Metal-Festival vom Feinsten in der Sieveringer Schützenhalle

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Auf der Bühne mit dem „Spezial Guest Sensenmann“: Sven Schremmer (rechts) mit Past MD Sänger Jörg Reuter.

Sieveringen – „Es ist ein Wagnis“ sagte Sven Schremmer vor einiger Zeit, als er „Metal aufm Dorf“ aus der Taufe hob. Wenn er nach der Premiere nun ein Fazit zieht, kann er feststellen: Aus dem Versuch ist ein gut besuchtes Event geworden.

Denn rund 200 „Metaller“ fanden am Samstag den Weg in die Sieveringer Schützenhalle, um den fünf Bands aus dem Heavy-Metal-Genre zuzuhören. 

Dabei blieb auch für den spezialisierten Fan kein Wunsch offen. Von Power- über Death- Metal bis hin zu Bass- und Schlagzeug-Soli wurde alles geboten. Und die Fans musste man nicht fragen, wie es ihnen gefiel. Sie brauchten zwar einen Moment zum Warmwerden, gingen dann aber voll mit. Und das entgegen Sven Schremmers Sorge, „dass um 15 Uhr erst ein paar Leute da sind“, war die Halle zum Auftakt des Festivals gleich gut gefüllt.

Nach dem Gastspiel des Spielmannszugs der Freiwilligen Feuerwehr Bad Sassendorf ging es los mit den Lokalmatadoren Corroding Sun aus Soest beziehungsweise Hamm. Sie boten mit ihren selbst geschriebenen Songs reinrassigen Metal von den Gitarristen Petja Pagel und Martin Schümer, in die sich Basspassagen von Johannes Kamp und der Rhythmus von Felix Strauch am Schlagzeug harmonisch einfügten. Besondere Akzente setzte der gutturale Gesang von Frontmann Sascha Rose. 

Power-Metal von The Claymore ließ dann endgültig alle „Metaller“ Herzen warm werden. Die Formation bot alles auf, was die Heavy Metal-Liebhaber mögen. Der Bass von Christian Köhle unterstrich die schnellen und hervorstechenden Gitarrenriffs von Kai Schwittek und Julian Busacker. Hardy Kölzer ließ seine „Schießbude“ nicht eine Sekunde zur Ruhe kommen. Die melodische Stimme von Pan Vogiatzis machte den Auftritt zu einer runden Sache. Die Castrop-Rauxler, die schon mit einigen Größen aus der Metal-Szene auf Tour waren, boten eine saubere Bühnenshow mit Headbangen wie aus dem „Metaller“-Lehrbuch und einem allzeit präsenten Sänger. 

Wer spätestens bei der dritten Band, Past MD, nicht auf seine Kosten kam, muss falsch gewesen sein. Die Fünf machten nahtlos weiter mit melodischem Heavy Metal. Gitarrist Julian Liedtke spielte seinen ersten Gig und war erst vor drei Wochen in die Band installiert worden. Im Zusammenspiel mit dem souveränen Detlef Poschmann an der zweiten Gitarre wurden eingängige und melodische Songs aus der eigenen Feder gespielt. Mit der charismatischen Stimme von Jörg Reuter waren auch die Balladen Highlights. Und da waren sie, die beliebten Solis. Hans Heringer zeigte, was seine Drums so alles hergeben, und Werner Wenzlitschke stellte dar, dass ein Bass nicht nur zum Mitspielen da ist.

Richtig heavy wurde es dann mit Words of Farewell. Kompromisslos gespielter Death Metal in seiner reinsten Form. Frontmann Alexander Otto beherrscht den Kehlgesang bis zur Bravour. Die Schnelligkeit und Präzision der beiden Gitarristen Erik Gaßmus und Robin Dirks war auffallend. Das akzentuiert eingesetzte Keyboard, gespielt von Leo Wichmann, und der Bass von Konstantin Voßhoff ließen die Eigenkompositionen gekonnt zu einer Einheit werden. 

Mit dem hochkonzentrierten Drummer Tristan Wegner, der nicht eine Sekunde in seiner Präsenz nachließ, ein gelungener Auftritt, der entsprechend von den Fans quittiert wurde. Dabei war man bei der Einladung „sogar etwas skeptisch, ob man da rein passt“, erläutert Erik Gaßmus später. 

Wenn noch das i-Tüpfelchen gefehlt hat, bekam sie die Veranstaltung dann mit Worlds Last Boogie. Refrains mit Mitgrölcharakter, gesungen und gespielt von Sänger und Gitarrist Michael Fleitmann, unterlegt mit den jederzeit gegenwärtigen Basspassagen von Heini Quiring war das Hardrock-Handwerk in seiner reinsten Form. Mit dem erfahrenen Drummer Ralf Scheffer lieferten die Soester einen Auftritt Marke „back to the roots“ ab, der aber alles andere als altmodisch war. 

Die Bands formulieren einhellig ein großes Dankeschön an Sven Schremmer und seine Crew, den sie teilweise auch auf der Bühne mit einem Applaus der Fans einforderten. „Er geht ein großes Risiko“, so Jörg Reuter, und ist sich mit seinem Kollegen von The Claymore, Kai Schwittek, einig, dass er „mit Herzblut dabei ist“. „Gerade „im Underground“ so der Gitarrist, sei es toll, den Bands mit eigenen Songs, die nicht so bekannt sind, eine Plattform zu bieten. Und: Die Bands würden gerne wiederkommen, so die einhellige Meinung.

Ralf Scheffer lobt die Organisation, selbst der Zeitplan hätte trotz Zugaben und Umbaupausen gepasst. Auch die Idee, Lukas Knieper beim den Pausen mit seinem Dudelsack aufspielen zu lassen, hatte für alle einen besonderen Charme. 

Und die gute Organisation geht natürlich auch einher mit Sven Schremmers Versprechen im Vorfeld des Festivals: zur Nachtruhe ist auch Metal Ruhe.

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