Enser bildet irakische Soldaten aus

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Ein Stück Heimat in Form einer Fahne der Sportgemeinschaft Oberense hat Jörg Junker mit in den Irak genommen.

Oberense – Dieser Glückwunsch legt den wohl weitesten Weg zurück. Gut 4 500 Kilometer immerhin. Eindeutig zu viel, um für einen kurzen Abstecher nach Hause zu kommen. Und insofern liegt er Jörg Junker besonders am Herzen.

Denn wenn Oberense am 18. August sein 750-jähriges Bestehen feiert, dann versieht er seinen Dienst im Zentral-Irak – als Ausbilder der Bundeswehr für irakische Soldaten.

Dabei ist der mittlerweile 50-jährige Jörg Junker Wiedereinsteiger bei der Bundeswehr, in Augustdorf stationiert und als Panzerkommandant eingesetzt. Und wie er gegenüber dem Anzeiger ausführt, noch ein paar Monate. Sollte der Bundestag das Mandat nach der Sommerpause nicht verlängern, dann „sind wir vor Weihnachten zurück.“ Dabei war Jörg Junker vor 23 Jahren aus der Bundeswehr ausgetreten, „aus persönlichen Gründen“, wie er ergänzt. 

Allerdings verließ ihn der Wunsch, zur Armee zurückzukehren nie so ganz. Auch nicht während seiner Zeit als operativer Geschäftsführer in einem Recycling-Unternehmen. Und als man bei der Bundeswehr die Altersbeschränkung für Wiedereinsteiger lockerte, sah Jörg Junker seine Stunde gekommen. Er bewarb sich, wurde genommen. Wobei damals klar war: Auch bei der neuerlichen Verpflichtung muss er sich auf Auslandseinsätze einstellen, so wie schon 1993, als er in Somalia Dienst versehen musste. 

„Mein Lieblingsplatz ist – neben Oberense – im Kreise der Kameraden, auch wenn sich das für viele sehr ungewöhnlich anhört“, erklärt Jörg Junker. Wobei Kameradschaft nicht zu vergleichen sei mit Partnerschaft und Freundschaft. „Im schlimmsten Fall muss ich meinem Kameraden mein Leben anvertrauen und er mir seins.“ In dieser Welt habe jedenfalls Egoismus nichts zu suchen. „Ich habe das Glück, dass ich eine sehr gute Kompanie mit dem 2. Panzerbataillon 203 erwischt habe“, stellt er seinen Kameraden ein hervorragendes Zeugnis aus. 

Hat Jörg Junker Angst vor seiner Aufgabe? Gemischte Gefühle, ja. Aber Angst ist nicht dabei, höchstens Respekt“, lässt er in sein Inneres blicken. Und wie fühlt man sich als 50-Jähriger? „Opa nennt mich hier keiner“, schmunzelt Jörg Junker.

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