Geld- und Freiheitsstrafe

Kinderkleidung gemietet und nicht gezahlt: Mutter aus Ense vor Gericht

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Wegen Kinderkleidung, die sie nicht bezahlt hatte, wurde eine Enserin jetzt verurteilt.

Ense/Werl – Eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie eine Geldbuße in Höhe von 600 Euro als eine der Bewährungsauflagen – damit endete jetzt ein Prozess gegen eine 43-jährige Frau aus Ense vor dem Werler Amtsgericht.

Ihr wurde Betrug in 84 Fällen vorgeworfen, was sich in der Anklageschrift zunächst nach einer Straftat im großen Stil anhörte, sich dann allerdings im Laufe des Verfahrens relativierte.

Die siebenfache Mutter bestellt seit einigen Jahren Kinderkleidung zum Mieten im Internet. Das klappte lange Zeit gut und ohne Zahlungsprobleme. Vor mehr als einem Jahr aber orderte die Frau über mehrere Wochen Kinderkleidung, obwohl sie zahlungsunfähig war. Das betroffene Unternehmen, das sich den ersten Monat nach Bestellung der Waren im Voraus bezahlen lässt und danach rückwirkend je nach Mietdauer abrechnet, bekam zahlreiche Rücklastschriften, die weitere Kosten verursachten, weil ein externer Dienstleister mit der Zahlungsabwicklung beauftragt wurde. 

Geständnis

Zurückgeschickt wurden die Kleidungsstücke aber auch nicht. Die Angeklagte räumte vor Gericht ihr Fehlverhalten unumwunden ein und beteuerte glaubhaft, sich nicht bereichert haben zu wollen. Sie habe damals psychische Probleme gehabt, sie habe bei der vielen Kleidung die Übersicht verloren. Es sei ihr wohl in der Zeit „alles über den Kopf gewachsen“, fasste die Richterin das Geschehen zusammen. Die Angeklagte befindet sich nun seit einiger Zeit in einer ambulanten Therapie, der Schaden – von ursprünglich etwa 3700 Euro durch Rücklastschriften, Mahngebühren und Kosten für den Anwalt des betroffenen Unternehmens auf 9000 Euro angewachsen – wurde durch den Ehemann inzwischen beglichen. Auch im Vorfeld der Strafanzeige hatte sich das Ehepaar bereits um Schadenswiedergutmachung bemüht. 

Da in vielen der vorgeworfenen Punkte die genaue Schadenshöhe nicht beziffert werden konnte, da von dem Unternehmen auch gebrauchte Kleidung vermietet wird und die Ware in das Eigentum der Kunden übergeht, wenn durch die Dauer der Miete der UVP-Preis erreicht wurde, wurde das Verfahren in 61 Fällen eingestellt. Für die verbliebenen 23 Fälle verhängte das Gericht die Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung.

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