Aus für die "Haarhöhe" von Theodor und Elke Kneer in Niederense

Beliebter Gastwirt im Kreis Soest musste etabliertes Haus aus diesem Grund schließen

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Das Eigentümer-Ehepaar Theodor und Elke Kneer musste sich zurückziehen.

Niederense – „Wir hatten hier eine tolle Zeit, und unsere Gäste waren einfach super.“ Wenn es nach Elke und Theodor Kneer ginge, würden sie noch immer hinter dem Tresen in ihrer Gaststätte „Zur Haarhöhe“ stehen.

Um mangelnden Zulauf brauchten sie sich nie Sorgen zu machen. Jedoch hat eine ernste Erkrankung des beliebten Niederenser Gastwirts dies verhindert, und so waren die Kneers gezwungen, das Lokal im vergangenen Jahr zu schließen.

Seit vielen Jahren war die „Haarhöhe“ auch im weiteren Umkreis ein fester Begriff. „Besonders beliebt waren wir schon immer bei Ausflugsgästen aus dem Ruhrgebiet, die dann weiter zur Möhne-Talsperre gefahren sind“, sagt Theodor Kneer. „Mein Vater hat das Haus im Jahr 1959 gebaut. Danach war es die ersten Jahrzehnte immer verpachtet – zuerst an das Ehepaar Irmgard und Walter Meier aus Hamm. Damals hieß es noch ,Auf der Haarhöhe’.“

Auch ein griechisches Restaurant war für einige Zeit in den Räumen „An der Schanze“ untergebracht. Während dieser Zeit, etwa Mitte der 80er Jahre, hat Theodor Kneer das Haus um einen Anbau erweitert. „Den habe ich innerhalb von etwa zwei Jahren selbst gebaut. Das war damals noch so üblich. Dem griechische Restaurantbetreiber war der Wirtsraum danach sogar zu groß, und er hat den neuen Bereich mit einem Vorhang abgeteilt. Das hat mich umgehauen“, berichtet der 63-Jährige. 

Gut zehn Jahre später stand dann wieder ein Pächterwechsel an. Kneer: „Doch es war einfach niemand zu finden. Ich habe dann meine Frau so lange bearbeitet, bis sie einverstanden war, dass wir das Lokal selbst weiter führen.“ Nachdem er tagsüber in seinem Beruf als Kraftfahrzeugelektriker tätig war, band er sich abends die Wirtsschürze um. „Anfangs noch an jedem Tag in der Woche“, so Elke Kneer. „Später haben wir mittwochs einen Ruhetag eingelegt.“

Für viele Niederenser war die „Haarhöhe“ ein fester Anlaufpunkt. Das gemütliche Gasthaus war Stammlokal der Zweiten Kompanie der St. Hubertusschützen und des Dartvereins; die Möhne-Taucher kamen regelmäßig, und auch als Bikertreff waren die Kneers anerkannt. „Supercool war auch immer die Seniorenrunde am Freitagabend. Aber man kann gar nicht alle aufzählen“, sagt Elke Kneer. „Das Besondere war immer die urige Kneipenatmosphäre. Dafür haben uns die Leute gemocht.“

Zu vielen ihrer Stammgäste haben die Kneers auch heute noch regen Kontakt: „Alles supernette und hilfsbereite Leute. Jederzeit zur Stelle. Das ist eben Dorf.“ Einen Nachfolger wird es übrigens nicht geben. Für das Gasthaus „Zur Haarhöhe“ bedeutet der Rückzug des Ehepaares Kneer das endgültige Aus.

Mittlerweile hat ihre Tochter die Räume übernommen und baut sie zurzeit zur Wohnung um. „Damit gibt es jetzt nur noch sieben Lokale in ganz Ense. Vor fünfzig Jahren waren es noch fünf alleine in Niederense“, blickt Theodor Kneer wehmütig auf auf eine „zwar stressige aber wunderbare Zeit“ zurück.

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