Gespräch im Enser Rathaus

Alte Post: Verstimmte Gastronomen - Bürgermeister glättet die Wogen

Über die Ruhe, die ihre Gäste im Garten künftig auch erleben sollen, freut sich Astrid Wulf-Reuter schon jetzt.
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Über die Ruhe, die ihre Gäste im Garten künftig auch erleben sollen, freut sich Astrid Wulf-Reuter schon jetzt.

Die Laune der Gastronomen in der Gemeinde steigt in diesen Tagen unweigerlich: Sie dürfen wieder arbeiten und das Wetter lässt weitgehend Außengastronomie zu. Wäre da nicht die vom Gemeinderat genehmigte Finanzspritze für die Genossenschaft, die sich zum Erhalt der Gaststätte „Zur Alten Post“ in der Bremer Ortsmitte gründen will.

Ense-Bremen/Parsit - Doch nach einigen Gesprächen – unter anderem im Rathaus – sind die Gastronomen weit weniger verstimmt.

Vor wenigen Tagen hatte sich Astrid-Wulf-Reuter von der Gaststätte Wulf in Parsit auf Facebook noch den Frust von der Seele geschrieben. „Das musste mal raus“, sagt sie im Nachhinein. Astrid Wulf-Reuter kritisierte in ihrem Beitrag explizit den Gründungszuschuss in Höhe von 50.000 Euro sowie die Beteiligung von 25.000 Euro, die der Gemeinderat der Genossenschaft in Aussicht gestellt hat. Zusätzliche Konkurrenz fürchtet sie nicht: „Uns fehlen auf jeden Fall zwei gastronomische Betriebe“, führte sie weiter aus.

Akzeptanz geschaffen

Man wolle solche Diskussionen nicht über die sozialen Medien führen, sagt Markus Bahne, Sprecher der Initiatoren der Genossenschaft. Deswegen haben darauf hin Andreas Düser, Markus Spieckermann und Rudi Schulte das Gespräch mit Dietmar Reuter gesucht, sagt Bahne. Außerdem haben die Gastronomen aus der Gemeinde am Dienstagnachmittag mit Bürgermeister Rainer Busemann im Rathaus über die Alte Post diskutiert. Mit dabei waren Hans Bauten von der Gaststätte Himmelpforten, Detlef Dienenfeld vom Dinelli’s sowie Kemal Jusufbasic und Winfried Schwarze vom Steakhaus Schwarze. „Es war ein sehr konstruktives Gespräch“, sagt Astrid Wulf-Reuter, „das man vielleicht vorher hätte führen sollen.“

So habe Bürgermeister Busemann in rund 20 Minuten zunächst die Hintergründe klar erläutert und auch dargestellt, dass die 50.000 Euro einzig in den Erhalt des Gebäudes fließen. „Argumentativ war es ein gutes Gespräch“, sagt auch der Bürgermeister. „Ich habe mich täglich mit der Alten Post beschäftigt.“ Bis sich die Initiatoren der Genossenschaft gefunden hatten und auch später habe es so viele „Ungewisse“ gegeben, dass ein Gespräch zu einem früheren Zeitpunkt einfach nicht sinnvoll gewesen wäre.

Kontakt und Info

Interessierte können sich auf der Homepage www.AltePostEnse.de informieren und sich über die E-Mail info@AltePostEnse.de mit den Initiatoren in Verbindung setzen.

Bei den Gastronomen ist in der Zwischenzeit viel Ärger verraucht. „Wir müssen das nicht gut finden, aber akzeptieren“, sagt Astrid-Wulf-Reuter. Sie drücke der Genossenschaft alle Daumen, dass ein passender Gastronom gefunden werde, denn davon lebe das Geschäft.

Hotel & Restaurant Wulf: Neuer Ruhe- und Rückzugsort

Die Gründung der Genossenschaft schreitet derweil voran. Satzung und Businessplan habe man soweit fertig, es dauere nur noch wenige Tage, bis man dem Genossenschaftsverband die Unterlagen zur Prüfung zukommen lasse, erklärt Markus Bahne.

Noch ein wenig Arbeit muss erledigt werden, aber im Großen und Ganzen sind Astrid Wulf-Reuter und Dietmar Reuter vom Hotel & Restaurant Wulf in Parsit schon sehr zufrieden. Sie haben die Corona-Zeit dazu genutzt, den Garten hinter der Gaststätte so herzurichten, dass sie schon bald auch dort Gäste empfangen können. Noch rund einen Monat werde man brauchen, bis alles fertig ist, sagt die Gastronomin, die zur Zeit auf die Konzession wartet. Gemütliche Sitzecken, ein Teich und vieles mehr sollen den Garten in einen Ruhe- und Rückzugsort verwandeln. Laute Musik soll es dort nicht geben, sagt Astrid Wulf-Reuter.

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