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Jugendliche malen Graffiti an Schule

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Von: Philip Maack

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Die Sitzmöbel tragen jetzt die Schulfarben.
Die Sitzmöbel tragen jetzt die Schulfarben. © Conrad-von-Ense-Schule

Stolz stehen sie vor der Wand. Es ist jetzt quasi ihre Wand, obwohl sie eigentlich zum Gebäude der Conrad-von-Ense-Schule gehört. Die 15 Jugendlichen haben hier nämlich drei Tage lang hart gearbeitet, um die Wand von einer tristen dunkelgrauen Fläche in einen echten Hingucker zu verwandeln.

Bremen – Das alles im Rahmen eines Graffiti-Projektes.

„Schon in den Sommerferien haben wir ein solches Projekt angeboten“, erzählt Steffen Berger, Schulsozialarbeiter an der Conrad-von-Ense-Schule. „Und das ist sehr gut angenommen worden.“ Aus diesem Grund wollte die Schule an diese Erfahrungen anknüpfen und hat in Kooperation mit der aufsuchenden Jugendarbeit der Gemeindeverwaltung die nächste Aktion in die Wege geleitet.

Bis zu 15 Helfer pro Tag

Die Organisation hat Marco Stelte aus dem Rathaus übernommen. Der Sozialarbeiter hat die nötigen Kontakte, sprach den Arnsberger Graffiti-Künstler Justin Terlohr an. Dieser sagte zu und übernahm die Leitung des Projektes an der Conrad-von-Ense-Schule.

Die teilnehmenden Jugendlichen hat Steffen Berger ganz gezielt ausgesucht. „Ich habe die angesprochen, von denen ich glaubte, dass die Lust auf solch eine Aktion haben und denen die auch etwas bringt“, erklärt er. So hatte er schnell einige Zusagen. An jedem der drei Projekt-Tage halfen zwischen 12 und 15 Jugendliche, die Wand ihrer Schule zu verschönern. Auch weil Justin Terlohr die Teilnehmer gut motivieren konnte, meint Berger.

Bei der Frage des Motivs war die Fantasie und Kreativität der Jugendlichen gefordert. Es sollte etwas mit Schule zu tun haben, das war schnell klar. „Das Motiv muss schließlich für Schüler, Schule und Gemeinde passen“, sagt Berger.

„Wollten etwas Nachhaltiges schaffen“

Am Ende sind es dann Tafel, Stift, Tablet, Globus, Landkarte und ein Bücherwurm geworden. Über all dem prangt der Schriftzug „Conrad-von-Ense-Schule“ in den Schulfarben Grün, Rot und Orange. Die sollten vorkommen, das war die einzige Vorgabe des Projektes.

„Alle haben super mitgemacht“, freut sich Berger. „Die Jugendlichen haben ja in ihrer Freizeit und sogar abends an der Wand gearbeitet.“ Doch auch die Sitzmöbel auf dem Schulhof haben in diesem Zuge einen frischen Anstrich bekommen. Dementsprechend positiv fällt Bergers Fazit des Projektes aus. „Wir wollten etwas Nachhaltiges schaffen und das ist uns gelungen“, sagt er. „Hoffentlich haben wir es auch geschafft, den Jugendlichen ein anderes Verhältnis zur Schule zu vermitteln.“

Die Hoffnung: Die Jugendlichen betrachten die von ihnen gestaltete Wand und die Sitzmöbel als Ergebnis ihrer eigenen harten Arbeit. Dadurch sollen sie sich aktiv dafür einsetzen, die Beschädigung durch andere zu verhindern. „Die Jugendlichen haben ja jetzt gesehen, wie viel Arbeit es ist, so etwas zu schaffen“, sagt Berger. Vandalismus komme an der Schule immer mal wieder vor, habe zuletzt aber schon spürbar abgenommen.

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