Beantragter "Baumaustausch" im Parsiter Starenweg entzweit die Politik in Ense

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Plädieren für den „Baumaustausch“: Heinz Busemann, Rainer Textor und Hubert Jonas (von links), die zudem eigene Angebote für die Umsetzung der Maßnahme einholen wollen.

Parsit - Die FDP ist dafür, die Grünen sind dagegen. Die BG sucht einen Kompromiss, die Anlieger bekräftigen den von ihnen gewünschten „Baumaustausch“ am Starenweg. „Nicht in der Lage zu entscheiden“ sieht sich die Verwaltung.

Und so hält Bürgermeister Hubert Wegener an der Marschrichtung fest, ohne einen Beschlussvorschlag der Verwaltung in die öffentliche Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstag, 14. Februar, um 18 Uhr zu gehen. Die Frage des gewünschten „Baumaustausches“ sei „demokratisch“ zu entscheiden, wobei er mittlerweile auch mit Anwohnern gesprochen habe, die gegen das Vorhaben seien. Und er weist darauf hin, dass der Bebauungsplan im Starenweg Bäume vorsehe.

Derweil untermauern die 26 Antragsteller – unter ihnen Rainer Textor und Ex-FDP-Ratsherr Hubert Jonas, den Wunsch nach einem „Baumaustausch“. Sie halten die von der Verwaltung ermittelten Kosten in Höhe von 25.110 Euro für zu hoch und wollen alternative Angebote einholen. Rainer Textor kündigte zudem an, die Ausgaben für die Pflanzung der 16 neuen Bäume zu übernehmen. Ferner beziffert er die Kosten für die Pflege der vorhandenen 16 Ahornbäume mit rund 10.000 Euro im Jahr.

Dass Ahornbäume auch an anderer Stelle schon hätten weichen müssen, zeigt Rainer Textor, dass ein „Baumaustausch“ so unüblich nicht sei. Er spricht von einem Beispiel aus Waltringen im Vorjahr und von einer Maßnahme am Rauschenberg vor vielen Jahren. Für die 26 Anlieger am Starenweg steht fest, dass sowohl die Samen wie auch die großen Mengen Laub der 16 gesunden Ahornbäume „eine erhöhte Belastung“ darstellten.

Und sie erhalten Rückendeckung von der FDP, wie deren Fraktionschef Christian Brunnberg gestern im Gespräch mit dem Anzeiger erklärte. So werde man am Donnerstag auch für den „Baumaustausch“ stimmen. Anders allerdings als die Grünen.

Sie nämlich sehen in dem Antrag, einen „Baumaustausch“ vorzunehmen, „eine Aktion gegen Natur, Umwelt und Biodiversität“, für die „ortsbildprägende Bäume in Parsit“ fallen sollen. So schreiben Grünen-Ortsverbandssprecher Udo Müller und Fraktionschefin Dr. Stefani Konstanti in einer gemeinsamen Stellungnahme. „Ense als landwirtschaftlich geprägte Gemeinde weist oftmals mit Stolz auf die Grünflächen hin, die die Bebauung umgeben. Aktuell geht es um Ahornbäume, die vor etwa 30 Jahren am Starenweg angepflanzt wurden und dort das Ortsbild nachhaltig prägen. Ahornbäume, die Jahrhunderte überdauern können, aber auch von Vögeln, die am Weg, der nach ihnen benannt wurde, Nester bauen, von Sauerstoffproduzenten und besonders davon, dass die Bäume standsicher sind und es keinen plausiblen Grund gibt, sie zu beseitigen, außer... Sie liefern Schatten, produzieren Sauerstoff, bieten Vögeln und Insekten einen Lebensraum und werfen, wie das bei ortstypischen Bäumen in unseren Breitengraden so üblich ist, ihr Laub im Herbst ab. Ach ja, sie versuchen auch weitere Ahornbäume zu säen, wie es Bäume ebenfalls üblicherweise tun. Mit anderen Worten, sie machen genau das, wozu sie gepflanzt wurden. Nun sollen sie einen Anwohner stören und er hat, um sein Anliegen zu untermauern, Unterschriften gesammelt. Frei nach dem Motto ‘Hambi muss weg’, sollen nun die Bäume auf Kosten der Gemeinde entfernt werden. Das in einer Zeit, in der wir an jährlichen Vogelzählaktionen teilnehmen, in der über das Mähen von Straßenrändern debattiert wird und in der wir einen Insektenrückgang von 75 Prozent zu verzeichnen haben. Die Verwaltung sagt, sie könne aufgrund des Haushalts die Bäume frühestens 2021 fällen lassen. Aber hier geht es nicht um die Kosten, hier geht es um Lebensqualität und den Erhalt der Umwelt. Hier geht es um Lebensraum für Vögel und Insekten und darum, dass Mensch und Tier von heimischen Bäumen Jahrhunderte lang profitieren. Besonders nach einem Sommer, den wir so schnell nicht vergessen werden, sind wir froh über alle Bäume, die keinen Schaden genommen haben. Um so erstaunlicher mutet die Idee an, ausgerechnet Kugelakazien oder Trompetenbäume anzupflanzen und damit Bäume, die aus Florida stammen und nicht das Geringste mit der heimischen Flora zu tun haben.“

Die Bürgergemeinschaft wiederum sucht einen Kompromiss. So erklärte Ratsherr Horst Schlitt, dass die Fraktion sich vorstellen kann, bei den Ahornbäumen einen Rück- und Kronenschnitt vorzunehmen. Innerhalb der Kurve im Starenweg ist für die BG ein Fällen von ein oder zwei Bäumen denkbar.

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