Industriepark Höingen

Licht-Smog: Bäume und Büsche gegen helle Strahler

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Freier Blick: Aus dem Industriepark in Höingen strahlen die Beleuchtungsanlagen der Unternehmen bis in die Bremer Wohngebiete.

Bremen/Höingen/Parsit – Mehr als 20 Grad in der Nacht und trotzdem keine Chance auf einen kühlen Windstoß im Schlafzimmer: Bürger aus Bremen und Parsit halten ihre Jalousien geschlossen, weil Beleuchtungsanlagen aus dem naheliegenden Höinger Industriepark ansonsten ihre Zimmer aufhellen.

Ein Grüngürtel um das Industriegebiet soll dafür sorgen, dass das Problem hinter Büschen und Bäumen verschwindet. Gemeinsam mit Bürgermeister-Kandidat Rainer Busemann haben Mitglieder der Enser CDU vor Ort nach geeigneten Plätzen für die Bepflanzung gesucht.

„Uns ist bewusst, dass das Industriegebiet und die ansässigen Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde Ense sind, wir wollen aber auch nach Möglichkeiten schauen, um die Lichtemissionen in die angrenzenden Wohngebiete einzudämmen“, sagt Fred Schandel, „da wären Begrünungen unserer Meinung nach ein guter Weg, hier eine Verbesserung zu schaffen. Die weiteren positiven Effekte sind, dass wir damit auch etwas für die Umwelt tun, gerade vor dem Hintergrund des Waldsterbens, und dass wir damit den ländlichen Charakter für viele Bürger von Ense, die in der Nähe des Industriegebiets wohnen, erhöhen.“

Gespräche mit Unternehmen terminiert

Bereits im Februar hatte der Ingenieur für öffentliche Beleuchtung, Walter Schmidt von der Licht + Straße GmbH mit Sitz in Bremen, den Mitgliedern des Bau- und Verkehrsausschusses das Problem mit dem Licht-Smog erläutert. Die Worte des Experten trafen auf offene Ohren bei allen Parteien. Aus Reihen der SPD kam der Vorschlag, die Gemeinde solle das Gespräch mit den Unternehmen suchen. Die Christdemokraten hatten dazu ebenso geschwiegen, wie zu dem Vorschlag, die Industriebetriebe schriftlich um eine Prüfung ihrer Außenanlagen zu bitten. „Es geht nur Miteinander“, erklärte Heinrich Frieling (CDU) später in einer Ratssitzung. Man dürfe keine zusätzliche Bürokratie aufbauen.

Haben sich die Situation vor Ort angeschaut: Armin Müller, Fred Schandel, Rainer Busemann, Ulrich Häken, Lukas Tölle, Egbert Gretenkort, Antonia Sabel mit Sohn (von links).

Die CDU-Kandidaten für die Kommunalwahl am 13. September, Armin Müller und Fred Schandel, haben im Anschluss das Gespräch mit Unternehmen aus dem Industriepark gesucht – es seien auch schon erste Erfolge erzielt worden, was die Reduzierung von Lichtemissionen angeht, erklären Müller und Schandel. Weitere Gespräche mit Unternehmen gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde seien ab September fest terminiert.

Die CDU stellt sich vor, dass Büsche und Bäume im Norden und Westen des Industriegebiets optisch für eine Abgrenzung von der Wohnbebauung sorgen können. Zu den Überlegungen gehört außerdem, an diesem Grünstreifen einen Weg für Fußgänger und Radfahrer sowie eine Ruhezone einzurichten.

Gespräche mit Straßen-NRW

Die Begrünung im Westen soll an der Hauptstraße zwischen Parsit und Höingen liegen. Man habe auch schon Gespräche mit Straßen-NRW geführt, erklärt Armin Müller. „Bei einem Stammdurchmesser von 25 Zentimetern müssten die Bäume 7,50 Meter von der Straße entfernt stehen“, so Müller. Das wäre nicht möglich, sodass dort über ein Alternative mit hohen Büschen nachgedacht werden müsse.

Auch im Norden des Industriegebiets fehlt der Platz, um eine Baumreihe problemlos anzupflanzen. „Es geht nicht, ohne die Gespräche mit den Unternehmen zu suchen“, sagte auch Rainer Busemann. Bei der geplanten Erweiterung des Industriegebiets könne man vielleicht darauf hinwirken, dass die Unternehmen einen Grüngürtel am Rand ihres Geländes anlegen, überlegten die Anwesenden.

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