Meisterbrief wertet Fliesenleger-Beruf auf

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Firmenchef Christoph Schulte ist stolz auf sein Team: Mats Kaufmann, Manuel Notz, Marcel Vogt und Sergej Illenseer (von links).

Niederense – Als ein Gütesiegel für Qualität steht im deutschen Handwerk der Meisterbrief. Deswegen war der selbstständige Fliesenleger-Meister Christoph Schulte aus Niederense froh, als Anfang des Jahres die Meisterpflicht in seinem Berufsstand wieder eingeführt wurde. 

Und mit Marcel Vogt verfügt Schulte jetzt über einen zweiten Mitarbeiter mit dieser Qualifikation. Vogt hat vor kurzem die Meisterschule erfolgreich abgeschlossen.

Vor mehr als 15 Jahren wurde die Meisterpflicht in einer ganzen Reihe von Handwerksberufen liberalisiert. Das Ergebnis war ein rasanter Anstieg von Selbstständigen in diesen Berufen – auch bei den Fliesenlegern. 

Team hat alle Hände voll zu tun

Christoph Schulte hat sich bereits 1991 mit seiner Firma selbstständig gemacht – ein Jahr zuvor hat er selber seine Meisterprüfung abgelegt. Und sein mittlerweile fünfköpfiges Team hat alle Hände voll zu tun. „Das Auftragsbuch ist soweit voll“, erklärt Schulte, Aufträge die jetzt reinflattern, können in der Regel erst im November oder Dezember ausgeführt werden. Er arbeite viel für Privatkundschaft, dabei gehe es häufig auch um Barrierefreiheit in Häusern und Wohnungen. „Wir kümmern uns um Bäder, die teilweise 40 oder 50 Jahre lang nicht saniert worden sind.“ 

Schulte bietet unter anderem eine 3D-Badplanung an. „Wir arbeiten aber nicht nur in Bädern“, fügt Marcel Vogt hinzu, „sondern überall dort, wo es Fliesen gibt“. Der neueste Trend seien übergroße Fliesen – 1,20 Meter mal 2 Meter ist dabei keine Seltenheit. Keine einfache Aufgabe ohne das passende Spezialwerkzeug – „aber das bekommen wir hin“, sagt Schulte. Marcel Vogt war als Geselle auf den Baustellen unterwegs, peu à peu soll er Firmenchef Christoph Schulte jetzt auch bei der Büroarbeit entlasten. 

Als Praktikant hat Marcel Vogt bei Christoph Schulte begonnen, anschließend seine Ausbildung dort absolviert und jetzt die höchste berufliche Qualifikation erworben – in Vollzeit. Dafür hat Vogt zwei Jahresurlaube genommen, sodass er bei Schulte angestellt bleiben konnte. „Die Arbeit macht mir einfach Spaß“, sagt er. 

Mit Manuel Notz hat der insgesamt vierte Auszubildende von Schulte die Gesellenprüfung geschafft. Drei sind noch im Betrieb tätig. Seit fast 20 Jahren arbeitet Geselle Sergej Illenseer mit Schulte zusammen. „Als Chef ist der schwer in Ordnung“, sagt Illenseer. Mats Kaufmann ist in seinem ersten Ausbildungsjahr. Dabei, so sagt Schulte, sei es gar nicht so einfach, Nachwuchskräfte zu finden. „Es gibt Jahre, da wollen wir ausbilden, können es aber nicht.“ Es finde sich einfach niemand.

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