Große Erleichterung

Gestrandeter Zirkus: Gemeinde stellt Strom kostenlos zur Verfügung

Mit mehreren Auftritten in Seniorenheimen, hier am Sörries Kamp in Bremen, hat der Zirkus in den vergangenen Monaten ein paar Euro verdient.
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Mit mehreren Auftritten in Seniorenheimen, hier am Sörries Kamp in Bremen, hat der Zirkus in den vergangenen Monaten ein paar Euro verdient.

Zirkusdirektor Williams Köllner ist erleichtert, als er vom Anzeiger erfährt, dass Bürgermeister Rainer Busemann beabsichtigt, die kostenlose Stromversorgung, die die Gemeindeverwaltung dem Zirkus Manjana seit mehreren Wochen gewährt, mindestens bis Ende April zu verlängern. Seit mehr als einem Jahr ist der 14-köpfige Zirkus Corona-bedingt mittlerweile in Bremen gestrandet.

Bremen - „Wir werden natürlich von dem Zirkus nicht verlangen Ende zu verlassen. Das wäre nicht menschlich“, erklärt Bürgermeister Rainer Busemann. Er möchte in der nächsten Woche Kontakt zum Zirkus aufnehmen, um die „weitere Vorgehensweise“ zu besprechen. „Als wir uns auf Ende März geeinigt haben, konnte man den Stand der Pandemie noch gar nicht abschätzen“, erklärt Rainer Busemann zur Absprache der kostenlosen Stromversorgung bis Ende März.

Gestrandeter Zirkus im Kreis Soest: Sanitäranlagen auf Strom angewiesen

Demnach werden die zwischen Zirkus und Gemeindeverwaltung getroffenen Absprachen auf für den Monat April gelten.

„Uns fällt ein Stein vom Herzen. Das ist eine richtig gute Nachricht“, sagt der 45-jährige Williams Köllner, der erst kürzlich nach einem Jahr in Ense Bilanz gezogen hat. Denn nicht nur Wasser sei lebensnotwendig, sondern auch Strom. „Den brauchen wir für unsere Wohnwagen“, erklärt der Zirkus-Chef. „Wir müssen unsere Lebensmittel lagern und Wäsche waschen.“ Aber nicht nur die Kühlschränke in den fahrbaren Heimen werden mit dem kostenlosen Strom der Gemeinde versorgt, auch die Sanitäranlagen werden damit betrieben.

Williams Köllner hat sich in der Zwischenzeit im Raum Kassel auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht – ohne Erfolg. „Solange es mit Corona immer schlimmer wird, werden wir nichts Neues finden“, sagt er,

Eine Einschätzung, die auch Bürgermeister Rainer Busemann teilt. „Uns sollte klar sein, ein neuer Aufenthaltsort ohne die Möglichkeit auf Zirkusvorführungen, ist nur sehr schwer zu finden.“ Man wolle dort helfen, wo man kann, kündigt Busemann an.

Gestrandeter Zirkus im Kreis Soest: Hilfe von Mutter mit drei Kindern

Dass sich das Zirkuszelt in naher Zukunft wieder füllt, scheint bei steigenden Inzidenzen und immer mehr Kommunen, die die sogenannte Notbremse ziehen unrealistisch. Die Köllners hoffen auf Auftritte spätestens im Sommer. Denn in der Regel läuft die Zirkus-Saison zwischen März und Juli.

In den vergangenen zwei Wochen, berichtet Williams Köllner, von einigen wenigen Besuchern, die dem Zirkus finanziell unter die Arme gegriffen haben.

Besonders ergreifend fand er eine Mutter, die mit drei Kindern in Bremen vorbeikam. „Die haben ihr Taschengeld gespendet. Und zwei Tage später haben sie noch einmal für uns gesammelt“, sagt der 45-Jährige.

Die Hilfen seien schlussendlich ein Tropfen auf den heißen Stein, trotzdem freue sich der Zirkus sehr, dass Anteil an der Situation genommen wird.

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