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Drei Unfälle in drei Wochen: Kreis Soest spricht nach tödlichem Unfall von „Häufungsstelle“

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Die Gutachter der Polizei bei der Unfallaufnahme – Stunden nach dem schrecklichen Zusammenstoß am Mittwochmorgen.
Die Gutachter der Polizei bei der Unfallaufnahme – Stunden nach dem schrecklichen Zusammenstoß am Mittwochmorgen. © Schröder, Daniel

Bei einem tragischen Verkehrsunfall am Mittwochmorgen an der Einmündung Bahnhofstraße (K 8) zur Bundesstraße 516 zwischen Niederense und Bremen ist eine 16-Jährige aus Ense ums Leben gekommen. Es war bereits der dritte Unfall an der gleichen Stelle innerhalb von drei Wochen.

Niederense/Bremen - Zu dem tödlichen Unfall kam es am Mittwoch um 7.04 Uhr, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Die Kreuzung wurde für den Rettungsdienst gesperrt und konnte anschließend während der Unfallaufnahme mehrere Stunden nicht befahren werden – bis 13.05 Uhr.

Ein 32-jähriger Autofahrer aus Essen war der Polizei zufolge mit seinem VW-Polo auf der Bahnhofstraße aus Richtung Niederense kommend unterwegs. An der Kreuzung übersah er ein von links – aus Richtung Bremen – kommendes Kleinkraftrad.

Kreis bestätigt: Viele Unfälle an der Einmündung

Die 16-jährige Motorradfahrerin aus Ense konnte dem Auto nicht mehr ausweichen und prallte gegen die Fahrerseite des VW. Durch den Aufprall erlitt die Jugendliche tödliche Verletzungen.

Der 32-Jährige musste anschließend durch einen Notfallseelsorger betreut werden. Die Fahrzeuge wurden sichergestellt. Ein Gutachter wurde ebenfalls zur Unfallstelle gerufen – unter anderem wurde mit einer Drohne vor Ort die Situation in Augenschein genommen, so die Polizei.

Bei der Einmündung K 8/B 516 handelt es sich um eine „Unfallhäufungsstelle“, bestätigt Wilhelm Müschenborn, Sprecher vom Kreis Soest. Der Kreis ist Straßenbaulastträger der Bahnhofstraße. Alleine in den vergangenen drei Wochen war es zu zwei weiteren Unfällen an selber Stelle gekommen. Der tödliche Unfall am Mittwochmorgen spiegele aber nicht das bisherige Unfallgeschehen wieder, so der Kreissprecher. „Das ist eine neue Konstellation, die uns erschüttert“, sagt Wilhelm Müschenborn. „Das geht an den Kollegen der Verkehrsdirektion nicht spurlos vorbei.“

Bislang sei es häufiger zu Unfällen gekommen, wenn Fahrer von der Bundesstraße auf die Bahnhofstraße einbiegen wollten – wie zuletzt bei zwei Unfällen.

Um die Geschwindigkeit auf der Straße zu drosseln, hatte der Kreis dort einen Blitzer aufgestellt. „Wir haben aber keine signifikanten Ergebnisse erzielt“, berichtet Müschenborn, da der Blitzer auf der Strecke bereits von Weitem sichtbar sei. „Die Unfallkommission wird die Stelle in den Blick nehmen“, kündigte Wilhelm Müschenborn an. Zu der Kommission gehören neben den Verkehrsexperten des Kreises auch Polizei und Straßen NRW – Straßenbaulastträger der Bundesstraße 516.

Die Unfälle im August und Juni

Erst am Sonntag (22. August) war es zu einem Zusammenstoß zwischen einer 42-jährigen Frau und einer 40-jährigen Frau gekommen. Mit ihrem Citroën beabsichtigte die Frau von Oberense kommend nach links in die Bahnhofstraße abzubiegen. Dabei übersah sie den entgegenkommenden Toyota. Die 40-Jährige wurde leicht verletzt und es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund 9000 Euro, hieß es in einer Mitteilung der Polizei.

Am 10. August ereignete sich ein ähnliches Unfallgeschehen. Dabei wollte eine 39-jährige Seat-Fahrerin auf die Bahnhofstraße abbiegen, den 56-jährigen, entgegen kommenden Audi-Fahrer bemerkte sie zu spät. Die Fahrezeuge krachten im Kreuzungsbereich zusammen. Die Bilanz der Kollision: Die 39-Jährige verletzte sich leicht, so die Polizei, und es entsand Sachschaden in Höhe von 18 000 Euro.

Im Juni gab es bereits einen Alleinunfall im Kreuzungsbereich mit einem Verletzten. Mit einem Kleinwagen prallte der Fahrer vor einen Baum auf der Bahnhofstraße.

Kreisverkehr: Diskussion vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren hatte die Bürgerinitiative gegen den Bau der B 516 n an der Einmündung der Bahnhofstraße (K 8) und der Bundesstraße 516 mal einen Kreisverkehr vorgeschlagen. Das sollte zum einen dazu führen, dass die Gefahrenstelle entschärft wird und zum anderen zur Entzerrung des Verkehrsflusses in Richtung Bremen und Parsit führen. Da Verwaltung und Politik aber nicht von weniger Verkehr durch einen Kreisel ausging, wurde das Thema nicht weiter verfolgt. Ohnehin seien der Kreis Soest (K 8) und Straßen NRW (B 516) als Straßenbaulastträger zuständig, hatte es geheißen. Die Bürgerinitiative hatte sich 2016 gegründet und sich gegen die im Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes 2016 bis 2030 verankerte Ortsumgehung Bremen/Ruhne eingesetzt.

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