Junger Enser vor Gericht

20-Jähriger verschickt Nacktfotos an Minderjährige - Jugendpornos auf dem Handy

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Wegen der Verbreitung von pornografischem Material musste sich ein 20-jähriger Enser jetzt vor dem Amtsgericht in Werl verantworten. Er kam ohne Freiheits- oder Bewährungsstrafe davon.

Ense/Werl - Der Heranwachsende hatte im vergangenen Jahr bei sechs selbstständigen Handlungen pornografische Bilder an minderjährige Mädchen verschickt. Zudem bewahrte er auf seinem Handy sieben jugendpornografische Fotos auf.

Der Angeklagte gehörte einer „WhatsApp“-Gruppe an, in der auch minderjährige Mädchen waren. Er nahm privaten Kontakt zu diesen Mädchen auf. Ohne eine Aufforderung soll er Fotos seines erigierten Glieds an die Mädchen im Alter von 12 bis 14 Jahren gesendet haben. Zudem hatte er Fotos auf seinem Handy, die „eindeutig kinder- und jugendpornografischen Inhalt zuzuordnen“ waren. 

Geständnis

Der Enser räumte die Straftaten vor Gericht ein. „Es stimmt alles – ich weiß nicht, was da in mich gefahren ist“, sagte der Angeklagte. Er habe die Bilder verschickt, könne sich aber selbst nicht erklären, warum. Die pornografischen Bilder, die auf seinem Handy waren, seien aus einer Handy-Gruppe gekommen und so auf seinem Mobiltelefon gelandet unfreiwillig. Auf die Frage, warum er sie nicht sofort gelöscht hat, gab er keine Antwort. 

Beim Gespräch mit der Jugendgerichtshilfe sei der Angeklagte sehr nervös gewesen, sagte die Mitarbeiterin aus. Durch Konflikte der Eltern habe der Enser täglich viel Zeit am PC und an der Spielkonsole verbracht. Eine schwierige Phase habe er durchgemacht, als seine Mutter das Haus verließ und weiter wegzog. Trotzdem sei sein Weg gradlinig verlaufen, inklusive Ausbildung. 

Hilfe beim Verein „Die Brücke“

Der Staatsanwalt versuchte, dem Angeklagten klar zu machen, dass solche jugendpornografischen Bilder nur zustande kommen, wenn es dafür einen Markt gibt und er einen Teil dazu beigetragen hat. Und er sollte sich bewusst machen, was die minderjährigen Mädchen beim Anblick der von ihm verschickten Bilder durchgemacht hätten.

 Auf Vorschlag der Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe entschied der Richter, dass der junge Enser sich Hilfe beim Verein für Prävention von Kriminalität „Die Brücke“ in Dortmund suchen und diese Therapie selber finanzieren muss. Falls die Kosten der Behandlung unter 800 Euro liegen, muss er die Differenz an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

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