Neues E-Fahrzeug

Gemeinde kontrolliert Straßen mit einem Dreirad

Gemeinde-Mitarbeiter Sebastian Hahn (Mitte) kontrolliert mit dem Lastendreirad die 317 Enser Straßen und Wege. Bauhofleiter Steven Grow (links) und Beigeordneter Andreas Fresen loben die Neuanschaffung.
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Gemeinde-Mitarbeiter Sebastian Hahn (Mitte) kontrolliert mit dem Lastendreirad die 317 Enser Straßen und Wege. Bauhofleiter Steven Grow (links) und Beigeordneter Andreas Fresen loben die Neuanschaffung.

Hurra, die Post ist da – könnte man meinen. Das gelbe elektrisierte Lastendreirad des Unternehmens „Draisin“ mit dem Bauhof-Mitarbeiter Sebastian Hahn seit einigen Tagen unterwegs ist, ist baugleich zu den Rädern der Deutschen Post. Doch Hahn verteilt auf seinem Dreirad weder Briefe noch Päckchen, sondern kontrolliert die 317 gemeindeeigenen Straßen und Wege.

Ense - „Aus dem Auto heraus ist eine Streckenkontrolle nur schwer möglich“, erklärt Bauhofleiter Steven Grow, da könne einfach viel zu leicht das eine oder andere kleine Schlagloch übersehen werden. Deswegen erledige der Bauhof diese Arbeiten auf einem Fahrrad.

Nach nunmehr 15 Jahren habe das alte Kettler-Zweirad mit dem Hahn zuvor unterwegs war ausgedient. Bei der Suche nach einem Ersatz habe man sich für das Lastendreirad entschieden. Zum einen lasse sich das Tablet auf dem Hahn seine Entdeckungen und Kontrollen protokolliert problemlos in der Halterung am Lenkrad befestigen. Andererseits kann er kleinere Reparaturarbeiten unmittelbar ausführen. Dazu werden bei den Kontrollen zwei Eimer mit Spachtelmasse mitgeführt.

Stolze 6084 Euro hat das E-Dreirad gekostet. 3850 Euro kommen aus dem Fördertopf für „Emissionsarme Mobilität“ von der Bezirksregierung Arnsberg. Diese fördert elektrische Lastenfahrräder in der Grundausstattung nebst einem fest verbauten Transportaufbau.

Akku reicht für 20 Kilometer

Drei Akkus für das elektrisierte Dreirad habe er immer dabei, sagt Sebastian Hahn. Einen vierten Akku hat der Bauhof zur Sicherheit bestellt, so Steven Grow. Denn zwischen 55 und 60 Kilometer Straßen und Wege kontrolliere Sebastian Hahn an Spitzentagen und ein Akku reiche für rund 20 Kilometer. Das sei ein Drahtseilakt, den der Bauhof mit einem vierten Akku umgehen möchte. Schließlich wiegt das Gefährt nicht gerade wenig, sagt Sebastian Hahn. Und der Weg zum Bauhof in Höingen sei nun mal nicht gerade flach. Eine Anfahrtshilfe bis zu vier Stundenkilometern entlastet Hahn im Alltag, ansonsten sei die Arbeit schon eine Sporteinheit, so der 32-Jährige.

Die 317 gemeindlichen Straßen und Wege sind insgesamt 233 Kilometer lang, erklärt Andreas Fresen, Beigeordneter der Gemeinde. Sebastian Hahn kontrolliert die 82 kilometerlangen Gemeindestraßen und die 95 kilometerlangen Wirtschaftswege. Die restlichen 56 Kilometer sind unbefestigte Wald- und Wiesenwege.

Festgelegter Stufenplan

Kontrolliert wird nach einem festgelegten Stufenplan: Einmal monatlich kontrolliert der Bauhof beispielsweise alle Hauptverkehrsstraßen. Kleinere Sackgassen werden hingegen nur alle drei Monate überprüft.

Als Straßenbaulastträger ist die Kommune im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Daseinsvorsorge verpflichtet, die Strecken auf ihre Verkehrssicherheit zu kontrollieren.

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