Experte kritisiert Licht-Smog im Industriegebiet  

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Zu viel Licht kann stören. Insofern rät Walter Schmidt, die Außenbeleuchtungen aller Betriebe im Industriepark zu überprüfen.

Bremen/Höingen – Die Gemeinde sollte alle Unternehmen im Höinger Industriepark anschreiben mit der Bitte, ihre jeweilige Beleuchtungsanlage im Außenbereich zu überprüfen.

Das hat Walter Schmidt von Licht + Straße GmbH mit Sitz in Bremen den Mitgliedern des Bau- und Verkehrsausschusses empfohlen. 

Und Grund für diesen Ratschlag des Experten ist die Erkenntnis, dass Außenbeleuchtungsanlagen störende Lichtemissionen und dadurch physiologische und psychologische Probleme bei Menschen auslösen können, weil sie sich zum Beispiel in der Nachtruhe gestört fühlten. Außerdem können Lichtemissionen auch Nachteile für Tiere der Umwelt verursachen.

Wobei der Ingenieur für öffentliche Beleuchtung in seinem knapp 40-minütigen Vortrag am vergangenen Donnerstag keinen Zweifel daran ließ, dass eben gerade auch im Industriepark Handlungsbedarf bestehe. 

Zumindest bei SPD und Grünen rannte Walter Schmidt mit seiner Anregung offene Türen ein. Mehr noch: Grünen-Ratsfrau Dr. Stefani Konstanti sprach sich sogar dafür aus, das Thema Licht-Smog zum Gegenstand der Beratungen für das zu erstellende Gemeindeentwicklungskonzept zu machen. Zumal dann, wenn sogar mit „einfachen Mitteln“ Erfolge erzielt werden könnten.

Damit wiederum bezog sie sich auf die zuvor von Walter Schmidt getätigten Ausführungen. Denn der Fachmann hatte deutlich gemacht, dass sich störende Licht-Emissionen und Lichtimmissionen durch Blendung und Aufhellen des Nachthimmels mittels lichttechnischer Planung und mit den richtigen Leuchten vermeiden ließen. Zudem sprächen die Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetztes eine klare Sprache. Auch hierauf müsse man im Zweifel die Unternehmer hinweisen. Die richtige Einstellung der Leuchten und eine Dimmung sowie Reduzierschaltungen ab 22 Uhr seien erfolgsversrechende Maßnahmen, um auf die Klagen der Anwohner zu reagieren. Worte, die vor allem bei SPD-Fraktionschef Michael Heierhoff auf fruchtbaren Boden fielen. So habe der Vortrag für ihn gezeigt, dass im Industriegebiet „einiges nicht so ist, wie es sein sollte“. Einige Betriebe würden mit ihrer Beleuchtung „über das Ziel hinausschießen“, so der Genosse. Insofern sei er sehr dafür, die Anregung von Walter Schmidt aufzugreifen und die Betriebe anzuschreiben. SPD-Ratsherr 

Wilfried Pater machte den ergänzenden Vorschlag, dass Wirtschaftsförderin Carina Gramse mit den Unternehmern das Gespräch suchen solle, um die Beleuchtung der Betriebe „optimal zu gestalten“. Hier könne die Gemeinde „Hilfestellung“ geben. In drei bis fünf Monaten könne man dann sehen, ob Erfolge im Sinne der Bürger eingetreten seien. 

Lichtimmissionen beziehungsweise Lichtsmog ist nach Ausführungen von Walter Schmidt die „unerwünschte Licht-Abstrahlung, die zum Teil in den Nachthimmel strahlt, aber auch durch Helligkeit und Blendung negative Auswirkungen auf Mensch,Tier und Natur haben kann.“ Durch die falschen Anwendungen der LED-Beleuchtung sei eine Nachthimmelaufhellung möglich. Falsche Leuchten oder falscher Anstellwinkel? Mit Blick auf den Industriepark konnte Walter Schmidt nur vermuten, wie es zu den unerwünschten Fehlentwicklungen gekommen sein könnte. „Wurden falsche Leuchten benutzt? Wurde die LED-Leuchte zu groß in Watt und Lumen gewählt, ohne eine vorherige lichttechnischer Berechnung?“ Oftmals sei auch ein falscher Anstellwinkel der Leuchte auf einem alten Ausleger Grund für die Blendung. Im Allgemein sei festzustellen, dass durch es die LED-Beleuchtung immer heller werde.

Zudem wurde auch das Thema Straßenbeleuchtung angesprochen. Hier, so Walter Schmidt, „gibt es keine Probleme, da grundsätzlich bei Neubau und Umrüstungen eine lichttechnische Berechnung nach DIN vorausgeht, und das Licht nur dorthin gebracht wird, wo es für die Sicherheit der Bürger und Verkehrssicherheit notwendig ist.“

Der Vortrag im Bau- und Verkehrsausschuss war Resultat von Anwohnern des Höinger Industrieparks, die sich in jüngster Zeit durch die Beleuchtung einzelner Betriebe gestört fühlten.

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