Letzte Hoffnung zerstört

Enses Bürgermeister reagiert erschüttert auf das Kettler-Aus

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Über das Aus für Kettler wurden die Mitarbeiter am Montag bei einer Betriebsversammlung in der Schützenhalle in Bremen informiert.

Ense – Als die Mitarbeiter von Kettler am Montagmorgen die Bremer Schützenhalle verließen, war ihnen endgültig klar, dass es für ihren Arbeitgeber – und damit für den eigenen Job – keine Zukunft mehr geben wird. Enses Bürgermeister Hubert Wegener zeigte sich „erschüttert“ von den Entwicklungen.

Genauso wie sein Bürgermeister-Kollege Michael Grossmann aus Werl hatte auch Hubert Wegener zuletzt „überhaupt gar keinen Kontakt zu der Geschäftsleitung“. Er habe nur mitbekommen, was Betriebskreise und die Presse berichtet hätten. Wegener hatte auch keine Einladung zu der gestrigen Versammlung in Ense erhalten, war deshalb nicht persönlich vor Ort. 

Er sei enttäuscht, dass die Hoffnung, die durch neuen Investoren aufgekommen sei, endgültig zerstört wurde. „Die Unsicherheit ist nun zur traurigen Gewissheit geworden“, sagte Wegener. „Mir tun die Mitarbeiter, die ihren Job verloren haben, und ihre Familien leid“, so Enses Bürgermeister. Das Rathaus könne nicht mehr tun, als moralische Unterstützung zu leisten. 

150 Mitarbeiter hatten laut Informationen von Wegener zuletzt noch in Ense gearbeitet. Viele von ihnen würden auch in Ense wohnen. Aber auch die Zuliefererunternehmen von Kettler seien teilweise aus Ense gewesen. Man müsse jetzt hoffen, dass diese Firmen mit dem Wegbruch von Kettler klar kämen. Er hoffe – und wisse das auch von einigen – dass sie sich bereits umorientiert hätten. 

Das bestätigte gestern auch Ralf Hettwer, Vorsitzender des Initiativkreises Ense: „Ich weiß, dass einige schon frühzeitig versucht haben, die Weichen in eine andere Richtung zu stellen.“ Er glaube daher, dass das Aus bei Kettler nicht noch andere Enser Unternehmen mit herunter reiße. „Die Firmen haben ihre Hausaufgaben gemacht“, so Hettwer. 

Kettler sei über Jahrzehnte ein guter Name in Ense gewesen. Da sind sich Hubert Wegener und Ralf Hettwer einig. „Kettler hat viel Gutes für Ense getan und wir haben daran partizipiert“, so Hettwer. Er, genauso wie Wegener, haben nun die Befürchtung, dass der Name in Ense seine Bedeutung verlieren wird. Insgesamt sei es „eine Tragik, die kaum zu überbieten ist“, sagte Hettwer. 

Zwar habe man sich in den vergangen Tagen auf das Aus einstellen können, „aber wenn es endgültig ausgesprochen ist, ist es doch noch etwas anderes.“ 

Das Wichtigste sei nun, dass Mitarbeiter wieder neue Arbeitsplätze finden: „Da ist eine Tür zugegangen. Ich hoffe, dass für alle bald eine andere wieder aufgeht“, so Ralf Hettwer. 

Eine weitere Aufgabe für die Zukunft sieht Bürgermeister Hubert Wegener in den Kettler-Gebäuden, die bald leerstehen werden. „Natürlich sorge ich mich, dass daraus Ruinen werden. Daher ist es wichtig, dort irgendwann wieder Leben einziehen zu lassen.“

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