Es besteht Einigkeit

Gemeinde-Geld für Gaststätte: Das sagen die anderen Gastronomen

Haben sich zusammengesetzt: (von links) Die Gastronomen Hans Bauten, Detlef Dienenfeld, Verpächter Wilfried Schwarze und Kemal Jusufbasic.
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Haben sich zusammengesetzt: (von links) Die Gastronomen Hans Bauten, Detlef Dienenfeld, Verpächter Wilfried Schwarze und Kemal Jusufbasic.

Insgesamt 75 000 Euro will die Gemeindeverwaltung für die Alte Post in der Bremer Ortsmitte aufbringen. Die Gastronomen der Gemeinde sprechen sich gemeinsam gegen die Finanzspritze aus. Sie befürchten Wettbewerbsverzerrung.

Niederense/Höingen/Parsit - „Das geht nicht“, sagt Wilfried Schwarze, der Verpächter des Steakhaus Schwarze in Höingen. Schwarze hat sich mit dem Pächter des Steakhaus, Kemal Jusufbasic, und Detlef Dienenfeld, dem Chef des Dinelli‘s, bei Hans Bauten in der Gaststätte Himmelpforten in Niederense getroffen. Astrid Wulf-Reuter und Dietmar Reuter vom Restaurant Wulf in Parsit waren verhindert. Die Gastronomen wollten gemeinsam Stellung beziehen zur geplanten Investition der Gemeinde in die Genossenschaft für die Alte Post.

Gastronomen begrüßen Mitbewerber in der Alten Post

In der Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, entscheidet der Gemeinderat, ob er sich eine Beteiligung der Gemeinde an der Genossenschaft in Höhe von 25 000 Euro vorstellen kann. Zudem soll ein Gründungszuschuss von 50 000 Euro in Aussicht gestellt werden. Die Mitglieder der Genossenschaft planen Kauf und Betrieb der Gaststätte in der Bremer Ortsmitte.

„Das Geld der Gemeinde hat dort nichts verloren“, sagt Hans Bauten. Die Gastronomen fordern die „gleichen Grundvoraussetzungen“ für alle Gaststätten und die seien durch eine Beteiligung der Gemeinde schlichtweg nicht mehr gegeben.

„Wir fühlen uns nicht benachteiligt durch einen zusätzlichen Mitbewerber“, sagt Detlef Dienefeld. Ganz im Gegenteil: Bremen sei ein großer Ort und die Alte Post ein schönes Lokal, das einen guten Gastronomen verdient habe, sind sich die Gastronomen einig. Die Gründung einer Genossenschaft sei zudem eine gute Idee.

Aber durch die Beteiligung der Gemeinde an der Genossenschaft befürchten sie ein Ungleichgewicht. So haben sich beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofs in den vergangenen Jahren für ihre Weihnachtsfeier in unterschiedlichen Gastronomiebetrieben getroffen, erklären Bauten und Dienenfeld. Sie fragen: Wo wird gefeiert, wenn sich die Gemeinde an der Alten Post beteiligt?

Geld für die Alte Post: Gemeinde schafft Präzedenzfall

Gerade in der Corona-Pandemie, einer Zeit, in der jeder Gastronom ums Überleben kämpfe, stoße ein solcher Vorstoß der Gemeinde auf Unverständnis, sagen die Gastronomen.

Wilfried Schwarze befürchtet, dass mit der Beteiligung der Gemeinde ein Präzedenzfall geschaffen werde. Denn das Gasthaus Himmelpforten sei zum Beispiel mindestens genauso ortsbildprägend für Niederense wie die Alte Post für Bremen, sagt er. Und dann stehe plötzlich die Gemeinde in der Pflicht, sei es eine Genossenschaft oder ein einzelner Gastronom.

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