Ense kennt Zahl seiner "blauen Tonnen" nicht

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Mit Hochdruck arbeitet man in Ense daran, die genaue Zahl der Papiertonnen zu ermitteln.

Bremen – „Die Papier-Tonne ist nicht in Frage gestellt.“ Gleichwohl machte Nikolaus-Windsheimer, Abfall-Experte bei der Entsorgungs-Wirtschaft Soest, im Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstag deutlich: Die Erlöse aus dem Papier-Verkauf seien seit geraumer Zeit im Sinkflug, da auf dem europäischen Markt ein Überangebot herrsche.

Grund dafür sei, dass China seine Papier-Importe gestoppt habe. Vor allem die Vereine, die derzeitig in großem Umfang Papier abholten, könnten vor diesem Hintergrund nicht mit großen Erlösen rechnen.

Apropos Papiertonne: Wie viele Haushalte in Ense eine solche besitzen, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. Und das hängt mit den Problemen bei der Einführung zusammen und nicht damit, dass die Verteilung seinerzeit etwa vom Weihnachtsmann übernommen wurde, wie Willi Lakenbrink (SPD) ironisch fragt. Denn damals, so Nikolaus Windsheimer, hätten Bürger die Annahme der Tonne schlichtweg verweigert, um die Sammlung durch die Vereine nicht zu gefährden.

Und diese Zahl sei damals nicht festgehalten worden. Mit einer Konsequenz, die bis heute nachwirkt: Denn da man nicht weiß, wo eine blaue Papiertonne steht, kann man den ursprünglich für dieses Jahr vorgesehenen Gebührenmarken-Austausch nicht vornehmen, muss ihn ins nächste Jahr verschieben. An der Behebung dieses Problems werde jetzt „mit Hochdruck gearbeitet.“ Dahingehend stelle Ense übrigens eine Ausnahme im gesamten Kreisgebiet dar. 

Einstimmig verabschiedet wurden im Ausschuss die Müllgebühren für 2020. Und das diese auf ganzer Linie sinken, hängt mit dem stabilen Behälter-Volumen und den stabilen Sammelmengen zusammen. Und: Es konnte ein hoher Ausgleich aus Überschüssen des Vorjahres in die Kalkulation einfließen. So sinkt der Gebührenbedarf für 2020 um 2,46 Prozent und hat damit das Niveau von 2018 wieder erreicht.

Übrigens: Angeregt wurden von CDU-Ausschuss-Mitglied Thomas Stock darüber nachzudenken, eine separate Laubsammlung nach Mitte November anzubieten, wenn die wöchentlichen Biomüllgebühren eingestellt sind. Eine Anregung, die Nikolaus Windsheimer aufnahm. So könne es tatsächlich so sein, dass der Klimawandel dafür sorge, dass die Blätter weitaus später als bislang von den Bäumen fallen.

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