Bürgermeister stimmt ausgewähltem Kunstwerk für Kreisel in Ense-Höingen nicht zu

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Ja sagte der Rat zum Kunstwerk.

Bremen – Bürgermeister Hubert Wegener hat sich gegen die Installierung des Kunstwerks „Ensemble aus drei Stahlblechtafeln“ des Künstlers Pit Schrage im neuen Kreisverkehr in Höingen ausgesprochen.

In der entscheidenden Ratssitzung am Donnerstagabend stimmte der Verwaltungschef mit Nein. Dabei begründete er seine Ablehnung nicht mit der inhaltlichen Aussage des Kunstwerks oder dessen Darstellung, sondern mit der Wahl des Materials.

So erklärte er – übrigens erstmals öffentlich – , bei verschiedenen Reisen auf Kunstwerke aus Cortenstahl, für den sich auch Pit Schrage entschieden hat, gestoßen zu sein, die ihm nicht gefallen hätten. Das Material wirke wie Rost und damit alt. Genau so etwas aber habe das „Gewerbegebiet nicht verdient“. Mit Aluminium, verzinktem oder verpulvertem Stahl, wie er im Höinger Industriegebiet Verwendung finde, hätte er sich dagegen „anfreunden“ können. Ihm sei klar, dass es sich um eine „Geschmackssache“ handle. Dennoch könne er der Empfehlung, das Kunstwerk von Pit Schrage im Höinger Kreisverkehr aufzustellen, nicht zustimmen. Eine Einschätzung, der sich SPD-Ratsherr Willi Lakenbrink anschloss.

An der übergroßen Mehrheit der 20 von 22 möglichen Stimmen für das Kunstwerk änderte das am Ende aber nichts. Wobei CDU-Ratsfrau Silvia Klein als Vorsitzende des Kulturausschusses, in dem im vergangenen September die Entscheidung in nicht-öffentlicher Sitzung einstimmig für den Entwurf von Pit Schrage gefallen war, vor den Einlassungen von Bürgermeister Hubert Wegener allen an dem Verfahren Beteiligten gedankt hatte. Nicht zuletzt Pit Schrage, der auf ein Honorar verzichtet, der Gemeinde das Kunstwerk also schenkt. Die Ausgaben von 10.000 Euro werden allein für das Sockelfundament einschließlich Statik, die Befestigungsvorrichtung, die Beleuchtung des Kunstwerks und die Gestaltung des Umfelds benötigt. 

Mit der Abstimmung von Donnerstagabend ist damit der Schlussstrich unter eine Diskussion gezogen, die im Frühjahr des vergangenen Jahres begonnen und zwischenzeitlich auch für eine Missstimmung zwischen Politik und Bürgermeister gesorgt hatte. So hatte Hubert Wegener die „Enser Messetage“ 2018 genutzt, um der Öffentlichkeit den Entwurf eines Kunstwerks von Axel Schubert vorzustellen. Das wiederum sorgte in der Politik für Verwunderung. Zwar fand man die Idee gut, den Kreisverkehr mittels eines Kunstwerks aufzuwerten. Kritik aber übte man deutlich am Vorgehen des Bürgermeisters. So sprach man sich für ein transparentes Ausschreibungsverfahren aus, an dem sich alle Enser Künstler beteiligen können sollten. Die letztendliche Entscheidung für einen Entwurf sollten dann im Kulturausschuss bzw. im Rat fallen. Den Alleingang von Hubert Wegener bzw. dessen Auswahlverfahren bezeichnete man als „absolut schrecklich“.

Und so kam es auch: Die Politik brachte das Ausschreibungsverfahren für ein Kunstwerk in Gang, an dem sich der Künstler Axel Schubert aber nicht mehr beteiligte. Er sprach von einer „Provinzposse“, an der er nicht mehr teilzunehmen gedenke. Aus den im vergangenen September dann vorliegenden zehn Vorschlägen von acht Personen entschied man sich einstimmig für das „Ensemble aus drei Stahlblechtafeln“. Auch der Landesbetrieb Straßen.NRW gab „grünes licht“, insofern auf scharfkantige Elemente verzichtet werde. Ein Kompromiss, dem am Ende alle zustimmen konnten.

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