Spaziergänger stehen vor dem Wasser

Bach trennt Dörfer: Abgerissene Brücke fehlt den Bürgern

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Durch den Bach getrennt: links die Waltringer, rechts die Hünninger.

Ense – Die Brücke ist ein Symbol für Verbindung und eben diese ist zwischen Waltringen und Hünningen nun teilweise gekappt. Im Zuge der Renaturierungsarbeiten im Bremer Bachtal ist eine rund zwei Meter breite Steinbrücke über den Bach abgerissen worden. 

Den Weg haben aber zuvor viele Bürger genutzt, um zu Fuß von Dorf zu Dorf zu wandern. Es sollen in Waltringen und Hünningen Unterschriften für eine neue Brücke gesammelt werden – die Unterstützung ist schon jetzt auf beiden Seiten des Bachs groß. 

„Die Brücke muss wieder her“, sagt Berthold Gosling, Hauptmann der Waltringer St.-Marien-Schützen. 

Holzsteg würde reichen

„Seit der Grundschule läuft mein Sohn über die Brücke ins Nachbardorf“, erklärt Antje Koerdt aus Waltringen, auch sie findet eine neue Brücke als Lösung unumgänglich. 18 Jahre ist ihr Sohn mittlerweile alt, die Brücke habe er weiter regelmäßig genutzt, um Freunde zu besuchen oder in verschiedenen Vereinen im Nachbardorf mitzuwirken. Nachdem die Brücke abgerissen worden ist, sei ihr Sohn auf die Landstraße ausgewichen, um abends von Hünningen zurück nach Waltringen zu gelangen. „Das bereitet mir dann schlaflose Nächte“, sagt die besorgte Mutter. 

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Für Berthold Gosling sind die Argumente nachvollziehbar. „Die Landstraße ist kurvig und für Fahrradfahrer nicht ungefährlich“, sagt er. Ein Holzsteg würde ihm und seinen Unterstützern schon reichen, den würde er zur Not auch selber bauen, „das ist aber nicht erlaubt“. 

Antje Koerdt erinnert daran, dass sich das geplante Biotop der Fürstenbergschule und Conrad-von-Ense-Schule in diesem Bereich des Bachs befindet. Von der Waltringer Seite sei das Biotop nicht mehr zu erreichen, ohne sich nasse Füße zu holen. Zuletzt hatten Kinder mit großen Steinen einen Staudamm gebaut, um von der einen auf die andere Seite zu gelangen. „Die Kinder spielen hier unten, das lässt sich auch nicht verhindern“, sagt Gosling, schon er habe als Kind gerne an dem Bach Zeit verbracht. 

Zu Dorffesten sehr beliebt

Selbst einfache Trittsteine, auf denen Fußgänger den Bach überqueren könnten, dürfen nicht ohne Absprache mit dem Kreis platziert werden. 

Für Berthold Gosling und Antje Koerdt wären die Steine ohnehin nur eine ungenügende Lösung. „Eine Frau stand beim Spazieren gehen mit ihrem Kinderwagen vor dem Bach und wusste nicht, wie sie auf die andere Seite kommen sollte. Zwei Wochen vorher war sie noch über die Brücke gegangen“, sagt Berthold Gosling, da würden auch keine Steine helfen. Es müsse keine zwei Meter breite Steinbrücke mehr sein, da sind sich Waltringer und Hünninger einig, aber gerade zu den Dorffesten sei der Weg – seit Generationen – eben doch sehr beliebt.

Rathaus arbeitet an einer Lösung

Im Rathaus in Bremen sind die Klagen der Bürger angekommen. „Wir arbeiten an einer Lösung“, sagt der Beigeordnete Andreas Fresen. Da es sich beim Bremer Bachtal aber um ein Naturschutz- und Wassergewinnungsgebiet handele, muss die Verwaltung sich mit dem Kreis Soest abstimmen. Fest steht aber auch, dass die Pläne für die laufenden Renaturierungsmaßnahmen nicht mehr verändert werden können. Denn sonst fließen keine Fördergelder mehr. 

Zwickmühle durch Fördergelder

Eine Zwickmühle für die Verwaltung. Über eine neue Brücke – oder eine ähnliche Querungsmöglichkeit – könne erst später mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde verhandelt werden, lässt Fresen wissen. Vorgesehen bei der Renaturierung ist bislang nur eine Furt für die Landwirtschaft. Dort, wo sonst die Brücke stand, über die auch Traktor und Co. den Bach überfahren haben, soll er jetzt durchfahren werden können.

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