Museum und Schule in Niederense werden größer 

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Zweigeschossig in nordöstlicher Richtung soll je ein Klassenraum an die Bernhardusschule angebaut werden. Der Heimatverein wird dann im gesamten alten Schulgebäude untergebracht sein.

Niederense – Das Heimatmuseum und die Bernhardusschule sollen erweitert werden. Einen entsprechenden Vorschlag jedenfalls unterbreitet die Verwaltung der Politik. Beraten darüber wird der Schul- und Kulturausschuss in seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag, 19. November, um 18 Uhr im Rathaus.

Sollte der Empfehlung aus dem Rathaus zugestimmt werden, könnten für die Schulerweiterung und die Umbaumaßnahmen im alten Schulgebäude gegenüber Fördermittel beantragt werden. Die Bereitstellung von Haushaltsmitteln ist dann für das Jahr 2021 vorgesehen.

Der Verein für Geschichte und Heimatpflege Niederense-Himmelpforten nutzt seit vielen Jahren den westlichen Teil des alten Schulgebäudes an der Anna-Kapelle. Er führt dort nicht nur die Vorstandssitzungen und Arbeitstreffen durch, sondern bietet für die Öffentlichkeit auf engem Raum auch ein Heimatmuseum mit Modellen vom Kloster Himmelpforten und vom ehemaligen Bahnhof Niederense – mit Relikten aus dem Kloster, mit landwirtschaftlichen Geräten, Möbeln und Hausrat aus 100 Jahren sowie Handwerkerarbeitsplätze aus der Vorkriegszeit. 

Unter musealen Gesichtspunkten „muss die Ausstellung bereits als überfüllt bezeichnet werden“, so die Verwaltung. Ungeachtet dessen bekomme der Verein weiterhin interessante und „zu bewahrende“ Exponate von Privatpersonen oder Vereinen angeboten. Deshalb hat der Heimatverein Niederense die Gemeinde um Unterstützung gebeten, sich räumlich erweitern zu können, um aus der Sammlung der vielen Gegenstände ein Museum gestalten zu können. 

Konkret bittet der Verein darum, die beiden benachbarten Klassenräume zur Verfügung gestellt zu bekommen. Diese werden aktuell täglich von der Bernhardusschule für Unterricht und zudem einer der beiden Räume mehrmals pro Woche auch von der Musikschule genutzt. Eine ersatzlose Aufgabe der Klassenräume zur Überlassung an den Heimatverein Niederense „ist deshalb nicht möglich“, lässt die Verwaltung die Politik wissen. In der Bernhardusschule selbst wiederum ist kein Klassenraum mehr verfügbar, um den Unterricht aus dem alten Schulgebäude in das Hauptgebäude zu übernehmen. 

Auch an dieser Grundschule haben die beiden Betreuungsangebote „Schule von 8 bis 1“ und offene Ganztagsschule eine gute Auslastung mit zunehmender Tendenz. Aktuell sind 53 Kinder in der Betreuung „8 bis 1“ und 40 Kinder im Offenen Ganztag angemeldet. Unter Berücksichtigung der Entwicklung in den Kindergärten, in denen zunehmend die lange Betreuungszeit gebucht wird, ist insbesondere im Offenen Ganztag mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen. Die Rücknahme einer Raumnutzung zulasten der Betreuung und zugunsten des Unterrichts reiche „einerseits für den Unterricht nicht aus, da in der alten Schule beide Klassenräume bisher genutzt werden, und führt andererseits zu der Problematik in der Betreuung“.

Darüber hinaus fehle dann noch ein zusätzlicher Raum für die Musikschule. Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, an der Bernhardusschule in nordöstlicher Richtung zweigeschossig je einen Klassenraum anzubauen. Dadurch könne der Unterricht uneingeschränkt fortgesetzt werden, und die Musikschule könne einen Raum in der Bernhardusschule nutzen. Daraus ergebe sich der zusätzliche Vorteil, dass die Grundschulkinder für den Unterricht in der alten Schule nicht mehr durch den öffentlichen Verkehrsraum vor der Schule müssen. „Das Gefährdungspotenzial wird also deutlich reduziert“, meint man im Rathaus. Mit dieser Lösung könne dem Heimatverein Niederense anschließend das gesamte alte Schulgebäude insbesondere für die Museumsausstellung überlassen werden.

Nach einer überschlägigen Kostenermittlung ist für die Schulerweiterung mit einer Investitionssumme von 400 000 bis 450 000 Euro zu rechnen. Für die Durchbrüche und die Herstellung einer brandschutzsicheren Verbindung im alten Schulgebäude zwischen den Klassenräumen und den Vereinsräumen werden 20 000 Euro erwartet. Die Maßnahme wurde mit der für die „Heimat-Förderung“ zuständigen Stelle bei der Bezirksregierung Arnsberg besprochen. Da die Erweiterung des Heimatmuseums hier ursächlich für die gesamte Maßnahme angesehen werden kann, ist eine Förderung aus dem Programm „Heimat-Zeugnis“ aussichtsreich. Eine Förderquote von 60 bis 65 Prozent sei denkbar, so die Verwaltung. Das würde dazu führen, dass bei Investitionskosten von 470 000 Euro eine Landesförderung von 280 000 bis 300 000 Euro erwartet werden könne, sodass der Eigenanteil sich auf 170 000 bis 190 000 Euro beschränke. Die Inanspruchnahme weiterer oder anderer Fördertöpfe müsse noch geprüft werden. Bei einem positiven Votum des Ausschusses und des Rates kann die Verwaltung das Projekt in 2020 konkret vorbereiten.

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