Neue Häuser in sechs Ortsteilen: Mehr Anfragen als Bauplätze

Bremen wächst: Im Rathaus denken die Verantwortlichen bereits über die Zukunft nach.
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Bremen wächst: Im Rathaus denken die Verantwortlichen bereits über die Zukunft nach.

Die Gemeinde wächst: In sechs von 14 Enser Ortsteilen wird oder wird in naher Zukunft gebaut. Die Liste an Bauwilligen ist lang, viel länger als die Zahl an Bauplätzen, die in der Gemeinde zurzeit zur Verfügung stehen.

Ense - In Bremen, Höingen und Niederense rät der zuständige Rathaus-Mitarbeiter, Mats Blume, sogar von weiteren Bewerbungen ab, diese könne man ohnehin nicht mehr berücksichtigen. Aber auch in den anderen Ortsteilen sind die Listen mit Interessenten voll.

Im Rathaus denken die Verantwortlichen bereits über die Zukunft nach. Denn immer nur in die Breite wachsen sollen die Dörfer nicht mehr – das sei langfristig keine Lösung, um Wohnmöglichkeiten in der Gemeinde zu schaffen, erklärt Mats Blume. Vielmehr müsse man auch über andere Modelle nachdenken. Beispielsweise stelle sich die Frage: Was passiert mit bestehenden Immobilien, die nicht mehr von Ensern bewohnt werden?

Wir liefern einen Überblick zum Stand der Arbeiten in den Ortsteilen:

Bremen

Die ersten Häuslebauer haben bereits begonnen, ihr Eigenheim zu errichten. Die Erschließung – sprich der Anschluss an alle Versorgungsnetzwerke, wie Wasser und Abwasser, Strom, Gas, Internet, Telefon und Kabelfernsehen – hatte die Gemeinde im vergangenen Dezember abgeschlossen. 20 Grundstücke entstehen am Gerlinger Notweg. Drei Jahre lang haben die privaten Bauherren Zeit für die Errichtung ihrer Häuser. Die Erfahrung zeige aber, dass dies in der Regel schon früher abgeschlossen ist, hatte Uwe Schürmer von der Gemeinde zuletzt erklärt. Ein Grundstück müsse in Bremen noch vergeben werden, so Blume – die Liste der Interessenten ist demnach sehr lang. Auf Wunsch des Kreises wird der geplante Kreisverkehr zwischen den Straßen Ruhner Weg und Am Wimberg erst in einer späteren Bauphase errichtet, damit nicht massiv der Baustellenverkehr darüber rollt. Der Kreisverkehr soll zusammen mit dem Endausbau des Baugebiets fertig sein. Dann ist auch der Zusammenschluss mit dem Bischof-Plöger-Ring geplant.

Höingen

Mit der Erschließung des Baugebiets Höinger Heide IV wäre die Gemeinde gerne schneller vorangekommen. „Die Witterung hat nicht gepasst. Es war einfach zu feucht. Beim Arbeiten hätte man mehr kaputt gemacht als fertig bekommen“, erklärt Mats Blume. Das Baugebiet liegt westlich der Hülshoff-Straße und nördlich des Bereiches Am Winkel. Von den dort geplanten 33 Baugrundstücken müssen noch zwei vergeben werden.

Niederense

Das dritte Baugebiet Alter Kamp ist eine Abrundung der beiden vorangegangenen. Zehn von 34 Grundstücken müssen noch vergeben werden. Aber auch dort gilt, die Liste der Bewerber ist sehr lang. Mit der Erschließung des Baugebiets soll frühestens im Juli gestartet werden.

Hünningen

Für die sechs Bauplätze gibt es zwischen 25 und 30 Bewerber, erklärt Blume zum Baugebiet nördlich der Friedensstraße. Die Vergabe kann starten. „Ist genug Geld eingegangen, kann die Erschließung losgehen“, so Blume. Er rechnet nicht mit einem Start vor dem 15. August. Dementsprechend müsse auch kein Artenschutzgutachter bestellt werden, der das Gebiet auf Brutpaare des Neuntöters absucht. Denn in einem Artenschutzgutachten hatte ein Gutachter festgestellt, dass die umgebenden Hecken und Obstbäume Lebensraum für verschiedene Vögel, insbesondere den Neuntöter, bieten. Daraufhin hatte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Soest verfügt, dass Bautätigkeiten vom 1. April bis 15. August nicht zugelassen werden. Einzig wenn ein Gutachter festgestellt hätte, dass in diesem Jahr kein Brutpaar vorhanden ist, hätte früher gestartet werden können. Bereits 2015 hatte der Rat der Gemeinde beschlossen, eine rund 6 000 Quadratmeter große landwirtschaftliche Fläche nördlich der Friedensstraße in ein Baugebiet umzuwandeln. Die Untere Naturschutzbehörde fordert zudem, dass eine Hecke nördlich und östlich des Baugebiets frühestmöglich angelegt wird. Ein Jahr nach den Baumaßnahmen soll ein Gutachter kontrollieren, ob die getroffenen Maßnahmen zum Artenschutz erfolgreich waren, erklärt Blume.

Lüttringen

Die privaten Häuslebauer im Baugebiet „Banner“ sind bereits sehr weit, erklärt Mats Blume. Dort werden zehn Häuser gebaut.

Oberense

Seit Montag können Bürger und Behörden, die Anregungen und Kritik an den Plänen zwischen Bremer Straße und der Straße An der Vogelstange haben, diese bei der Gemeinde melden. Sechs Bauplätze sollen dort entstehen, die Kommunalpolitiker hatten im Mai ihre Zustimmung erteilt. Bis zum 7. Juli läuft die sogenannte frühzeitige Beteiligung. 3500 Quadratmeter groß ist die Fläche.

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