Stallpflicht angeordnet

Geflügelpest: Landwirt sorgt sich um seine Tiere

2019 hatte Johannes Schumacher direkt an seinem Hof in Niederense den ersten mobilen Hühnerstall mit 100 Tieren aufgestellt. Mittlerweile hat er 270 Hühner.
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2019 hatte Johannes Schumacher direkt an seinem Hof in Niederense den ersten mobilen Hühnerstall mit 100 Tieren aufgestellt. Mittlerweile hat er 270 Hühner.

Um die Ausbreitung der Geflügelpest zu vermeiden, hat der Veterinärdienst des Kreises Soest am Montagmorgen angeordnet, Geflügel in geschlossenen Ställen unterzubringen. Gar nicht so einfach die Hühner wieder einzufangen, wenn sie am Morgen erst einmal aus dem Stall gekommen sind, sagt Landwirt Johannes Schumacher aus Niederense. Seine 270 Hühner befinden sich bereits seit mehreren Tagen in häuslicher Quarantäne.

Niederense - „Ich habe am Samstagmorgen einfach die Tür zugelassen“, erklärt Johannes Schumacher. Denn Ense war bereits vor der Mitteilung des Kreises zum Beobachtungsgebiet geworden. Ein Fall aus dem Märkischen Kreis hatte diese Konsequenz nach sich gezogen.

Die Geflügelpest ist für Landwirt Schumacher gleich die zweite Seuche, auf die er derzeit Acht geben muss. Denn seine rund 600 Mastschweine werden von der Afrikanischen Schweinepest bedroht.

Bei Johannes Schumacher ist die Sorge groß, dass die Geflügelpest so nah rückt, dass seine Tiere notgeschlachtet werden müssen und er für längere Zeit gar keine Hühner mehr halten darf. Das habe schließlich auch wirtschaftliche Folgen. Mehr als 220 Eier legen die 270 Hühner täglich. „Die Eier vermarkten wir über unseren Hofladen selber“, erklärt Schumacher.

Es müsse nur ein Vogel tot vom Baum fallen, „da haben wir dann gar keinen Einfluss drauf“, warnt Johannes Schumacher vor den Unwägbarkeiten der Geflügelpest.

Geflügelpest: Viruserkrankung ist eine schwere Form der Vogelgrippe

Die Geflügelpest ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, eine besonders schwer verlaufende Form der Vogelgrippe (Aviäre Influenza). Alle Nutzgeflügelarten, aber auch viele Zier- und Wildvogelarten sind hoch empfänglich für die Infektion. Bei Hühnern und Puten werden die höchsten Erkrankungs- und Sterberaten beobachtet – teilweise bis zu 100 Prozent.

Vor zwei Jahren ist Schumacher mit 100 Tieren und einem mobilen Stall gestartet. 170 Tiere und ein zweiter mobiler Stall sind später dazugekommen.

Johannes Schumacher rechnet damit, dass die Tiere für „mehrere Wochen“ im Stall bleiben müssen. Das Veterinäramt hat zur Länge der Maßnahme noch keine Angabe gemacht. Zwei oder drei Tage können die Hühner problemlos im Stall verbringen, erklärt der Landwirt, „das machen sie auch, wenn es regnet.“ Damit die Tiere aber keinen Lagerkoller bekommen, brauchen sie Beschäftigungsmaterial. Das hat Johannes Schumacher am Montag besorgt: Picksteine sollen unter anderem dafür sorgen, dass die Hühner nicht aufeinander einpicken. Und auch Raufen mit Stroh oder Heu sorgen für eine Beschäftigung der Tiere.

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