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Auf dieser Kreisstraße rollt der Verkehr wieder - aber erst einmal langsamer als vorher

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Von: Klaus Bunte

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Die Kreisstraße 8 ist wieder für den Verkehr freigegeben.
Die Kreisstraße 8 ist wieder für den Verkehr freigegeben. © Peter Dahm

Der Kreis Soest hat die K 8 zwischen Niederense und Günne wie angekündigt bereits am 19. August wieder für den Verkehr freigegeben. Doch eine Sache fehlt noch.

Niederense/Günne - Auf der K8 rollt der Verkehr wieder! Alles, was nun noch fehlt zum Autofahrer-Glück, sind die auf einer Strecke von vier Kilometern noch ausstehenden Fahrbahnmarkierungen, weshalb statt der üblichen 70 Kilometer pro Stunde derzeit nur 50 erlaubt sind.

Wann genau die weißen Linien aufgetragen werden, kann Wilhelm Müschenborn, Sprecher der Soester Kreisverwaltung, noch nicht exakt terminieren: „Wir hoffen, dass es im September so weit sein wird. Die beauftragte Firma ist zurzeit stark ausgelastet.“

Klar sei dafür immerhin eines: Eine neuerliche Sperrung werden die Verkehrsteilnehmer nicht hinnehmen: „Die Arbeiten werden im laufenden Verkehr erfolgen“, versichert Wilhelm Müschenborn.

Die Chronik der Dauerbaustelle:

November 2015: Der Baubetriebshof des Kreises hat die K 8 zwischen Niederense und Günne auf einer Strecke von 1500 Metern saniert. Im November 2015 konnte die Straße wieder befahren werden.

März 2019: Die nächste Sanierung: Auf einer Länge von 3,9 Kilometern soll die bituminöse Fahrbahnbefestigung abgefräst und erneuert werden. Die Arbeiten sollen im Herbst beginnen, die Straße wird wieder gesperrt.

Oktober 2019: Sechs Wochen lang sperrt der Kreis die Möhnestraße für die angekündigten Arbeiten. Die Kosten belaufen sich auf 760 000 Euro. Abschließend sollen im März 2020 die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden.

Februar 2020: Eine Autofahrerin fährt über auf der Straße liegende größere Steine, die von der Böschung heruntergefallen sind. Der Kreis sperrt die Möhnestraße, hofft aber, eine verengte Fahrbahn kurzfristig freigeben zu können.

März 2020: Erste Untersuchungen eines geologischen Fachbüros ergeben, dass die Sicherheit am Hang akut gefährdet ist. Die betroffene Stelle ist zwischen 120 und 140 Meter lang. Die Straße bleibt komplett gesperrt, die Untersuchungen gehen weiter.

Juni 2020: Die Sperrung der Kreisstraße führt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Straße Am Riesenberg in Niederense – der Umleitungsstrecke. Trotz massiver Beschwerden von Bürgern und Gewerbetreibenden bleibt die K 8 gesperrt. Noch im Juni soll das Gutachten des Fachbüros vorliegen. Frühestens im September können die Arbeiten zur Sicherung des Hangs beginnen, heißt es vom Kreis.

Juli 2020: Unbekannte hinterlassen auf dem gesperrten Abschnitt der Straße Bremsspuren. Der Kreis schaltet die Polizei ein. Die Absperrung aus Richtung Günne wird versetzt, damit Jäger und Angler die entsprechenden Stellen erreichen. Das geologische Gutachten des Fachbüros liegt Ende des Monats endlich vor. Daraus ergeben sich Vorschläge zur Sicherung des Hangs. Nach ersten Schätzungen des Kreises dauert die Sperrung weitere vier Monate. Hochfeste Schutznetze – das sind Stahlnetze, die in der Felswand verankert werden – sollen installiert werden. Im weiteren Verlauf sollen entsprechend dimensionierte Schutzzäune auf der vorhandenen Stützmauer errichtet werden. Allerdings muss der Kreis noch ermitteln, ob die Mauer den statischen Anforderungen genügt. Auf der Umleitungsstrecke Am Riesenberg hat die Gemeinde Ense in Absprache mit dem Kreis Baken zur Verkehrsberuhigung aufgestellt.

November 2020: Der Kreis schreibt die notwendigen Arbeiten an der gesperrten Straße aus. Thomas Schäckel, Leiter der Abteilung Straßenwesen beim Kreis, rechnet damit, dass Anfang Januar die Spezialfirma anrückt. Die 50 oder 60 Jahre alte Mauer kann in ihrer ursprünglichen Form stehen bleiben.

Januar 2021: Aufwendige statistische Berechnungen haben dazu geführt, dass der Startschuss für die Arbeiten nach hinten geschoben werden muss. Voraussichtlich bis Mai soll die Straße nicht befahrbar sein, heißt es vom Kreis. Erst im Februar kann mit den Arbeiten begonnen werden.

Februar 2021: Die Ausschreibung der Arbeiten zur Hangsicherung endet. Der Kreis prüft die Angebote der Firmen und verschiebt den Baustart in den März. Zehn Wochen lang soll gearbeitet werden. Anschließend sollen die noch immer fehlenden Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden.

März 2021: Das Spezialtiefbauunternehmen „Schönberger – Bau“ mit Sitz im niederbayrischem Zenting, einer Gemeinde im Landkreis Freyung-Grafenau unweit der tschechischen und österreichischen Landesgrenzen beginnt mit der Arbeit. Der Kreis warnt, dass die Arbeiten die Steinschlaggefahr erhöhen. 50 Bäume müssen gefällt werden, damit das Unternehmen die Stahlnetze anbringen kann. Die Kosten belaufen sich auf rund 700 000 Euro, schätzt der Kreis.

April 2021: Erste Bohrungen zur Befestigung der Schutznetze werden gemacht. Insgesamt 1100 Felsnägel mit Längen zwischen drei und viereinhalb Meter müssen dafür in den Fels getrieben werden. Die Rund 7000 Quadratmeter Stahlnetze werden auf einer Höhe von bis zu 40 Metern angebracht. Immer wieder setzen sich Radfahrer und Jogger über die Absperrung hinweg. Der Kreis beklagt zusätzlich mehr als 10 000 Euro Schaden durch hunderte zerstörter Leuchten und geklauter Baustellenschilder.

Juni 2021: Corona-bedingt kommt es zu Problemen bei der Beschaffung von Baumaterialien. Der anvisierte Abschluss der Arbeiten verzögert sich.

Juli 2021: Nach Verzögerungen der Arbeiten an der K 8 und der Ankündigung von Straßen NRW mit der Sanierung des Bittinger Haarwegs (B 516) zu beginnen, droht die gleichzeitige Sperrung beider Verbindungsstraßen zwischen Ense und Möhnesee. Der Kreis erfährt von Straßen NRW, dass eine Verlegung der Arbeiten an der B 516 nicht möglich sei. Nach Rücksprache mit der Spezialbaufirma kann auf der K 8 eine Ampelanlage einseitig den Verkehr regeln. Erstmals können wieder Autos über die Straße fahren. Für Radfahrer bleibt die Strecke gesperrt.

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