40 Teilnehmerinnen bei Auftakt zum Projekt "Frauen von Welt" 

+
Mit einem Ideen-Austausch begann jetzt das neue Projekt "Frauen von Welt" der Initiative "Flüchtlinge werden Nachbarn in Ense".

Ense - Mit einem "Idee-Café" startete jetzt das neue Projekt „Frauen von Welt“ der Initiative „Flüchtlinge werden Nachbarn“ in Ense.

Im DRK-Heim mischt sich Kaffee- und Kuchenduft mit Sprachvielfalt. Von gebrochenem Schulenglisch über Arabisch bis hin zu Deutsch – mit und ohne Akzent – ist alles dabei. Aber das ist – „wie war nochmal das deutsche Wort für ‘no matter’ – ach ja, egal“, fällt es Leylan Mohammad wieder ein. Die 17-jährige Syrerin gehört zum Organisationsteam des neuen Projekts „Frauen von Welt“ der Initiative „Flüchtlinge werden Nachbarn“ und lud jetzt gemeinsam mit Anna Meyer, Samar Kousa Hasan, Alina Brinkmann, Samah Awwad und Lisa Keil zum „Idee-Café“ ein. Mehr als 40 Enserinnen waren der Einladung gefolgt und gespannt, was die „Frauen von Welt“ vorhaben. Um das Kennenlernen zu erleichtern, bekam jede einen Button mit ihrem Namen angesteckt. Nach einem gemütlichen Start mit Getränken und Gebäck wurde das Konzept vom Team auf Deutsch, Englisch und Arabisch vorgestellt. 

Monatlich eine Aktion

Ein Jahr lang soll es monatlich eine Aktion geben, bei der Frauen aus Ense eine schöne Zeit miteinander verbringen, sich kennen lernen und Gemeinsamkeiten entdecken können. Das Projekt richtet sich ausdrücklich auch an Flüchtlingsfrauen, aber eben nicht nur. „Unser Ziel ist vielmehr, dass die Herkunft zur Nebensache wird und wir einfach als Frauen zusammen Spaß haben“, sagte Lisa Keil. „Dabei ist jede willkommen, eigene Vorschläge einzubringen und umzusetzen.“ Damit geht es auch gleich los, denn die „Frauen von Welt“ wollen möglichst viele Ideen sammeln, was man (besser frau) zusammen unternehmen kann. Die Begeisterung war groß und eifrig wurde zu Papier und Stift gegriffen, heißt es von Seiten der Organisatorinnen. 

Aber wie erklärt man „Picknick“ oder was heißt eigentlich „Stricken“? Irgendjemand wusste es und so entstand eine bunte Sammlung von Möglichkeiten. Die Ideen wurden mehrsprachig auf große Zettel geschrieben und aufgehängt. Dann bekam jede Frau sechs Klebepunkte, mit der sie ihre Favoriten markieren konnte und vor der Tafel entstand ein fröhliches Gedränge, in dem munter diskutiert wurde. Lieber Möhneschifffahrt oder Zoobesuch? Tanzen und Singen oder Kochen? Da fiel die Entscheidung schwer und nicht nur einmal wurde der Vorschlag gemacht, einfach alle Ideen umzusetzen. „Wir werden jetzt erstmal auswerten, welche Aktionen am meisten gepunktet haben und wollen gern schon im April mit dem Programm starten“, erklärte Alina Brinkmann vom Organisationsteam. Viele der Frauen könnten es kaum erwarten und hätten direkt Hilfe bei der Umsetzung angeboten. Zwei davon fingen auch direkt an, sich eine Strecke für die Wanderung mit Picknick zu überlegen. 

„Genau so haben wir uns das gewünscht“, sagte Lisa Keil, die Mitbegründerin des Frauenprojekts. „Wenn alle mitmachen und mitgestalten, wird ‘Frauen von Welt’ der Beginn vieler wunderbarer Freundschaften.“ Das übriggebliebene Gebäck und Obst wurde kurzerhand nebenan in die Flüchtlingsunterkunft gebracht und freudig entgegengenommen. Da durften sich dann auch die Männer bedienen. Als kleiner Trost, dass sie bei der nächsten Aktion von „Frauen von Welt“ wieder zuhause bleiben müssen.

Enserinnen, die Interesse haben, bei den „Frauen von Welt“ mitzumachen, können unter der E-Mail-Adresse fluechtlingewerdennachbarn@gmail.com Kontakt aufnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf soester-anzeiger.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare