Fabian Brunnberg malt Porträts

Junger Künstler verewigt Enser Gesichter

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Mit Stift in der Hand fühlt sich Fabian Brunnberg wohl. Der 21-jährige Sieveringer zeichnet und malt seit seiner Kindheit.

Ense – Fabian Brunnberg sieht die Enser mit anderen Augen. Er achtet auf Gesichtszüge, kleine Fältchen, jedes Barthaar und jede Wimper. Zumindest dann, wenn der 21-Jährige Stift und Pinsel in die Hand nimmt. Der junge Künstler hat mit seinen Porträtbildern schon so einige Enser verewigt.

„Wer mich kennt, der sagt: Zeichnen passt gar nicht zu dir“, erzählt Fabian Brunnberg. Er ist eher der gesellige Typ, der gerne redet. Doch das Zeichnen ist für ihn Entspannung. „Andere spielen Fußball, ich zeichne“, sagt er. 

Fabian Brunnberg ist Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Sparkasse. Ein Job, der wenig mit Kreativität zu tun hat. Und auch in seiner Freizeit ist eigentlich wenig Platz für Ruhe. Er ist Bezirksjungschützenmeister und in der Feuerwehr aktiv. Doch nachts und am Wochenende sitzt Fabian Brunnberg eben auch gerne ganz alleine am Schreibtisch, um stundenlang zu zeichnen. 

Durch sein ehrenamtliches Engagement kennt er die Menschen in Ense, hat zahlreiche Kontakte aufgebaut und durfte bereits die Zeichnungen für das Ense-Plakat machen. „Ich bin Enser und ich auch bleibe auch zu 100 Prozent in Ense“, erzählt er. 

Den ehemaligen Bremer Brudermeister Dirk Brüggemann hat Brunnberg auch schon gezeichnet.

Nach und nach habe er immer mehr Anfragen für Bilder bekommen. Angefangen habe alles, als er 17 Jahre alt war. „Das war der erste große Auftrag“, erinnert er sich. Damals entwarf er einen Jahreskalender. Das Zeichnen ist seitdem zu einem Nebenverdienst geworden. 

Anfang des Jahres stellte Fabian Brunnberg Porträts von allen Enser Initiativpreisträgern aus – und erhielt viel positive Resonanz. „Das war ein Auftrag, den ich für mich gemacht habe und nicht für andere. Ich wollte herausfinden, was ich kann“, sagt er. 

Oft bekommt Fabian Brunnberg nur ein Bild von einem Menschen und zeichnet auf dieser Grundlage das Porträt – manchmal auch von Verstorbenen oder Babys. „Das kann schon sehr emotional sein“, sagt er.

Besonders die Reaktion der Porträtierten, wenn er das Bild übergibt, sei immer wieder anders. Manche würden dann auch selbst die eigenen Gesichtszüge viel genauer betrachten und bewerten. „’Habe ich wirklich so eine große Nase?,’ wurde ich mal gefragt. Dann sagte jemand anderes: ‘Ja, natürlich’ und alle mussten lachen“, erzählt der Sieveringer. 

Die ein oder andere Falte lässt Brunnberg auch ganz bewusst nicht weg: „Ich bin kein Schönheitschirurg. Ich zeichne die Leute so, wie sie sind.“

Einen besonderen Moment erlebte Fabian Brunnberg vor Kurzem in Rom. Er hatte die neue Standarte für den Schützenbezirk Werl-Ense entworfen. Als die Schützen gemeinsam nach Rom reisten, nahmen sie die Standarte mit und ließen sie im Petersdom weihen. 

Zu sehen, wie das, was er vor wenigen Monaten noch mit Bleistift auf ein Blatt Papier gezeichnet hatte, nun in eine der bedeutendsten Kirchen der Welt getragen wird, „war schon wirklich sehr emotional für mich“, sagt er. 

Die nächste Standarte aus seiner Feder sieht er dann im nächsten Jahr. Die Avantgarde aus Sönnern möchte zum 50. Geburtstag eine neue Fahne haben. Eine erste Skizze hat Fabian Brunnberg schon gemacht. Ganz fertig ist sie aber noch nicht. Dafür muss Fabian Brunnberg wohl noch eine Nachtschicht einlegen.

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