Kapellen-Sanierung in Ense-Waltringen verschoben: "Für uns ist das traurig"

Die Ausmalung von Decken und Wänden sowie die Reparatur der Orgel gehören zum Sanierungs-Programm.

Waltringen – Die Hoffnung war verfrüht. Die Waltringer jedenfalls werden das 350-jährige Bestehen der Marien-Kapelle am Sonntag, 18. August,  nicht in einem frisch sanierten Gotteshaus feiern können.

Die Renovierungsmaßnahme sei zwar „weiterhin in Planung. In den einzelnen Schritten benötigt sie allerdings etwas mehr Zeit, als ursprünglich angenommen, so dass sich die Durchführung verzögert.“

Mit dieser, mit „freundlichen Grüßen“ versehenen kurzen Stellungnahme, hat Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbischöflichen Generalvikariats, am Montag auf Anzeiger-Nachfrage, die jüngste Entwicklung kommentiert. Vor Ort sitzt die Enttäuschung tief.

„Alle Beteiligten sind mit der Gesamtsituation sehr unzufrieden“, fasste Pastor Carsten Scheunemann im Gespräch mit dem Anzeiger am Montasgmorgen die Stimmungslage sehr diplomatisch zusammen. Immerhin hatte man seitens des Kirchenvorstandes schon im November des vergangenen Jahres die Weichen für die Sanierung der Kapelle gestellt, Architektin Luzia Fleißig mit den Vorplanungen beauftragt. Im März dann ließ man wissen, dass Paderborn die Ausführungsplanung genehmigt habe, so dass man mit den Arbeiten nach Ostern beginnen und das Ergebnis pünktlich zum Jubiläum am 18. August präsentieren wolle. Sechs Tage vor dem großen Ereignis steht man nun mit leeren Händen da.

Dabei war die Hoffnung im März groß, das 350-jährige Bestehen im frisch renovierten Gotteshaus feiern zu können. Zwar sei der Terminplan „anspruchsvoll. Aber wenn alles gut läuft, werden wir es schaffen“, so Architektin Luzia Fleißig damals. Froh zeigten sich alle, dass das Erzbischöfliche Generalvikariat in Paderborn ihre Planungsunterlagen genehmigt hatte. Und auch der Kirchenvorstand und die Mitglieder des Waltringer Kapellenvorstandes begrüßten die damit verbundene Förderzusage und den Beginn der Vergabephase. 

Bekanntlich sollten die Kirchenbänke abgebaut, abtransportiert und zwischengelagert werden, um mit den umfangreichen Ausmalungen an Decke und Wänden beginnen zu können. Neben der Behebung von Feuchtschäden sollte zudem die Orgel repariert und die Außentreppe zur Sakristei instandgesetzt werden. Ein besonderer Wunsch aus Paderborn war die Anlage eines „differenzierten Zugangs“. Das bedeutet, dass die Kirche auch außerhalb von Messzeiten aufgesucht werden kann – jedoch nur in einem durch Glas gesicherten Vorraum. Die Gesamtkosten der Maßnahmen sollen sich auf etwa 100.000 Euro belaufen, wovon die Hälfte als Zuschuss aus Paderborn kommt, hieß es damals.

Indes: Vor vier Wochen, so Pastor Carsten Scheunemann am Montag, habe Paderborn den Kirchenvorstand wissen lassen, dass die eingereichten Unterlagen „nicht vollständig“ seien. „Das heißt, wir müssen ganz vorne anfangen“, so der Geistliche, der nur zu gut nachvollziehen kann, dass man vor allem in Waltringen enttäuscht sein dürfte. Und damit liegt er nicht falsch.

„Für uns ist das traurig“, so Hubert Kerstin, Mitglied des Kapellen-Vorstands in Waltringen und des Kirchenvorstands St. Lambertus Bremen. 

Die Jubiläums-Veranstaltung am 18. August beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, den die Waltringer Chöre umrahmen.

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