Regen statt Sonne

PCR-Test sorgt für Ärger: Urlaub endet am Flughafen - weil Kleinigkeit fehlte

Regen in Deutschland statt Sonne in Griechenland: Für vier Personen endete der Urlaub am Flughafen Düsseldorf. Auf ihren teuren PCR-Tests fehlte etwas.

Lüttringen/Düsseldorf - Regen in Deutschland statt Sonne in Griechenland: Am Samstag (22. Mai) wollten Gerhild Seidel und Ursula Haake aus Ense-Lüttringen gemeinsam mit Ingrid und Helmut Franke aus Sundern in den Urlaub fliegen. Der endete aber bereits auf dem Flughafen in Düsseldorf. Auf den in Wickede-Wimbern für 300 Euro gemachten PCR-Tests fehlte unter anderem die Personalausweisnummer. (News zum Coronavirus im Kreis Soest)

LandGriechenland
HauptstadtAthen
Bevölkerungca. 10,7 Millionen

„Wir haben im Vorfeld lange überlegt, ob wir überhaupt fliegen sollen“, sagt Gerhild Seidel mit Blick auf die Corona-Lage in Deutschland. Schließlich habe sich die Gruppe aber doch dazu entschieden, der Situation vor Ort zu entfliehen und einige unbeschwerte Tage auf einer kleinen Insel zu verbringen.

Am Samstag (22. Mai) ist das Quartett am frühen Morgen aufgebrochen zum Flughafen nach Düsseldorf. Von dort sollte es mit dem Flieger in die griechische Hafenstadt Preveza gehen und weiter mit der Fähre nach Meganisi, einer Insel mit rund 1000 Einwohnern und drei kleinen Dörfern im Ionischen Meer.

PCR-Test sorgt für Unmut: Urlaub endet bereits am Flughafen

Doch am Schalter der Fluggesellschaft Condor folgte der Schock. Die vier PCR-Tests der Gruppe wurden nicht anerkannt. „Die Dame am Schalter hat noch alles versucht“, sagt Helmut Franke – ohne Erfolg. Zum einen fehlte auf den Tests die für eine Reise nach Griechenland benötigte Personalausweisnummer, zum anderen war der Zeitpunkt der Probenentnahme jeweils mit 0 Uhr – sprich Mitternacht – angegeben. Das sei am Schalter moniert worden, erklärt die Gruppe. „Wir bleiben jetzt auf den Kosten sitzen.“ Das sind rund 1.300 Euro für die Flüge und 300 Euro für die PCR-Tests.

Das Geld will die Gruppe jetzt von der „MAPP Prävention“ zurückhaben. Das Unternehmen bietet seit Januar in den alten Räumlichkeiten des Heilkundezentrums „Trias Vita“ an der Ruhrtalklinik in Wickede-Wimbern im Kreis Soest Schnell- und PCR-Tests an. Dort hat sich die Gruppe gemeinsam testen lassen.

Die Sonne Griechenlands wollten (von links) Ursula Haake, Ingrid Franke, Gerhild Seidel und Helmut Franke in der vergangenen Woche genießen, stattdessen mussten sie im verregneten Lüttringen bleiben.

Dass es sich für die Gruppe um ein großes Ärgernis handelt, räumt Dominik Pieper aus dem Gründerteam von „MAPP Prävention“ unumwunden ein. Deswegen habe man auch die Erstattung der Testkosten angeboten, erklärt er. Das Angebot sei aber abgelehnt worden.

Urlauber aus dem Kreis Soest können nicht abheben: Gruppe schaltet Anwalt ein

Das Test-Zertifikat werde nach den Vorgaben des Gesundheitsministeriums ausgefüllt, so Dominik Pieper, die Nummer des Personalausweises gehöre aber nicht zum Standard. Schließlich habe man nicht gewusst, wofür die Gruppe den Test benötige. In anderen Fällen sei zuvor kommuniziert worden, dass auf dem Testergebnis auch die Personalausweisnummer stehen müsse. Das sei dann auch gemacht worden, sagt Pieper – in diesem Fall aber nicht.

„Wir bieten eine Dienstleistung an“, fügt er hinzu, die Regeln für PCR-Tests seien von Land zu Land unterschiedlich, alle könne man nicht kennen, deswegen halte man sich an die Vorgaben. Die fehlende Uhrzeit der Probenentnahme – 0 Uhr ist eine Voreinstellung – bezeichnet Pieper als Versäumnis.

Viele Urlaubsländer verlangen einen PCR-Test

Die griechischen Behörden fordern bei der Einreise eine Bescheinigung über einen negativen PCR-Test von einem anerkannten Testlabor, erklärt eine Sprecherin der Fluggesellschaft Condor. Demnach muss aus dem Zertifikat hervorgehen, dass der Test negativ ist, außerdem muss zur Identifikation der vollständige Name samt Ausweisnummer angegeben sein sowie der genaue Zeitpunkt des Tests, da dieser nicht älter als 72 Stunden sein darf. Griechenland wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) seit dem 7. März als Corona-Risikogebiet eingestuft. Neben Griechenland verlangen mittlerweile viele Urlaubsländer, beispielsweise auch Spanien, einen negativen PCR-Test bei Ein- oder Ausreise. Informationen für Reisende gibt es unter anderem auf der Homepage des RKI.

Die Gruppe lässt sich mittlerweile anwaltlich vertreten, hat den verpassten Urlaub in Griechenland am Abend mit griechischem Essen und einer Flasche Metaxa verdaut – ein schwacher Trost.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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