Reaktion auf Hakenkreuz-Schmierereien

„Ense gegen Rassismus und Gewalt“

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Ein starkes Zeichen ging am Mittwoch vom Hof der Conrad-von-Ense-Schule aus: Mit ihren Lehrern Daniel Keil (links) und Wiebke Janßen (vierte von links) sowie Schulleiterin Stephanie Bingener (rechts) , Stefanie Risse von der Firma Kettler (dritte von links), Andreas Düser vom Windpark Ruhne-Waltringen (sechster von rechts) und Bürgermeister Hubert Wegener (sechster von links) machten die Schüler deutlich: „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“.

Bremen - Die Hakenkreuz-Schmierereien am Geschäftszentrum zwischen Bremen und Parsit bleiben nicht ohne Reaktion: So geht von der Conrad-von-Ense-Schule die Aktion „Ense gegen Rassismus und Gewalt“ aus.

„Wir meinen, dass es Zeit wird, dass wir ein Zeichen setzen sollten“, so die Heranwachsenden, die zudem alle aufrufen, Teil der Kampagne zu werden.

So hat die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zwölf verschiedene Plakate mit Slogans gegen Rassismus erstellt und drucken lassen, die am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

Und ausdrücklich unterstützt wird das Engagement dabei nicht nur von Bürgermeister Hubert Wegener, sondern auch von 50 Firmen, Verbänden und Organisationen, die mit ihren Logos auf den Plakaten vertreten sind.

„Umso mehr Menschen, Vereine, Organisationen und Unternehmen daran teilnehmen, desto stärker wird das Signal sein, das wir setzen können“, so die Schüler. Die Plakate werden dabei seit Mittwoch in den Enser Geschäften und Einrichtungen ausgehängt. Außerdem werden sie an Wohnhäusern verteilt, damit sie gut sichtbar aufgehängt werden. Zusätzlich werden Postkarten an Passanten verteilt, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Bemerkenswert: Den Schülern blieben nur vier Tage Zeit, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen. Doch damit nicht genug: Eingerichtet wurde ferner eine online-Petition.

Und auch wenn es den Schülern mit der Kampagne nicht darum, geht, um Spenden zu bitten, kann man die Aktion sowie zukünftige Projekte der AG auch finanziell unterstützen durch Überweisungen auf das Konto des Fördervereins der Conrad-von-Ense-Schule (IBAN: DE50414601165015677500, BIC: GEN0DEM1S0E, Verwendungszweck: Schule ohne Rassismus). 

Mitglieder der AG „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ der Conrad-von-Ense-Schule sind die Schüler Florian Bernau, Jaqueline Scharping, Elisabeth Steigerwald, Raphael Lorusch, Lea Schröder, Marie Schlütermann, Maybrit Gerber, Pia Hillmann und die Lehrer Wiebke Janßen und Daniel Keil.

Bis Mittwoch haben die Enser Schulen und Kindergärten, 18 Vereine und kirchliche Einrichtungen, 28 Unternehmen und der Initiativkreis Ense e.V. die Kampagne unterstützt. Wer noch mit dabei sein möchte, kann sein Logo an die Mailadresse danielkeil.schule(5)gmail.com schicken. Alle Unterstützer werden auf der Schulhomepage veröffentlicht. Die Kampagne sowie die Petition sollen verdeutlichen, „dass Rassismus und diese Schmierereien nur eine kriminelle Tat Einzelner sind, zu dem die große Mehrheit (der Enser) unmissverständlich ‘Nein und Stopp!’ sagen“, so die Schüler. Und für sie besonders erwähnenswert: der Windpark Ruhne-Waltringen hat dem Projekt 500 Euro gespendet. 

Die Conrad-von-Ense-Schule ist seit 2017 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Im Schulalltag sorgen ausgebildete Streitschlichter und Medienscouts dabei schon länger für gewaltfreie Konfliktlösungen und damit für ein gutes Schulklima. 2014 bildete ein Flüchtlingshilfeprojekt der Sozialwissenschaftskurse den Start des Vereins „Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense“, der 2016 mit dem Ehrenamtspreis des FlüchtlingsRat NRW, 2017 mit dem Ehrenamtspreis des Kreis Soest ausgezeichnet und 2017 und 2018 für den deutschen Engagementpreis nominiert wurde. In diesem Jahr wurde die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gegründet, die Projekte gegen Rassismus und für Courage erarbeitet und mittelfristig eine Schülerfirma für Schulmerchandising aufbauen möchte.

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