0171/3765003).

Parkinson

Die Parkinson-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie tritt vor allem im höheren Lebensalter auf und schränkt die Bewegungsfähigkeit ein. Genaue Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die Erkrankung lässt sich zwar nicht heilen, es gibt aber wirksame Therapien, die die Beschwerden lindern können. In erster Linie werden sie mit Medikamenten behandelt. Normalerweise schreitet Parkinson nur langsam voran. Nach der Diagnose führen viele Menschen noch lange ein weitgehend selbstständiges Leben. Quelle: gesundheitsinformation.de

Auch interessant

Kommentare