Festakt lässt Dorfhistorie Revue passieren

Oberense: 750 Jahre währender Zusammenhalt im Dorf

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Das Soester Seniorenorchester sorgte bei der Jubiläumsfeier für den richtigen Ton. Für die Unterhaltung sorgten außerdem das Zauberer-Duo „DuMaJo“ und die Spielmobile des Kreises Soest. Zudem ze igten die Organisatoren sechs Stunden lang alte Schützenfest-Aufnahmen.

Oberense - Zum Ende des Gottesdienstes bräuchten die Besucher eigentlich etwas zum Mitschreiben: „Von diesem Lied singen wir die Strophen 1, 2, 5, 8 und 10, und wenn’s gut läuft, auch noch die dritte“, unterzieht Pastor Jan Bojko das Kurzzeitgedächtnis der Anwesenden einer Belastungsprobe. Doch immerhin, bevor es an die geistigen Getränke geht, geht es im geistlichen Teil des Tages auch nicht ganz bierernst zu. Die Besucher müssten sich beim Gesang ohnehin schon Mühe geben, die Bilmer Tonart hatte die Messlatte mit Karl Jenkins’ „Cantate Domino“ sehr hoch gelegt.

750 Jahre Oberense: Nach drei früheren Veranstaltungen ging der Jubiläumsreigen am Sonntag auf die Zielgerade. Trotz des geistigen Beistands gab der Himmel seinen Segen nicht in erwünschter Form, so dass am Samstag entschieden wurde, in der Schützenhalle statt rund um die Rochus-Kapelle zu feiern (der Anzeiger berichtete).

Feuchte Füße bekam somit nur, wer im Nieselregen auf dem Außengelände einen Blick auf die historischen Fuhrwerke der Treckerfreunde Hewingsen werfen wollte. 

Zuvor hob Bürgermeister Hubert Wegener in seinem Grußwort den Stellenwert Oberenses in der Gemeinde hervor. Zwar sei der Ortsteil mit seinen 250 Einwohnern und seinen vier Quadratkilometern Fläche nicht eben der größte, von der Gemarkung her dagegen jedoch größer als die einwohnerstärkste Ortschaft Bremen.

„Doch die Menschen sind es, die in vielen Jahrhunderten aus einem Ort das machten, was er heute ist. Die gute Lebensqualität und die Oberenses Bürger sind es, die garantieren, dass wir uns hier weiterhin wohl fühlen.“ 

All jene, die sich dafür stark machen, könne er gar nicht aufzählen, stellvertretend nannte er den Schützenverein, die Feuerwehr und den Sportverein, dessen Kreativität offenbar keine Grenzen gesetzt seien: „So eine fahrbare Zuschauertribüne, so einen Fanwagen wie den, der hier gebaut wurde, habe ich noch sie gesehen.“ Viele Bürger des Ortes engagierten sich auch ehrenamtlich in wohltätigen Einrichtungen oder Parteien, „das verdient Respekt und Anerkennung und meinen herzlichen Dank auch im Namen von Rat und Verwaltung.“

Allein aus Oberense kämen aktuell ein Kreistagsabgeordneter und drei Ratsmitglieder. „Wollte man dies zahlenmäßig in Verhältnis zu den hier wohnenden Menschen rechnen und für ganz Ense umrechnen, dann müsste der Enser Rat 150 Mitglieder haben.“ All dies habe sich auch im Urteil der Jury bei der Verleihung der Silberplakette im Dorfwettbewerb im Jahre 2009 widergespiegelt. Auch daran, wie alle Vereine gemeinsam dieses Dorfjubiläum gestaltet haben, zeige sich der gute Zusammenhalt im Ort. Als Präsent brachte er neben dem obligaten Flachgeschenk das Angebot einer Baumpflanzung mit, und Christian Schlösser als Vorsitzender des Kapellenvereins nahm es gerne an. In seinem Grußwort appellierte er daran, dass Vereinsleben weiterhin so aktiv aufrecht zu erhalten, aber auch offen für Neues zu sein und „Oberense nicht nur als Schlaf- und Wohnstätte anzusehen“. 

Im weiteren Verlauf des Tages sorgten Spielmobile des Kreises Soest, die Werler Zauberer Johannes Langschmidt und Max Sauer mit ihrem Duo „DuMaJo“ für Unterhaltung, dazu wurden sechs Stunden lang alte Schützenfest-Filme gezeigt.

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