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Enser IT-Firma ausgezeichnet für erfolgreiches Arbeitgebermanagement

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Von: Klaus Bunte

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das Enser IT-Dienstleistungsunternehmen ahd an der Waterlappe
Das Regionalmarketing Südwestfalen hat dem Enser IT-Dienstleistungsunternehmen ahd den „Award für erfolgreiches Arbeitgebermarketing“ verliehen. © Maack

 Das Regionalmarketing Südwestfalen hat dem Enser IT-Dienstleistungsunternehmen ahd den „Award für erfolgreiches Arbeitgebermarketing“ verliehen – das erste Mal, dass diese Auszeichnung an einen Vertreter diese Branche ging.

Ense - Arbeitgebermarketing steht vereinfacht formuliert zum einen für die Einrichtung optimaler Arbeitsbedingungen und zum anderen für deren Kommunikation nach außen, um Fachkräfte für das Unternehmen zu interessieren und sie dann auch langfristig zu binden. Denn qualifizierte Mitarbeiter zu finden, ist für viele Unternehmen und gerade in der IT-Branche eine große Herausforderung.

Geschäftsführer Andreas Rother: „Für mich persönlich ist dies eine hohe Anerkennung unserer Arbeit. Für uns ist der Mitarbeiter ein ganz hohes Gut, und der Preis ist eine hervorragende Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Alle Mitarbeiter freuen sich, und ich denke, wir werden darüber noch weitere gewinnen.“

Die Zahl der offenen Stellen für IT-Spezialisten auf dem deutschen Arbeitsmarkt lag Ende 2020 bei rund 86 000, ergab eine Studie des Branchenverbands Bitkom vor knapp einem Jahr. Immerhin, im Jahr zuvor waren es 124 000. Es dauere in der Regel ein halbes Jahr, bis eine Vakanz erneut besetzt werden kann. Eine große Herausforderung, gerade für ein mittelständisches Unternehmen wie die ahd, das sich auf dem Markt im Werben um Mitarbeiter gegen große Konzerne behaupten muss. Andreas Rother: „Uns gelingt es jedoch, unsere Ausbildungsstellen zu besetzen, und das ist nicht überall der Fall. Das heißt: Da werden wir gesehen. Aber nicht jede Fachkraft, die wir benötigen, ist am Markt schnell zu finden und zu besetzen. Erfreulicherweise werden wir über unser Arbeitgebermarketing immer sichtbarer.“

Das geht vor allem über die sozialen Medien. Das Unternehmen startete eine Kampagne, in der es mittels einer Reihe von Filmclips mit dem Klischee des eigenbrötlerischen und weltfremden Computernerds aufräumen will. Die Kampagne verbreitet ahd eifrig auf Facebook und Co.

Die Arbeit an der Arbeitgebermarke begannen bereits 2018. Federführend war Mirjam Willers, ihres Zeichens Chief Communication Officer, also Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Public Relations. Zu Beginn galt es, über eine anonymisierte Mitarbeiterbefragung die Stärken und Schwächen zu analysieren. Willers: „Wir haben die Mitarbeiter gefragt, was sie schon damals besonders fanden oder was sie sich wünschen würden, wie gut sie sich mit dem Unternehmen und unserer Unternehmenskultur identifizieren können. Wir haben auch Führungskräfte dazu interviewt, welche Rückmeldungen sie von ihren Mitarbeitern erhalten und was wir ihrer Ansicht nach künftig anbieten sollen. Wir haben sicher damals schon übers normale Maß hinaus viel für unsere Mitarbeiter getan, indem wir ihnen zum Beispiel Massagen, Obst und Getränke anboten und viel auf Fortbildung und Homeoffice setzten. Aber wir setzten bis dahin keinen klaren Fokus, wofür wir als Arbeitgeber stehen und was uns besonders macht,“ liefert sie direkt die Definition der „Arbeitgebermarke“ mit.

Außerdem schaute man sich natürlich auch die Wettbewerber mit an. Danach entwickelten die Marketing- und die Personalabteilung gemeinsam mit allen Mitarbeiter die Grundlagen der Arbeitgebermarke in Workshops und Diskussionsrunden. „Dabei ist uns noch einmal deutlich geworden, dass wir vielleicht nicht monetär mit anderen Wettbewerbern mithalten können, dafür unseren Teammitgliedern aber viele ‚weiche Faktoren‘ wie Jobvielfalt, flache Hierarchien und Gestaltungsspielraum bieten“, sagt Marketing Managerin Carina Görmann und ergänzt: „Aus diesen Erkenntnissen heraus haben wir fünf sogenannte Personas geschaffen.“ Der Begriff steht normalerweise für den idealen Zielgruppen-Vertreter, hier symbolisieren die Personas jene Persönlichkeitsfacetten, die die Mitarbeiter idealerweise in sich vereinen sollten, erklärt Willers. Görmann: „Unser zugehöriger Claim lautet: ‚Wir vereinen Persönlichkeiten‘. Damit wollen wir dem Vorurteil der grauen IT-Welt entgegentreten und kommunizieren dieses Image mit unserer Kampagne auch zielgerichtet an junge IT-Nachwuchskräfte.“

Schließlich beschloss ahd, sich damit für die Auszeichnung zu bewerben. Unter den besten vier Bewerbungen konkurrierten die Enser mit Egger Holzwerkstoffe aus Brilon, dem Kreisklinikum Siegen und der Sportklinik Hellersen aus Lüdenscheid. Warum die ahd ausgewählt wurde, erläutert die Jury-Vorsitzende Maria Arens von der Südwestfalen Agentur: „Besonders beeindruckt hat uns die professionelle und durchdachte Art und Weise, wie die ahd das Thema Arbeitgebermarketing angepackt hat und auch nach innen lebt. Beispielsweise profiliert sich die ahd stark über das Thema ‚Lernen und Entwicklung‘, nicht nur in der Außenkommunikation, sondern als echten Unternehmenswert, der für jeden Mitarbeiter greifbar ist und eine wichtige Stellschraube darstellt, um dem Fachkräftemangel in der IT entgegenzuwirken. So stellt die ahd beispielsweise Lerntage für alle Mitarbeiter zur Verfügung, bietet freien Zugang zu Lernplattformen und schreibt den internen Wissenstransfer groß“, lobte Arens.

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