Hoffnung schwindet

Kein Publikum - Gestrandeter Zirkus muss Vorstellung absagen

Zirkus Manjana ist in Ense gestrandet
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Die Clowns Alexandro, Williams und Delayn (von links) ziehen nach dem Blick in die leere Manege lange Gesichter.

Die Hoffnung stirbt zuletzt – ein Sprichwort, das Zirkus-Chef Williams Köllner nicht mehr hören kann. Köllner ist Chef vom Zirkus Manjana, der seit März in Bremen gestrandet ist. Seine Hoffnung hatte Williams Köllner in die Vorstellungen gesetzt, die der Zirkus in dieser Woche von Mittwoch bis Sonntag geplant hat.

Bremen - Das Ordnungsamt in Bremen hatte das „Okay“ gegeben für Vorstellungen mit mehr als 100 Zuschauern. Doch nach drei Tagen ist bei Köllner der letzte Funke Hoffnung verglüht – die Vorstellung am Freitagnachmittag wurde mangels Zuschauern abgesagt.

Mit freiem Eintritt feierte der Zirkus die erste Vorstellung am Mittwoch – 50 Zuschauer kamen in das kleine Zelt, das die Köllners Corona-gerecht vorbereitet hatten. „Donnerstag waren es dann nur noch 20 Zuschauer“, sagt ein verzweifelter Williams Köllner. Als am Freitagnachmittag nur noch drei Kinder mit ihren Eltern vor dem Zelt standen, sagten die Köllners die Vorstellung kurzerhand ab. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagt Williams Köllner. Mit dem Geld aus den Auftritten sollten offene Rechnungen und Versicherungen bezahlt werden, um den Betrieb am Laufen zu halten. „Ich wollte vermeiden, dass wir den Zirkus stilllegen müssen“, sagt Köllner. Ob ihm nach diesem Wochenende noch eine andere Wahl bleibt, ist offen.

„Akrobatik der Extraklasse“

Die Clowns Alexandro, Williams junior und Delayn sowie ihre Brüder und Schwestern hatten sich auf den Auftritt am Freitag bereits vorbereitet. „Ich schminke mich immer selber, bei den Kleinen helfen die anderen“, erklärte Williams jun. traurig. Am Vortag war er noch erstmals mit seinem dreijährigen Bruder Alexandro aufgetreten.

„Die Qualität der Vorstellung ist sehr gut“, sagt die Bremer Tierärztin Maren Neumann-Aukthun, die die gestrandete Zirkusfamilie seit der ersten Minute unterstützt, mit Tränen in den Augen. Neumann-Aukthun hat übrigens am Samstag zu ihrem Praxis-Abschied in den Zirkus eingeladen. Dementsprechend können die Köllners mit mehreren dutzend Gästen rechnen, sodass die Vorstellung in jedem Fall stattfinden wird.

Williams Köllner lädt aber auch alle anderen Enser ein. „Wir bieten Akrobatik der Extraklasse“, sagt er selbstbewusst. Mit dabei ist bei den Vorstellungen auch immer Akrobat Jeffrey. Der kleine Artist hatte einen erfolgreichen Auftritt in der RTL-Fernsehshow „Das Supertalent“ hingelegt – und dabei die Jury überzeugt. Jeffrey will auch bei den nächsten Vorstellungen seine weißen Stühle für möglichst viele Zuschauer bis unters Dach des Zeltes stapeln.

Vorstellungen

Noch bis Sonntag (11. Oktober) lädt der Circus Manaja alle Familien täglich zu Vorstellungen unter die Kuppel ein. Am Samstag und Sonntag finden Vorstellungen jeweils um 11 Uhr und 16 Uhr statt. Das Zirkuszelt ist neben der Conrad-von-Ense-Schule aufgebaut (Willi-Eickenbusch-Straße). Am Sonntag ist Familientag, heißt es auf den Plakaten – Erwachsene zahlen dann den Kinderpreis. Infos gibt es unter Telefon 0152/24092189.

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