In der Nacht auf Mittwoch

42 Tauben weg: Diebe schlagen bei Züchter zu

Nur noch Kabelreste sind übrig: Alois Schmitz zeigt, wo die Diebe zugeschlagen haben.
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Nur noch Kabelreste sind übrig: Alois Schmitz zeigt, wo die Diebe zugeschlagen haben.

Alois Schmitz kann es nicht glauben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind Unbekannte in seinen Taubenschlag eingebrochen und haben 42 Vögel gestohlen. „So etwas ist mir noch nie passiert“, sagt der geschockte Züchter.

Höingen/Parsit - Am Dienstagabend war Alois Schmitz aus Parsit noch an seinem Taubenschlag zugange. „Da war noch alles gut“, erzählt er. Doch dann machte sich der Taubenfreund auf den Heimweg, sein Schlag steht nämlich nicht in seinem Garten, sondern im Höinger Industriegebiet. „Bei mir zuhause habe ich keinen Platz dafür“, erklärt Schmitz.

Bisher war die Distanz zwischen dem Züchter und seinen Tauben jedoch nie ein Problem gewesen. „Seit 18 Jahren habe ich meinen Schlag inzwischen schon hier“, sagt der Parsiter. „Doch so etwas ist mir noch nie passiert.“

42 Tauben sind weg

Als Schmitz am Mittwochmorgen gegen 9 Uhr nämlich wieder sein Taubenhaus besuchen wollte, traf ihn fast der Schlag. Alle seine vier Sensorplatten, die stetig die Rückkehr der Tauben in ihr Heim registriert hatten, waren verschwunden - samt der dazugehörigen Antennen. „Die wurden einfach mit einer Zange abgekniffen“, meint Schmitz und zeigt auf die Kabelreste, die die Täter zurückgelassen haben. Die Tür zum Schlag war dazu aufgebrochen worden. Doch das Schlimmste für den Züchter: 42 seiner geliebten Tauben waren ebenfalls weg.

„Sie haben mir meine Weibchen geklaut“, ist Schmitz sauer ob des dreisten Diebstahls. „Dazu auch noch ein paar Pärchen, die sogar schon Jungtiere hatten.“ Dabei hatte der Züchter eigentlich geplant, die Weibchen am kommenden Wochenende mit den Männchen zusammenzubringen. Von denen sind Schmitz zumindest noch 40 geblieben.

Hoher ideeller Wert

Über den Verlust tröstet das den Parsiter allerdings in keinster Weise hinweg, zu groß sind die Trauer und der Schaden. „Was das ganze jetzt kostet, habe ich noch gar nicht überblickt“, sagt Schmitz. „Am schwersten wiegt für mich aber ohnehin der ideelle Wert. Man hängt ja auch an den Tieren.“ Wenn er die gestohlenen Tauben nachkaufe, würde er aber wohl um die 4000 Euro bezahlen, schätzt er. Die ebenfalls entwendete Technik ist da noch nicht mit hereingerechnet.

Polizei sucht Zeugen

Nach der Entdeckung des Diebstahls informierte Schmitz sofort die Polizei, doch die kann derzeit auch nur wenig helfen. „Wir haben das aufgenommen und müssen nun hoffen, dass sich Zeugen bei uns melden“, teilt Wolfgang Lückenkemper, Pressesprecher der Polizei im Kreis Soest mit. Wer also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch etwas Verdächtiges im Höinger Industriegebiet gesehen hat, sollte umgehend die Polizei benachrichtigen.

Bislang seien der Soester Polizei solche Fälle aber auch noch nicht untergekommen.

Spuren und Hinweise gibt es aktuell noch keine und auch Schmitz hat keinen Verdacht, wer seine Tauben gestohlen haben könnte. „Sie werden aber bestimmt zu Zuchtzwecken genutzt“, glaubt er. „Wenn man sie nämlich loslässt, werden sie sofort in ihren Schlag zurückfliegen.“ Der Parsiter kann sich deshalb vorstellen, dass seine Vögel in einen Zuchtschlag gepfercht werden, aus dem sie nicht herauskommen. Trotzdem hofft er, dass vielleicht das ein oder andere Weibchen entkommen und den Weg nach Hause finden kann.

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