Lüttringen

Funkmast-Streit: So viele Unterschriften konnte die Bürgerinitiative sammeln

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Alfred Bieker (rechts) von der Bürgerinitiative Lüttringen übergibt die gesammelten Unterschriften an Bürgermeister Hubert Wegener (links).

Die Bürgerinitiative (BI) Lüttringen macht weiter mobil gegen die Errichtung eines Funkturms am Höinger Weg. 460 Unterschriften haben die Mitglieder der BI iim Dorf gesammelt, die sie jetzt vor dem Rathaus zusammen mit einem Forderungsschreiben an Bürgermeister Hubert Wegener überreichten.

460 Stimmen, „dies entspricht einem Anteil von 72 Prozent der erwachsenen Lüttringer Bevölkerung“, heißt es in dem Schriftstück. „Das ist die geballte Meinung des Dorfes“, sagt BI-Mitglied Alfred Bieker.

Bürgermeister Hubert Wegener hörte sich anschließend die Argumente der Initiative im Rathaus an. „Der Bauträger hat mir versichert, dass nicht vor Mitte September begonnen wird zu bauen“, erklärte Wegener im Anzeiger-Gespräch. Alleine könne er die Forderungen der BI aber gar nicht umsetzen. „Es sind keine Haushaltsmittel beantragt, da muss der Rat beteiligt werden“, sagt er. Im August will sich Wegener mit den Fraktionsvorsitzenden der Parteien zusammensetzen und über das weitere Vorgehen beraten.

BI fordert unabhängiges Gutachten

Das verbucht Alfred Bieker von der Bürgerinitiative als Erfolg. Die BI fordert, dass ein unabhängiger Gutachter die alternativen Standorte – die von der Telekom abgelehnt worden sind – noch einmal prüft. Dafür will die BI die Unterstützung der Gemeinde. Rund 7000 Euro würde die Überprüfung eines Standortes kosten, erklärt Bieker, zwei Gutachter hätte die BI auch schon kontaktiert. Hintergrund ist, dass die BI bei einem Gespräch mit der Telekom erfahren haben will, das es bei der Überprüfung des von der Gemeinde vorgeschlagenen alternativen Standortes hinter dem Unternehmen Pater an der Hermann-Löns-Straße, von falschen Voraussetzungen ausgegangen sei. So soll der Ohlberg als bewaldet und rund 30 Meter zu hoch angesetzt worden sein. Frank Weinbrenner, Kommunalbeauftragter der Telekom, sagt dazu, dass die Telekom auf Wunsch der Bürger alle vorgeschlagenen Standorte geprüft habe. Bei einem Mast hinter dem Unternehmen Pater sei eine große Fläche im Dorf einfach nicht versorgt, deswegen habe man den Standort nicht in Betracht gezogen. Die von der BI angesprochene fehlende Bewaldung, erklärt Weinbrenner, befinde sich in einiger Entfernung des geplanten Turms und sei irrelevant.

In dem forsch formulierten Schreiben an Bürgermeister Wegener heißt es auch, dass die Gemeinde nicht rechtzeitig mit der Telekom im Austausch stand. „Von diesem Recht hat die Gemeinde Ense – zum Nachteil der Lüttringer Einwohner – keinen Gebrauch gemacht.“ Auch die Bürger seien nicht rechtzeitig informiert gewesen.

Weitere Informationsveranstaltungen

Das will Wegener so nicht stehen lassen. „Die Kommunalpolitiker nehmen das Thema ernst.“ In mehreren Sitzungen – Ausschuss und Rat – sei über die Errichtung des Funkturms gesprochen worden, bevor die rechtskräftige Baugenehmigung erteilt worden ist.

Die BI setzt ihre Hoffnungen jetzt auf die nächste Sitzung des Rates am 3. September. Bis dahin sollen weitere Informationsveranstaltungen stattfinden, kündigt Alfred Bieker an. Sollte der Rat anders entscheiden, als die BI es fordert, stehe immer noch der Rechtsweg offen, erklärt Bieker abschließend.

Die Vorgeschichte

Im November 2019 hatten Politik und Verwaltung die Errichtung eines Funkmasts am Höinger Weg genehmigt. In der Lüttringer Bürgerschaft regte sich daraufhin Widerstand, dieser mündete am 23. Januar in einer Bürgerversammlung – organisiert von der zwischenzeitlich ins Leben gerufenen Bürgerinitiative (BI) Lüttringen. An deren Ende stand die Zusicherung der Telekom und der Funkturm GmbH, weitere von Bürgern und Gemeinde vorgeschlagene Standorte zu prüfen. Die wurden aber jeweils als unpassend bewertet.

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