Weihnachtskonzerte vor dem Aus? Musikvereine suchen Lösungen

Musikverein Niederense
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Am 7. Dezember hat der Musikverein Niederense im vergangenen Jahr das Weihnachtskonzert gespielt. So eng zusammensitzen dürfen die Musiker aktuell nicht mehr. Jetzt wird nach Alternativen gesucht.

Bremen/Niederense/Höingen – Sie sind eine Tradition, stehen in diesem Jahr aber vor dem Aus: Die Weihnachtskonzerte der Musikvereine aus Höingen und Niederense sowie vom Musikzug Bremen drohen auszufallen. Die Vorstände suchen nach einer Lösung.

Endlich wieder gemeinsam musizieren – diese Hoffnung hatten viele Musiker aus der Gemeinde Ense in den vergangenen Monaten. Durch die Einschränkungen während der Corona-Pandemie ist dies zeitweise unmöglich gewesen. Gestern Abend trafen sich die Mitglieder des Niederenser Musikvereins zur ersten Probe nach den Sommerferien.

Eigentlich bereiten sich die Musiker jetzt so langsam auf ihr Konzert in der Weihnachtszeit vor, das droht aber auszufallen. Betroffen ist davon nicht nur der Musikverein aus Niederense, sondern auch der Musikzug Bremen und der Musikverein Höingen. Die Vorstände suchen nach einer Lösung.

„Eine finale Entscheidung ist noch nicht gefallen“, sagt der 1. Vorsitzende des Musikvereins Niederense, Martin Quenkert. Der Vorstand der Niederenser Musiker möchte zunächst einmal die nächste Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen abwarten, die es Ende August geben wird. Auf dieser Grundlage soll dann entschieden werden, ob das Konzert, das traditionell am 1. Samstag im Dezember stattfindet, ausgerichtet werden kann; und wenn ja, in welcher Form.

Keine ausverkaufte Schützenhalle

Fest steht schon jetzt: In gewohnter Weise wird es sicherlich nicht stattfinden können, so Quenkert. Dazu gehört auch, dass es keine ausverkaufte Schützenhalle geben wird. „Es gibt eine Menge Ideen, was wir machen könnten“, erklärt Quenkert. Acrylglas-Wände zwischen den Musikern, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, wird es aber nicht geben. „Das ist für einen Verein wie unseren nicht stemmbar“, sagt der Vorsitzende.

Vor rund 1000 Menschen haben die 60 Mitglieder des Bremer Musikzugs in der vergangenen Weihnachtszeit bei zwei Auftritten – in Bremen und Wickede – gespielt. „Vielleicht können wir es anders gestalten“, sagt auch Michael Schiller, 1. Vorsitzender des Musikzugs, immer mit Blick auf die Sicherheit aller Beteiligten. Eine Überlegung aus dem Vorstand sei es, nur eine kleine Anzahl an geladenen Gästen zum Konzert zuzulassen. „Dann könnten wir die Musiker in der Mitte der Schützenhalle platzieren und die Zuschauer rundherum“, erklärt Schiller. Es gebe aber auch die Überlegung, das Konzert im Internet zu streamen. Zuschauer hätten die Möglichkeit, das Konzert bequem von zuhause aus am Bildschirm zu verfolgen.

Eine überstürzte Entscheidung wollen auch die Musiker aus Höingen nicht treffen. „Noch befinden wir uns im Zeitfenster“, sagt Markus Brasse, 1. Vorsitzender des Höinger Musikvereins. Brasse weiß aber auch, dass die Zeit immer knapper wird. Gestern Abend hat sich der Vorstand des Vereins getroffen, um Ideen für das Weihnachtskonzert auszutauschen. „Ein Konzert in gewohnter Form, ist bei den jetzigen Abstandsregeln nicht umsetzbar“, sagt Markus Brasse.

Einnahmen fehlen in der letzten Zeit

Brasse führt aus, dass auch Musiker ein Ziel brauchen, auf das diese hinarbeiten können. „Die ersten Stücke für das Weihnachtskonzert haben wir schon im Frühjahr ausprobiert, die eigentlichen Proben für das Weihnachtskonzert beginnen normalerweise Ende August.“ Inwieweit die Weihnachtszeit in Ense musikalisch wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen. „Wir befinden uns jetzt an einem Punkt, da würden die weiteren Planungen Geld kosten“, erklärt Michael Schiller. Da die Einnahmen ohne Auftritte in den vergangenen Monaten ausgeblieben sind, müsse die Entscheidung jetzt wohlüberlegt werden.

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