Spätfolgen

Long-Covid: Bremer leidet noch drei Monate nach seiner Erkrankung

Auszeit in der Sonne am Gartenteich: Heinz Hering aus Bremen nutzt nach seiner Corona-Erkrankung das heimische Gartenidyll , um die Belastungen im Alltag hinter sich zu lassen.
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Auszeit in der Sonne am Gartenteich: Heinz Hering aus Bremen nutzt nach seiner Corona-Erkrankung das heimische Gartenidyll , um die Belastungen im Alltag hinter sich zu lassen.

Heinz Hering sitzt an seinem Gartenteich und die Sonne scheint. Auf den ersten Blick ein perfekter Tag, doch der Eindruck trügt. Der 59-jährige Bremer leidet noch immer unter den Spätfolgen einer Corona-Infektion aus dem Januar.

Bremen - Vor rund sieben Wochen haben wir erstmals über den langwierigen Verlauf der Covid-19-Erkrankung bei Heinz Hering berichtet. Damals fühlte er sich isoliert, geschwächt und hilflos. Mittlerweile geht es dem Bremer ein bisschen besser, er wartet auf die Zusage für eine Reha.

„Ich fühle mich noch immer schlapp und mir tun vor allem die Knie weh“, beschreibt Hering seine derzeitige Situation.

Allerdings gebe es auch Tage, da sei es wieder so schlimm wie am Anfang. „Dann kommen die Erkältungssymptome zurück, und und ich bin gar nicht mehr belastbar“, sagt er.

Long-Covid-Patient: Hering hat einen Ärztemarathon hinter sich

Hering hat einen Ärztemarathon hinter sich, zuletzt war der Lkw-Fahrer bei einem Kardiologen in Soest, zuvor bei einem Lungenfacharzt in Dortmund. Das Problem: „So richtig nachweisen lässt sich das alles nicht“, erklärt Heinz Hering. Aber noch immer seien Antikörper bei ihm im Blut nachgewiesen worden.

„Es bestimmt meinen ganzen Tag“, sagt Hering, der noch immer krankgeschrieben ist. Die Arbeit als Lkw-Fahrer traut er sich nicht zu. So habe er immer wieder Probleme, sich mehrere Minuten zu konzentrieren. „Wie soll ich mich 500 Kilometer im Lkw auf der Autobahn konzentrieren?“, fragt er. Sein Arbeitgeber zeige viel Verständnis und auch in seinem privaten Umfeld gebe es mittlerweile einige Helfer. Der wöchentliche Großeinkauf ist für Hering aber weiter eine Strapaze.

Er versucht, mit Radfahren sein Immunsystem zu stärken. „Ich habe mir im letzten Jahr ein E-Bike angeschafft, und wenn ich den Turbo nutze, dann schaffe ich es mittlerweile bis Höingen und zurück.“

Heinz Hering selber spricht mittlerweile von einem milden Verlauf, wären da nicht immer wieder Tage dazwischen, an denen es der Bremer kaum aus dem Bett schafft.

„In der Reha möchte ich einfach herausfinden, was mir dauerhaft hilft“, erklärt Heinz Hering. Zwar lasse sich das Gartenidyll bei dem derzeitigen Wetter genießen, doch am Ende will er wieder auf die Beine kommen.

Studie macht Long-Covid-Patienten Hoffnung

Einer von zehn Corona-Patienten leidet auch noch Wochen und Monate nach der durchgestandenen Infektion an den Spätfolgen, davon gehen Wissenschaftler der Universität Köln sowie des King’s College in London aus. Wie ihnen geholfen werden kann, ist weitgehend unerforscht. Hilft eine Corona-Impfung? Nachdem britische Forscher der North Bristol NHS Trust festgestellt haben, dass es Geimpften nach einer Corona-Erkrankung weitaus besser geht als Ungeimpften, liefert eine Studie aus den USA einen neuen Erklärungsansatz. Demnach konnten Geimpfte auch Monate nach einer Infektion mit einer stärkeren Immunantwort aufwarten. Dabei wurde unter anderem eine höhere Anzahl an Antikörpern nachgewiesen. Allerdings sind weder die britische noch die US-Studie von unabhängigen Experten bewertet worden. Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko), dass Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, frühestens ein halbes Jahr später geimpft werden. Dabei wurde allerdings davon ausgegangen, dass Menschen nach einer Erkrankung Antikörper entwickelt haben, die einige Monate vor einer Re-Infektion schützt.

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