Protest gegen Funkmasten in Ense-Lüttringen nimmt Fahrt auf 

+
Zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung hat sich die Deutsche Funkturm GmbH für den Standort am Höinger Weg entschieden. Für anderen Flächen sei kein Mietangebot zustande gekommen erläutert man.

Lüttringen – Der Protest gegen den geplanten Bau eines 36,60 Meter hohen Funkmastens im Außenbereich von Lüttringen wird immer konkreter. So soll das von Marita Kühle, Werner Ahlers und Alfred Bieker in der Vorwoche im Anzeiger angekündigte Bürgergespräch am Donnerstag, 23. Januar, um 19 Uhr im Siedlerheim in Lüttringen stattfinden. 

Das hat Alfred Bieker am Dienstag im Gespräch mit dem Anzeiger erklärt. Eingeladen dazu sind neben allen Interessierten auch die Verwaltung, die Politik sowie der Eigentümer jenes Grundstücks, auf dem der Mast entstehen soll.

Mittlerweile hat sich das Trio aus Lüttringen auch mit dem Kreis Soest als Baugenehmigungsbehörde in Verbindung gesetzt. Dort habe man erfahren, dass der Antrag auf Errichtung des Mastens inklusive des am 14. November einstimmig erteilten Einvernehmens durch die Gemeinde am 22. November im Kreishaus eingegangen sei. Ein Weg, der den zuständigen Sachbearbeiter nach Aussage von Alfred Bieker „irritiert“ habe. Üblich sei vielmehr, so Alfred Bieker, dass der Antrag auf Errichtung eines solchen Bauwerks zunächst beim Kreis auflaufe und von dort dann die Gemeinde einbezogen werde.

Nicht minder „irritiert“ sei man in Lüttringen nach dem Aktenstudium, dass der Beschlussvorschlag für die Erteilung des Einvernehmens im Planungs- und Umweltausschuss am 14. November schon am 7. November fertiggestellt worden sei. Bis zur politischen Sitzung hätte nach Einschätzung von Alfred Bieker also noch reichlich Zeit bestanden, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass im Planungsausschuss das Thema behandelt werde. Man frage sich schon, warum eine solche „Eile“ an den Tag gelegt worden sei, so Alfred Bieker.

Bestätigt fühlen sich Marita Kühle, Werner Ahlers und Alfred Bieker nach mittlerweile mit Fachleuten geführten Gesprächen, wonach der Bau eines Funkmastens sich wertmindernd auf die bestehenden Immobilien auswirke.

Zu guter Letzt teilte Alfred Bieker nach einem Blick in die Akten mit, dass der Antragsteller geprüft habe, ob sich in der Nähe des geplanten Funkmastens ein Kindergarten befinde.

Die Deutsche Funkturm GmbH wiederum geht fest davon aus, den Funkmasten am Höinger Weg „wie geplant zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung errichten können.“ Das hat Benedikt Albers von der DFMG auf Anzeiger-Nachfrage erklärt.

Dabei weiß man in dem Unternehmen um den zwischenzeitlich öffentlich gewordenen Widerstand gegen das Vorhaben. Allerdings, so erklären Verwaltung und Politik übereinstimmend seither, hätte man den Antrag gar nicht ablehnen können, da es sich um ein privilegiertes Vorhaben handle. Insofern gesetzliche Bestimmungen eingehalten würden, die wiederum der Kreis im Rahmen der Erteilung einer Baugenehmigung zu prüfen habe, stände dem Wunsch des Betreibers nichts entgegen.

Im Auftrag der Telekom plant die Deutsche Funkturm GmbH den Mobilfunkstandort, „um die Versorgung im Ort zu verbessern“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens. Über das Vorhaben habe man die Kommune informiert „und mehrere mögliche Standorte identifiziert.“ Wobei „für zwei geeignete Standorte innerhalb des Ortskerns (...) kein Mietvertrag angeboten“ worden sei, „so dass wir einen Bauantrag für den geplanten Standort am Höinger Weg eingereicht haben“, schreibt Benedikt Albers.

Ein Mobilfunkstandort müsse funktechnisch geeignet sein, „das heißt, er muss so gelegen sein, dass von ihm aus das Versorgungsziel erreicht werden kann“, erläutert er. Zusätzlich müsse der Standort genehmigungsfähig sein, „und wir müssen die Möglichkeit einer Anmietung bekommen.“

Der geplante Standort am Höinger Weg im Außenbereich von Lüttringen „erfüllt alle Kriterien. Wir befinden uns aktuell im Baugenehmigungsverfahren und gehen davon aus, dass wir den Standort wie geplant zur Verbesserung der Mobilfunkversorgung errichten können“, gibt man sich bei der DFMG Deutsche Funkturm GmbH zuversichtlich. Auch nach Erteilung der Standortbescheinigung kontrolliert die Bundesnetzagentur die Einhaltung der Vorschriften und Grenzwerte während des Betriebs.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare