Enser Windrad-Betreiber sehen TÜV-Pflicht skeptisch 

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Die Überprüfung der Windräder „liegt in unserem eigenen Interesse“, so Andreas Düser.

Bremen – Andreas Düser ist zwiegespalten. Nicht nämlich, dass der Sprecher der Windkraftbetreiber im „Windpark Ruhne/Waltringen“ etwa gegen eine regelmäßige Überprüfung der Anlagen wäre. Allerdings bezweifelt er, dass die vom TÜV ins Spiel gebrachte Systematisierung der Kontrollen für die erhoffte Wirkung sorgt.

Wie berichtet, spricht sich der TÜV für einheitliche Vorgaben bei der sicherheitstechnischen Überprüfung von Windrädern aus, da die Zahl der Störfälle nur schwer ermittelbar sei. Für Andreas Düser prinzipiell nachvollziehbar, zumal die heimischen „Windbauern“ derartige Kontrollen an ihren Rädern – auch den alten – ohnehin durchführen. „Das“, so Andreas Düser, „liegt in unserem eigenen Interessen“.

Allerdings warnt er, der selbst Feuerwehrmann ist, auch vor dem Irrglauben, dass das Störfälle gänzlich auszuschließen sind. Denn vor allem zwei Faktoren seien es, die zu Bränden in den Anlagen führten: ein besonders heftiger Blitzeinschlag, gegen den – wie bei Gebäuden auch – der beste Schutz nichts ausrichten kann, oder das Versagen von elektrischen Bauteilen in den Anlagen. Und die Hersteller sorgen für permanente Optimierungen, durch die Verwendung von nicht-brennbaren Materialien. Wie gering das Gefahrenpotenzial durch Windkraftanlagen tatsächlich ist, lasse sich sicher auch an den so genannten Haftpflicht-Prämien für Windenergieanlagen ablesen. Die Haftpflichtversicherung decke die Schäden ab, die durch eine Windenergieanlage verursacht werden, und kostet für eine moderne Anlage mit 5 Millionen Euro Deckung gut 60 Euro im Jahr. Die Haftpflichtversicherung für einen Dackel ist mit 80 bis 90 Euro teurer, so Andreas Düser.

Insofern ist er skeptisch, ob eine Prüfpflicht durch den TÜV tatsächlich zum gewünschten Ziel führe. Dass in diesem Zusammenhang – auch im Anzeiger-Kommentar – von regelmäßig vom Himmel herabstürzenden Vögeln durch Anlagen gesprochen wird, ärgert Andreas Düser in diesem Zusammenhang schon sehr. „Zu formulieren, dass das Image der Windkraft nicht das Beste sei und dann einen solchen, definitiv unwahren Satz nachzuschieben, ist schon zynisch! Etwas mehr Realismus und Sachlichkeit hätte an der Stelle sicher gutgetan“, so Andreas Düser.

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