Bundesfreiwilligendienst

Ein Jahr im Dienst der Gemeinde 

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Stephan Hartmann (links) und Dirk Kemper prüfen die Feuerwehrausrüstung.

Was tun nach dem Schulabschluss? Man könnte direkt studieren gehen oder eine Ausbildung beginnen. Doch auch nach dem Abi oder der mittleren Reife ist manch einer sich nicht ganz im Klaren, wie der weitere berufliche Lebensweg aussehen soll.

Ense -  Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Praktika (in der Regel unbezahlt) oder ein Jahr als „Bufdi“ im Bundesfreiwilligendienst.

Stephan Hartmann entschied sich für Letzteres und schaut jetzt ein Jahr lang der Gemeinde Ense über die Schulter.

Am Schreibtisch ist er jedoch nicht gelandet – stattdessen im Blaumann. Die eine Hälfte der Arbeitszeit verbringt er an der Seite von Dirk Kemper. Der ist bei der Gemeinde hauptamtlicher Feuerwehrgerätewart und dafür zuständig, die gesetzlich vorgeschriebenen regelmäßigen Kontrollen des Fuhrparks und aller sonstigen Geräte durchzuführen. Dabei geht ihm der 21-Jährige nun zur Hand. Die andere Hälfte der Zeit verbringt er an der Seite von Gemeindemitarbeiter Josef Schelte, wenn sie an den Flüchtlingsunterkünften nach dem Rechten schauen.

Handwerkliche und körperliche Tätigkeiten

Direkter Kontakt ergibt sich selten, dann aber immer höflich und voller Respekt von beiden Seiten: „Denn sie wenden sich mit ihren Problemen oft an die Hausmeister – die sind ja am häufigsten bei ihnen vor Ort.“

Handwerkliche und körperliche Tätigkeiten sind relativ neu für den jungen Mann: „Wir mussten mal ein ganzes Haus ausräumen. Das ist schon eine starke Umstellung, wenn man es bislang nur gewohnt war, jeden Tag in der Soester Hannah-Arendt-Gesamtschule zu sitzen.“

Wie viele Bufdis ist auch er noch unschlüssig, wie seine berufliche Zukunft aussehen soll, deshalb hat er sich zunächst „generell zur Orientierung“ zu dem Jahr entschlossen. Und der Arbeitgeber? „Es ist ja meine Gemeinde“, so der Niederenser. „Ich hatte mich bei mehreren Trägern beworben“, erzählt er. „Zum Beispiel bei einem Sozialverband, der einen Offenen Ganztagsbereich anbietet. Aber die Zusage ließ auf sich warten.“

Die Gemeinde Ense hingegen nahm ihn auf Anhieb: „Wir luden ihn zu einem Gespräch ein und hatten gleich einen positiven Eindruck“, so Dennis Schröder, Fachbereichsleiter vom Bürgerservice: „Wir dachten uns, das könnte passen.“

Der Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren – im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. Er wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 und damit auch des Zivildienstes geschaffen. Er soll die bestehenden Freiwilligendienste Freiwilliges Soziales Jahr und Freiwilliges Ökologisches Jahr ergänzen und das bürgerschaftliche Engagement fördern. Ziel ist es unter anderem, das Konzept des Freiwilligendienstes auf eine breitere gesellschaftliche Basis zu stellen, da der Bundesfreiwilligendienst auch für Erwachsene über 27 Jahre offen ist. Mehr Infos unter www.bundesfreiwilligendienst.de.

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