Staatsschutz ermittelt

Schüsse auf Flüchtlingsunterkunft in Bremen abgegeben

Auf das Flüchtlingsheim An der Windmühle in Bremen wurden mehrere Schüsse abgegeben. - Fotos: Stute

Update 16.18 Uhr: Bremen - Auf das Übergangsheim für Flüchtlinge in Bremen "An der Windmühle" sind mehrere Schüsse abgegeben worden. Das teilte am Mittwoch die Gemeinde Ense mit. Die Polizei bestätigte den Angriff, der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Bewohner wurden nicht verletzt.

Wie die Gemeinde mitteilte, seien die Schussspuren bereits am Dienstagvormittag vom Hausmeister entdeckt worden. Ein Projektil habe in einem Fensterrahmen eines Gemeinschaftsraums im Dachgeschoss gesteckt, mehrere andere seien in der Hauswand gefunden worden. Wann auf das Gebäude geschossen wurde, sei nicht bekannt. 

Die Schüsse selbst seien nicht gemeldet worden. Die 34 Asylbewerber, die in dem Gebäude untergebracht sind, hätten von dem Vorfall womöglich gar nichts mitbekommen. Eine besondere Betreuung der Flüchtlinge durch Sozialarbeiter sei deshalb nicht notwendig gewesen, hieß es von Seiten der Gemeinde. Alois Langesberg, Fachbereichsleiter der Gemeinde, verurteilt die Attacke scharf. „Wir können das nicht hinnehmen.“ Deshalb habe man sofort Polizei und Staatsschutz eingeschaltet. „Wir wissen nicht, ob es ein gezielter Angriff gegen Personen war“, so Langesberg. Man sehe aber zurzeit keine Veranlassung, die Bewohner woanders unterzubringen. 

Der Staatsschutz in Dortmund bestätigte den Vorfall auf Anfrage. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Polizeisprecherin Dana Seketa. Ob die Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat, sei zum jetzigen Zeitpunkt weder klar, noch auszuschließen. Auf einen Zeugenaufruf habe die Polizei bewusst verzichtet, weil der Tatzeitraum nicht genau einzugrenzen sei: Die Schüsse könnten auch schon Anfang Dezember gefallen sein, so Seketa. Zur Art der verwendeten Schusswaffe und zur Zahl der abgegebenen Schüsse könne die Polizei noch keine Angaben machen. Das Übergangsheim „An der Windmühle“ ist von der Gemeinde Ense im vergangenen Jahr neu gebaut und erst im November bezogen worden. 

Die Schüsse sind nicht der erste Vorfall: Während der Bauphase, im August vergangenen Jahres, war die Unterkunft mit einem großen Hakenkreuz beschmiert worden. Das Verfahren wurde im September eingestellt, ohne dass ein Täter ermittelt werden konnte.

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