Rückkehr von Hilfsprojekt in Afrika

Wegen Coronavirus: Enserin muss Abenteuer im Ausland abbrechen

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Franziska Meier mit Kindern in der Schule.

Höingen – Es ist die ganze Palette an Gefühlen, die die Höingerin Franziska Meier derzeit durchlebt. Die 19-Jährige war bekanntlich am 1. September nach Südafrika aufgebrochen, um dort im Programm „Weltwärts“ einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst abzuleisten.

Nach ihrem Abitur in Arnsberg wollte sie etwas „Sinnvolles“ machen. Von der Vorfreude auf neue Erfahrungen vor der Abreise, die Ungewissheit, was sie dort erwartet, das gute Gefühl, helfen zu können, der Schock und die Enttäuschung, ihren Aufenthalt vorzeitig abbrechen zu müssen, bis zur Erleichterung, jetzt wieder gesund zuhause zu sein, ist wohl alles dabei. 

Denn auch ihre Planung hat das Coronavirus entscheidend beeinflusst. Nach einem Besuch von Familie und Freunden Ende Februar sowie einer gemeinsamen Reise von ihrem Einsatzort Tshani an der Ostküste entlang bis nach Kapstadt ging es zurück, um die letzten fünf Monate ihres Projekts in Angriff zu nehmen. Doch plötzlich kam die Anweisung an alle „Weltwärts“-Freiwilligen, aufgrund der Corona-Krise ihre Einsatzländer so schnell wie möglich zu verlassen. 

Insgesamt hatten sich im September vergangenen Jahres 40 Freiwillige nach Namibia, Uganda, Tansania, Südafrika und Indien aufgemacht. Franziska und Julian, ebenfalls in Tshani eingesetzt, blieben noch eine Woche, um sich von ihren neuen Freunden im Dorf zu verabschieden. Zunächst mit dem Auto, dann über Johannesburg und Doha ging es am 23. März mit Linienflügen zurück nach Frankfurt – insgesamt waren sie 27 Stunden unterwegs. Wohl nicht zu früh, denn seit dem 27. März gilt in Südafrika für mindestens drei Wochen eine strenge, landesweite Ausgangssperre, die das öffentliche Leben und damit auch den Flugverkehr zum Erliegen gebracht hat. 

Coronavirus im Kreis Soest: Kontakt online

Und damit bleiben Franziska Meier aktuell nur die Kontakte über das Internet zu ihrer Heimat auf Zeit, zu neu gewonnenen Freunden und der Schule, die sie im Rahmen ihres Projekts betreut hat. Gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, war ihre Entsendeorganisation, der DRK-Landesverband Westfalen-Lippe, in Zusammenarbeit mit „Transcape“ in Südafrika. Der Einsatzort Tshani, ein kleines Dorf, liegt an der Ostküste zwischen Durham und Port Elizabeth. 

Hier bestand ihre Aufgabe darin, die einheimischen Lehrerinnen in der „Preschool“ für Kinder von 3 bis 5 Jahren und der „Afterschool“ für die Älteren, zu unterstützen. Auch das Vorbereiten von Frühstück und Mittagessen für die Kinder, sowie Nachhilfe in Mathe und Englisch gehörten zu den Aufgaben. Aber der Wissenstransfer funktionierte auch in der umgekehrten Richtung, denn Franziska lernte die Grundkentnisse in „Xhosa“, einer der zahlreichen Landessprachen. In den Ferien wurde eine Art „KIFF-Programm“ erstellt mit einem Sporttag und einer Müllsäuberungsaktion am Strand. Auch einen Verkaufsstand mit gespendeter Kleidung auf einem Markt betrieben die beiden „Entwicklungshelfer auf Zeit“. 

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Und trotz des vorgezogenen Endes ihrer Mission nach sieben Monaten zieht Franziska Meier, die ab kommenden Herbst Soziale Arbeit studieren will, ein positives Fazit: „Es war eine sehr großartige Erfahrung und ich würde es immer wieder machen wollen.“ Sie bedankt sich auf diesem Weg auch beim Bezirksverband Werl-Ense im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften für die großzügige Unterstützung der Non-Profit-Organisation „Transcape“ in Südafrika.

Von Ulrich Gretenkort

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